Gründerstory tift: Digitale Personalplanung für Alle

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tift macht Mitarbeiter und Personalplaner glücklich. Sagen die vier selbstbewussten Gründer des Startups, das Dienstpläne zum Kinderspiel machen will. Wie man ein Unternehmen aus vier verschiedenen Ecken Deutschlands aufbaut und eine „Remote-Unternehmenskultur“ pflegt, erfahrt ihr in unserem neuen Portrait unserer Reihe von Gründerstories.

Name: tift GmbH Startup aus: (fast) überall Gegründet: 2015 Webseite: www.tiftapp.com

Tift: Das ist unser Produkt


Wir machen Mitarbeiter und Personalplaner glücklich. Mit tift können Dienstpläne auf Knopfdruck automatisch erstellt werden. Wir bauen einen Webservice, der Schichten online planbar macht und über Apps Absprachen koordiniert. Unser Algorithmus beachtet dabei alle unternehmerischen Einschränkungen, Gesetze und Wünsche der Mitarbeiter. Unsere Wettbewerber bieten auch Online-Dienstplanung an. Dabei dürfen sich die Mitarbeiter selbst organisieren und die Zeit für die Dienstplanung aufbringen. Wir konnten im Oktober die erste Version von tift vorstellen und bedienen im ersten Schritt die (System-)Gastronomie.

So kam uns die Idee…

Mit der Idee von tift tragen wir uns seit 2013 schwanger. Im Oktober 2014 sind wir mit dem EXIST Stipendium gestartet und haben im Februar 2015 gegründet – so eine richtige GmbH. Derzeit stehen wir mit Julian Peters, Christian Schuhmann, Julien Weiler und Christoph Bresler als vier Gründer und Geschäftsführer auf eigenen Beinen und nutzten bis September das Stipendium EXIST. Zum neuen Jahr werden wir mit Business Angels zusammenarbeiten und die Rakete starten lassen.

Die Freundin einer unserer Gründer weinte fast, als sie von ihrer Arbeit erzählte. Sie arbeitet im Einzelhandel und beschwerte sich über nerviges Eintragen von Wünschen und unfairer Dienstverteilung bei der Planung des Personals. „Könnt ihr da nicht mal was Digitales machen.“ Klar können wir, dachten wir uns und haben noch im Studium recherchiert. Den Markt, den Wettbewerb, Chancen und Risiken haben wir bewertet und hatten das Gefühl, da ist noch viel Potential. Die Idee haben wir durch das Studium getragen und dabei die ersten Gespräche mit potentiellen Kunden geführt.

So wurde aus der Geschäftsidee ein Unternehmen …

Die Bachelorarbeit stand an und dabei dachten wir an unsere Zukunft. Gründen wollten wir alle und die Idee hatten wir auch. Parallel zur Abschlussarbeit haben wir unsere Idee beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eingereicht und EXIST beantragt. „Wenn das klappt, dann machen wir es”, war die Aussage. Nach nur zwei Monaten im August 2014 stand fest, wir bekommen EXIST und wir starten Vollzeit durch. Im Februar haben wir uns dann auch notariell festgelegt.

Jede Firma braucht einen Namen – Tift fanden wir so …

Wir halten uns für kreativ, weil wir Multimedia Design studiert haben. Deswegen haben wir lustige Kreativtechniken angewandt. Darüber habe ich auch in unserem Blog geschrieben. Julian und ich haben uns hingesetzt und zwei Stunden mit Worten um uns geschmissen, Karten geschnitten und Wortneuschöpfungen erarbeitet. Die letzte Frage war dann: “Was tun wir eigentlich genau?” – “Wir schenken Zeit.” Aus einem englischen Slogan „Because time is a gift” wurde dann die Kombination „tift – Weil Zeit ein Geschenk ist“. Das war wenig besetzt, in kulturellen Kontexten kein negativ besetzter Begriff und ist prägnant. Für uns war es das einfach. Wir wussten dieses Wort kann uns begleiten und bislang fahren wir damit sehr gut.

Das Startkapital haben wir erwirtschaftet, indem wir…

Indem wir EXIST beantragt haben. Für die erste Finanzierungsrunde sind wir über Events vom Neuen Unternehmertum Rheinland und der Gründerregion Aachen an potentielle Investoren gekommen.

Venture Finanzierung: Das haben wir vor…

Wir haben unsere Idee gepitcht. Ein bisschen Geld und Know-How durfte es dann aber doch noch sein. Das hat uns dazu gebracht, persönlich Personen anzusprechen und uns über Angel-Netzwerke vorzustellen. Den Bankenweg wollen wir vorerst meiden. Eine erste Runde wollen wir über mehrere Privatinvestoren fahren. Wir freuen uns auf neue Energie und Leidenschaft von Außen mit Personen, die Expertise und Erfahrung mitbringen.

Das sind unsere wichtigsten erreichten Meilensteine/ Erfolge …

Die private Beta war seit Mai im Test. Im März und April 2015 konnten wir beim Neuen Unternehmertum Rheinland e. V. und beim AC Quadrat Businessplan-Wettbewerb in Köln und Aachen die Hauptpreise in den ersten Stufen gewinnen. Im Juni warten wir in beiden Wettbewerben im Finale unter den TOP 10. Seit September haben wir Momo unseren Mathematiker mit an Board. Er ist ein wichtiger Teil in unserem (Entwickler-)Team. Den Markteintritt haben wir im Oktober geschafft und bespielen den ersten Markt. Anfang November hat uns die Jury des Nachwuchspreises neue Medien ausgezeichnet.

Das sind unsere Vision und die nächsten wichtigen Meilensteine …

Wir möchten die Arbeit zur Personalplanung automatisieren und damit Mitarbeiter gleichzeitig zufriedener machen. Wir wollen Technologie entwickeln, die den Nutzer begeistert. Im neuen Jahr wollen wir mit Investoren durchstarten und und den Vertrieb auf Kurs bringen. Mittelfristig sehen wir uns in einem Team mit etwa 20 Leuten, die digitale und wirtschaftliche Faxen machen.

Von allen Marketing- & PR -Aktionen, die wir durchgeführt haben, waren die besten/wichtigsten …

Die Fachpresse der Zielgruppe, wie Gastronomie-Magazine – Da merkt man eine direkte und effektive Rückmeldung. Die Events haben uns einiges an Berichten, Aufmerksamkeit und Kontakten beschert. Die waren ein wichtiger Teil unserer Startphase. Facebook bringt uns Reichweite, aber noch nicht zielgruppeneffizient genug. Daran sollten wir arbeiten.

Diese Menschen und Unternehmen haben uns wesentlich unterstützt…

Die IHK Aachen, die AGIT in Aachen, die IHK in Düsseldorf, die Gründerregion Aachen, das Neue Unternehmertum Rheinland aus Köln, die RWTH und das Gründerzentrum der selbigen und die FH Aachen. Dazu einige Pilotkunden, die uns intensiv Feedback gegeben haben und sich immer wieder mit uns auch über TeamViewer zusammengesetzt haben. Der Kunde im Restaurant und ich im Coworking-Space bei einer Videokonferenz. Das sind unvergessliche Moment.

So groß war das Team zum Start…

Wir waren von Anfang an vier Gründer und so ist es bisher auch geblieben. Dazu kommen jetzt der Momo und eine unserer Bachelorantinnen, die uns im Vertrieb unterstützt.

Stichwort Lean Startup: So haben wir unsere Zielgruppe/unser Produkt erstmal getestet …

Wir sind mit einem Keynote-Prototypen rausgegangen. Dabei haben wir zu dem Zeitpunkt sehr aufwändig und zu detailverliebt Entwüfe mit der App „Sketch“ gebaut und mit Keynote animiert. Wir sind damit zu den Gastronomen rein und haben uns Feedback eingeholt. Nach den ersten beiden Quartalen haben wir aber die eigentliche Idee von Lean Startup noch besser verstanden. Wir haben versucht noch mehr den Mehrwert zu liefern, ohne schon eine gesamte Webapp zu entwickeln. Wir wollten die Schichtplanung übernehmen, also haben wir tatsächlich anfangs einfach nur die Pläne berechnet und als Excel an unsere Kunden gegeben. Auch das hat in kleiner Runde funktioniert. Wenn wir zurückblicken, hätten wir das Lean-Konzept noch viel konsequenter fahren können. Man könnte früher Umsätze machen und sein Konzept auf Tauglichkeit testen, wenn man sich nur auf den Wert beschränkt und versucht seine Kernkompetenz so schlank wie möglich umzusetzen. Aber man lernt ja bekanntlich erst was man gelernt hat, wenn man es erstmal falsch gemacht hat.

Deshalb sind wir Gründer / Unternehmer …

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Weil wir gerne alles in Frage stellen, gerne Themen anpacken, die uns Freude bereiten und weil es uns aus der Komfortzone holt. Weil man Menschen begegnet, die unfassbar viel positive Energie haben und das eigene Leben bereichern.

Fehler: Das würden wir beim nächsten Mal anders machen …

Wir würden zudem das Minimal viable product so wirklich als MVP umsetzen und viel früher am direkten Kundennutzen ansetzen. Manchmal waren wir einfach zu perfektionistisch und damit zu langsam.

Krisen? Wir haben sie gemeistert durch …

Durch viel Reflexion, Herunterschrauben des Egos und regelmäßigem Austausch. Wir arbeiten nach SCRUM und jede zweite Woche reflektieren wir unsere Arbeit, unseren Umgang mit dem Team und den Prozess. Wenn wir uns selbst auf die Nerven gegangen sind, haben wir zusammen erfasst, woher das kam und wie wir es beseitigen. Wir haben ein Manifest aufgestellt, mit dem wir unsere gemeinsamen Werte definiert haben. Wir wissen, dass wir das gleiche Interesse und Ziel haben und damit lösen wir Krisen bevor sie entstehen.

So sieht unser Büro heute aus. So wünschen wir uns das zukünftig …

Uns findet man derzeit in Düsseldorf, Dinslaken, Aachen und Berlin. Wie das mit nur vier Mann geht? Drei der vier meinten mit ihren Frauen zusammenziehen zu müssen. Jetzt haben wir eine lebendige Remote-Kultur mit „Daily Videokonferenzen“ nach SCRUM. Offiziell haben wir in Düsseldorf gegründet.

Christoph ist derzeit der Einzige, der in einem Büro arbeitet. Die anderen sind im Home-Office. Natürlich wünschen wir uns ein Office im Stile eines großen Kreativraums wie Soundcloud, die Wunderkinder und andere Startup-Vorbilder.

3 Internetseiten, ohne die wir nicht Leben & Arbeiten können…

  • Designer News
  • Google
  • Xing

3 Mobile Apps, ohne die wir nicht mehr Leben & Arbeiten können …

  • Spotify
  • Reminder
  • Duolingo

3 Leute, denen wir regelmäßig auf Twitter/LinkedIn/Facebook folgen …

3 Bücher, die man als Gründer unbedingt gelesen haben sollte …

  • „How to win friends and influence people“ von Dale Carnegie
  • „From Zero to One“ von Peter Thiel
  • „Getting Things Done“ von David Allen

Überblick Unternehmensdaten Tift:

Name: tift GmbH
Logo:  tift-logo
Gründungsdatum: 14. Februar 2015
Gesellschaftsform (heute/angestrebt): GmbH
Gründer: Julian Peters, Christian Schuhmann, Julien Weiler und Christoph Bresler
Team: Vier geschäftsführende Gesellschafter, zwei studentische Aushilfen.
Website: www.tiftapp.com
Firmensitz: Düsseldorf Hauptsitz, Berlin, Aachen, Dinslaken und Frankfurt, wir arbeiten remote.
Social Media: facebooktwittergoogleplus-redInstagram_Icon_Large

 

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