Work-Life-Balance: Erreichbarkeit in den Weihnachtsferien nimmt seit Corona ab

Die Zahl derer, die am Jahresende trotz Urlaubs erreichbar sind, ist innerhalb von zwei Jahren von 71 auf 53 Prozent gesunken. Die meisten von ihnen gehen ans Telefon, checken ihre Messenger-Nachrichten oder E-Mails.

Besinnlichkeit, Erholung, Abschalten – über Weihnachten und zwischen den Jahren suchen Menschen vermehrt Abstand von der Arbeit. So sind in diesem Jahr etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Berufstätigen an den Feiertagen auch dann dienstlich erreichbar, wenn sie Urlaub haben – im Vorjahr waren es noch 61 Prozent, 2019 sogar 71 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren, darunter 412 Berufstätige, die in diesem Zeitraum Urlaub haben. Demnach sind Männer mit 59 Prozent häufiger erreichbar als Frauen mit 48 Prozent und Berufstätige zwischen 50 und 64 Jahren mit 60 Prozent eher als die unter 30-Jährigen mit 34 Prozent.

Bei Tätigkeiten, die im Homeoffice ausgeführt werden, kommt eine dienstliche Erreichbarkeit im Weihnachtsurlaub häufiger vor: So sind fast zwei Drittel (64 Prozent) der Berufstätigen, die teilweise oder vollständig im Homeoffice arbeiten, zwischen den Jahren erreichbar – aber nur die Hälfte (50 Prozent) derjenigen, die ausschließlich vor Ort bei ihrem Arbeitgeber tätig sind. „Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen vor allem dort, wo der Arbeitsplatz nur wenige Meter von der eigenen Couch entfernt ist“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist jedoch für das eigene Wohlbefinden und auch für eine gute Arbeitsleistung wichtig – im zweiten Jahr der Corona-Pandemie gilt das für viele Menschen offenbar umso mehr. Arbeitgeber sollten dafür die nötigen Voraussetzungen schaffen, indem sie klare Regeln zur Erreichbarkeit kommunizieren und während der Urlaubszeiten funktionierende Vertretungslösungen organisieren, gerade auch zum Jahreswechsel.“

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die während des Weihnachtsurlaubs erreichbar sind, wollen damit vor allem die Erwartungen anderer erfüllen. So meint über die Hälfte (55 Prozent) von ihnen, dass ihre Vorgesetzten dies erwarten würden. 48 Prozent sind wegen ihrer Kolleginnen und Kollegen ansprechbar. Etwa ein Drittel (32 Prozent) steht für Kundinnen und Kunden zur Verfügung. 18 Prozent haben den Anspruch an sich selbst, auch im Urlaub dienstlich erreichbar zu sein.

Telefon, E-Mail, Videoanruf – aus dem Weihnachtsurlaub sind die Berufstätigen auf vielen Wegen ansprechbar: 53 Prozent können per Telefon kontaktiert werden – das sind alle, die angeben, grundsätzlich erreichbar zu sein. Etwas weniger schauen in ihren Messenger (50 Prozent) oder ins E-Mail-Postfach (45 Prozent). Mehr als ein Drittel (36 Prozent) nimmt sogar Videoanrufe im Weihnachtsurlaub entgegen. SMS empfängt jede oder jeder Sechste (17 Prozent).

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