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Dis­ser­ta­ti­on beweist: Ein­zel­kauf­leu­te brau­chen weder Buch­füh­rung noch Jahresabschluss

Im Jahr 2009 hat der deut­sche Gesetz­ge­ber mit dem Bilanz­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz bestimm­te Unter­neh­men (Ein­zel­kauf­leu­te) von der Pflicht zur Buch­füh­rung und Jah­res­ab­schluss­erstel­lung befreit. Offen bleibt die Fra­ge, wie sinn­voll das ist und ob es funk­tio­nie­ren kann. Der Dok­to­rand Chris­ti­an Horn sagt ja.

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Im Jahr 2009 hat der deut­sche Gesetz­ge­ber mit dem Bilanz­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz (Bil­MoG) bestimm­te Unter­neh­men (Ein­zel­kauf­leu­te) von der Pflicht zur Buch­füh­rung und Jah­res­ab­schluss­erstel­lung befreit. Offen bleibt die Fra­ge, wie sinn­voll das ist und ob es funk­tio­nie­ren kann. An der Uni­ver­si­tät Ros­tock ging Dok­to­rand Chris­ti­an Horn die­ser Fra­ge im Rah­men sei­ner Dis­ser­ta­ti­on am Lehr­stuhl für Unter­neh­mens­rech­nung und Con­trol­ling von Prof. Dr. Peter Lor­son erst­ma­lig auf Basis empi­ri­scher Daten nach.

Die gerin­ge Auf­merk­sam­keit, die dem Buch­füh­rungs­wahl­recht in der Empi­rie bis­lang bei­ge­mes­sen wur­de, ver­wun­dert inso­fern, als dass die Wis­sen­schaft vom Gesetz­ge­ber ange­hal­ten wur­de, die Anwend­bar­keit des Buch­füh­rungs­wahl­rechts für Ein­zel­kauf­leu­te zu über­prü­fen. Daher ist die Fra­ge­stel­lung nicht nur für die täg­li­che Pra­xis der Ein­zel­kauf­leu­te, betrof­fen sind etwa 165.000, inter­es­sant, son­dern auch für den Gesetz­ge­ber und die Wissenschaft.

Wesent­li­che Erkennt­nis­se der Dis­ser­ta­ti­on sind, dass – von Ein­zel­fäl­len abge­se­hen – der Ver­zicht auf die Buch­füh­rung und Abschluss­erstel­lung für Ein­zel­kauf­leu­te emp­feh­lens­wert ist. „Hier­für spre­chen infor­ma­to­ri­sche, steu­er­li­che und finan­zi­el­le Aspek­te. Das Argu­ment, ein Jah­res­ab­schluss sei bei einer Neu­kre­dit­auf­nah­me unver­zicht­bar, konn­te nicht bestä­tigt wer­den. Zunächst sind auf­sei­ten der Ein­zel­kauf­leu­te per­sön­li­che Grün­de, wie Unwis­sen­heit, Des­in­ter­es­se, man­geln­de Zeit und feh­len­de kauf­män­ni­sche Fähig­kei­ten, dafür ver­ant­wort­lich, dass die Ein­zel­kauf­leu­te an kauf­män­ni­scher Buch­füh­rung und dem Jah­res­ab­schluss fest­hal­ten“, erklärt Chris­ti­an Horn. Dar­über hin­aus wur­de deut­lich, dass die Steu­er­be­ra­ter einen erheb­li­chen Ein­fluss auf die Ein­zel­kauf­leu­te haben. „Sie klä­ren ihre Man­dan­ten nicht hin­rei­chend auf.“ So kön­nen letzt­lich per­sön­li­che und finan­zi­el­le Inter­es­sen von Steu­er­be­ra­tern einer für die Ein­zel­kauf­leu­te opti­ma­len Lösung in Bezug auf die Buch­füh­rung im Wege stehen.

Das Buchführungswahlrecht für Einzelkaufleute: Gründe für die Inanspruchnahme gemäß §§ 241a i.V.m. 242 (4) HGB (Bilanz-, Prüfungs- und Steuerwesen, Band 32)

 

 

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