Gründerstory Cantinio: Immer den besten Mittagstisch

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Mittagessen mit Kollegen ist wichtig. Für den Magen und den Teamgeist. Doch wo bekommt man um die Ecke was Gutes? Das Berliner Startup Cantinio hat darauf eine Antwort. Wie man ein Unternehmen mit Henne Ei Problem erfolgreich aufzieht, erfahrt ihr in unserem neuen Portrait unserer Reihe von Gründerstories.

Name: Cantinio.com / Loock & Humphreys GbR Startup aus: Berlin Gegründet: 2014 Webseite: www.cantinio.com

Cantinio: Das ist unser Produkt

cantinio.com ist eine Plattform für tägliche Mittagstisch-Updates. Es funktioniert im Browser auf dem Computer sowie auf allen mobilen Endgeräten als responsive Website und als App.
Die Idee basiert auf der Annahme, dass zur Mittagszeit in Metropolregionen weltweit ein gesteigertes Interesse an den Angeboten der umliegenden Restaurants besteht. Die Menschen bekommen Hunger und stehen meist unter Zeitdruck. Gastronomische Betriebe sind leider oft technologiefern und besitzen selten gut gepflegte Websites oder Facebook Profile, auf denen der Kunde Informationen zu den täglich neuen Angeboten bekommt.

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Dieses Phänomen lässt sich rund um die Welt beobachten. Eine Lösung scheint einfach, doch kann man diese nur finden, wenn man hinter die Kulissen des Gastronomiegeschäfts geblickt hat und die flexible Arbeitsweise dieser Branche versteht. Hektik bestimmt das Geschäft. Oft weiss der Koch, wenn er morgens das Restaurant betritt, noch nicht, was es mittags zu Essen geben wird. Diese in der Gastronomie gängige Arbeitsweise erfordert eine hohe Flexibilität von allen Beteiligten. Da bleibt keine Zeit zur Pflege der Website oder des Facebook Accounts. Der Kunde unter Zeitdruck hat das Nachsehen.

Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, hier Abhilfe zu schaffen und cantinio.com entwickelt. Wir bringen die Bedürfnisse der Kunden und das hektische Gastronomie Geschäft ein Stück näher zusammen. Durch unsere einfache Lösung haben Gastronomen die Möglichkeit, ihre täglichen Mittagstisch-Updates in unter 30 Sekunden per Foto ihrer Tageskarte einer großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der hungrige Kunde kann mit nur zwei Klicks auf seinem Smartphone die ganze kulinarische Vielfalt in seiner Umgebung einsehen, auswählen und mit seinen Kollegen und Freunden auf den gängigen sozialen Netzwerken teilen. Zudem erhält er Informationen zu vegetarischen, veganen und glutenfreien Optionen.

Das sind unsere USPs

Prinzipiell differenzieren wir uns natürlich durch die täglichen Lunch Updates. Das gibt es so noch nicht. Wir sind eine Plattform, die erstmal nur informiert, dass aber mit täglich neuem Content und bald auch weiteren Infos zu den Intoleranzen und Allergenen. Der Clou ist die Einfachheit für die Restaurants, weil sie nur 30 Sekunden investieren müssen und ihre eigenen Devices nutzen können. Das vereinfacht natürlich vieles.

Das sind unsere Kunden …

Unser Geschäftsmodell geht von zwei bis drei Kundengruppen aus. Das sind natürlich einmal die Restaurants, die Lunch anbieten und auf der anderen Seite alle Menschen, die in einer Metropolregion arbeiten und die Zugang zu Computer oder Smartphone haben. Insofern sie das Bedürfnis haben, Mittag zu essen, sind sie für uns interessant und andersherum. Eine weitere Gruppe, für die das Angebot der Restaurants natürlich interessant ist, sind Touristen, die nicht einfach in die nächste Tourifalle tappen möchten. Wir bieten einen kuratierten Service an und nehmen nicht einfach jedes Restaurant auf.

So kam uns die Idee…

Jeremias: Ich wollte dieses Produkt einfach für uns selber haben. Die meisten Leute sitzen im Büro und wählen jeden Tag zwischen 4 bis 5 Optionen ihr Lunch aus. Das passiert einfach so und wird nicht mehr hinterfragt – weil es eben einfach ist. Auf der anderen Seite ist Lunch natürlich immer ein beliebtes Gesprächsthema. Da ich gerne koche und gerne neue Restaurants ausprobiere, war mir das nicht genug. Ich wollte einfach die Möglichkeiten der kulinarischen Vielfalt aufzeigen.

Ich wollte eine Basis haben, um eine Diskussion aufmachen zu können. Darüber, dass es lohnt, die 200 Meter mehr zu laufen. Es geht uns schon darum, Neues zu entdecken und den Blick unserer Kunden zu weiten.

Dann kam natürlich die Überlegung der ganzen Intoleranzen. Wenn du im Team arbeitest, gibt es immer Leute, die bestimmte Dinge nicht essen können. Auch die sollten berücksichtigt werden.

So wurde aus der Geschäftsidee ein Unternehmen …

Das passierte ganz natürlich. Wir haben erst lange an der Idee geschraubt und sehr viele User-Stories durchgespielt. Dass wir dann bei der Fotolösung gelandet sind, hatte mit dem Aufkommen der ganzen Foto-Dating-Apps zu tun. Da gab es viele schöne Ansätze für den spielerischen Umgang mit Informationen. Gerade für mobile Geräte. Es gab dann den Punkt, an dem wir ein funktionierendes Produkt hatten. Da mussten wir dann eine Entscheidung treffen, auf welchem Level wir den Service anbieten wollen. Das haben wir getan. Jetzt sind wir cantinio.com, dein Daily Lunch Update ;)

Jede Firma braucht einen Namen – Cantinio fanden wir so …

Jeremias: Ich denke das Thema wird immer größer gemacht als es eigentlich ist. Der Name ist solange wichtig, wie der Kunde keine emotionale Verbindung zu einem Produkt oder Service hat. Sobald das geschehen ist, spielt der Name eine untergeordnete Rolle. Man denke nur mal an diese ganzen Web 2.0 Namen.

Wir haben versucht, das pragmatisch zu handhaben. Als internationales Produkt ist es schön, in mehreren Sprachen eine Assoziation zum Thema zu wecken. Das klappt mit cantinio ganz hervorragend, weil man deutsch/englisch/spanisch/italienisch/portugiesisch abgedeckt hat.
Interessanterweise kommt man immer mit Leuten aus der Werbung in Diskussion mit dem Namen. Die Endkunden fanden den Namen bislang immer einleuchtend.

Das Startkapital haben wir erwirtschaftet, indem wir…

…das Gesparte unserer vorherigen Jobs verwendet haben. Als Software-Unternehmen braucht man zu Beginn noch nicht soviel Geld. Es geht ja mehr darum, sich über Wasser halten zu können. Auf Urlaub, Auto und derlei Luxus muss mann halt ab diesem Zeitpunkt verzichten. Zumindest war das in unserem Fall so.

Venture Finanzierung: Das haben wir vor…

Jeremias: Momentan sind wir auf der Suche nach Geld. Wir schauen uns in alle Richtungen um. Ich denke das Wichtigste ist, dass der potentielle Investor unseren Service und die soziale Komponente dabei versteht. Eine Bank wird es mit unserem Geschäftsmodell wohl nicht werden.

Das sind unsere wichtigsten erreichten Meilensteine/ Erfolge …

Der Betalaunch war schon der ein enorm wichtiger Milestone. Ab diesem Punkt verändern sich die Aufgabenstellungen und auch die Arbeitsweise aller. Auf einmal machst du es nicht mehr im stillen Kämmerlein sondern hast direktes Feedback.

Das sind unsere Vision und die nächsten wichtigen Meilensteine …

Der nächste wichtige Meilenstein wird der Launch der IOS App, sowie die flächendeckende Erweiterung unseres Services in Berlin. Dann müssen wir schnell die Android Version nachschiessen und die nächste Stadt in Angriff nehmen.

Von allen Marketing- & PR-Aktionen, die wir durchgeführt haben, waren die wichtigsten…

Das ist schwer zu sagen. Am direktesten kriegen wir unsere Zielgruppe bislang mit unseren Flyern. Die sind natürlich „in your face“ formuliert und fordern eine Reaktion heraus. Gespräche mit den Restaurants und den Firmen, die wir ansprachen, haben uns auch sehr geholfen. Das ist natürlich schwer skalierbar aber doch wertvoll. Der Besuch der Web Summit 2015 war in vielerlei Hinsicht auch sehr lohnend. Die Kontakte, die wir dort gesammelt haben, werden zwar erst in Zukunft greifen aber sich einem weltweiten Publikum vorstellen zu können, war eine wichtige Massnahme.

Diese Menschen und Unternehmen haben uns wesentlich unterstützt…

  • Eine Person, die uns von Anfang an immer super mit Rat und Tipps unterstützt hat, war Daniel Eggert (objc.io/Share the Meal/Apple/Wire/Clue). Diese frühzeitige Bindung haben wir jetzt auch genutzt und ihn ins Team geholt.
  • Eine weitere Person, die mich immer wieder wichtigen Leuten vorstellt und mir in Entrepreneurial SOS Situationen hilft, ist Sebastian Thies von Nat-2.
  • Weiterer Dank gilt Jan Münnich von unserem Hoster Dotplex, der uns auch immer wieder großartig unterstützt.

So groß war das Team zum Start…

Jeremias Loock & Alex Humphreys

Stichwort Lean Startup: So haben wir unsere Zielgruppe/unser Produkt erstmal getestet …

Wir sind ja eine Startup mit dem klassischen Henne Ei Problem. Hast du keine Restaurants auf der Seite, ist es uninteressant für die Kunden. Kommen keine Kunden durch uns in den Laden, ist es uninteressant für die Restaurants. Deshalb haben wir erstmal pro Kiez getestet. Das hat sehr gut geklappt und die Resonanz war super.

Deshalb sind wir Gründer / Unternehmer …

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Jeremias: Wenn ich neue Ideen habe muss ich diese auch umsetzen. Die Freiheit die Entscheidungen in einem neuen Konzept zu bestimmen, hat mich schon immer gereizt. Das hat sich schon früh in meinem eigentlich erlernten Beruf des Film-Producers gezeigt. Die Geschicke der einzelnen Gewerke zu verknüpfen und ein großes Ganzes zu schaffen. Das ist mir wichtig. Wenn das gelingt bin ich glücklich.

Fehler: Das würden wir beim nächsten Mal anders machen …

Hört sich sehr positiv an aber mir fällt da jetzt nichts Wirkliches ein. Natürlich macht man hier und da Fehler. Diese Fehler sind aber wichtig für den internen Lernprozess. Soweit haben wir uns nichts vorzuwerfen.

Krisen? Wir haben sie gemeistert durch …

Die liegen noch vor uns. Richtige Krisen gab es noch nicht. Wir sehen der Zukunft gelassen entgegen.

So sieht unser Büro heute aus. So wünschen wir uns das zukünftig …

Unser Büro liegt in Berlin Kreuzberg und eigentlich kann das auch so bleiben. Sollten wir noch weitere Mitarbeiter einstellen, sollte es etwas ähnliches in der Nähe werden. Natürlich eher Fabriketage als Bürokomplex und bei unserem Thema wäre eine offene Küche natürlich eine schöne Sache.

Wir hätten gerne als Werbefigur, weil …

Jamie Oliver wäre da denke ich so eine Person die positiv für inspirierendes, gesundes Essen steht, was nicht unglaublich kompliziert sein muss. Er spricht unsere Zielgruppe auf der ganzen Welt an.

3 Internetseiten, ohne die wir nicht Leben & Arbeiten können…

  • Alex: www.slatestarcodex.com
  • Daniel: https://news.ycombinator.com
  • Jeremias: http://techcrunch.com/

3 Mobile Apps, ohne die wir nicht mehr Leben & Arbeiten können …

  • Alex: anki
  • Daniel: Slack
  • Jeremias: cantinio.com

3 Leute, denen wir regelmäßig auf Twitter/LinkedIn/Facebook folgen …

3 Bücher, die man als Gründer unbedingt gelesen haben sollte …

  • Alex: Ursula Le Guin „Dispossessed“
  • Daniel: Paul Hawken “Growing a Business“
  • Jeremias: Eric Ries „The Lean Startup“

Überblick Unternehmensdaten Cantinio:

Name: Cantinio.com / Loock & Humphreys GbR
Logo: cantinio-logo
Gründungsdatum: Mitte 2014
Gesellschaftsform (heute/angestrebt): Momentan operieren wir als GbR, aber eine Ltd. ist in Vorbereitung.
Gründer: Jeremias Loock (CEO), Alex Humphreys (CTO), Daniel Eggert (Senior Tech Advisor)
Kooperationen: Wir sind gerade erst eine Kooperation mit Letsmake.com eingegangen. Das ist eine Plattform für die Vermietung von professionellen Küchen. Es gibt eine weitere vielversprechende Kooperation, an der wir arbeiten. Es ist allerdings zu früh darüber zu reden.
Website: www.cantinio.com
Firmensitz: Der Firmensitz ist in Berlin/Kreuzberg.
Social Media: facebooktwittergoogleplus-redInstagram_Icon_Large

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