Großer Einkommens-Check: Wo Selbstständige in Deutschland am meisten verdienen – und wo am wenigsten
Steuer-App Accountable analysiert Umsatzdaten von über 30.000 Selbstständigen in Deutschland: In Rheinland-Pfalz verdient man besonders gut, im Norden besonders wenig.
Wer hat nicht schon einmal darüber nachgedacht, ein eigenes Café zu eröffnen, einen Handwerksbetrieb aufzubauen oder die eigene Expertise freiberuflich anzubieten? Die Vorstellungen davon, wie der Schritt in die Selbstständigkeit aussehen könnte, sind vielfältig. Doch eine Frage ist fast immer die gleiche: Welche Einnahmen lassen sich tatsächlich erzielen?
Eine neue Analyse der Steuer-App Accountable schafft diesbezüglich Klarheit. Auf Basis der anonymisierten Daten von mehr als 30.000 Selbstständigen zeigt sie, wie viel Selbstständige in Deutschland verdienen und wie stark die Unterschiede zwischen den Bundesländern und Branchen ausfallen. Berücksichtigt wurden ausschließlich Selbstständige, die nicht unter die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung fallen – unabhängig davon, ob sie haupt- oder nebenberuflich tätig sind.
Wo Selbstständige in Deutschland am meisten verdienen
Mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 63.142 Euro erzielen Selbstständige in Rheinland-Pfalz die höchsten Einkünfte bundesweit. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Bayern mit 61.286 Euro und Hessen mit 60.690 Euro. Auch der Stadtstaat Hamburg (54.316 Euro) und Baden-Württemberg (53.901 Euro) gehören zu den fünf Bundesländern mit den höchsten Einkünften für Selbstständige.
Darüber hinaus gibt es kein weiteres Bundesland, das über dem bundesweiten Durchschnitt von 52.631 Euro pro Jahr liegt. Mecklenburg-Vorpommern (51.561 Euro), Berlin (51.038 Euro) und Nordrhein-Westfalen (50.522 Euro) liegen aber nur knapp darunter. Die Bundesländer, in denen Selbstständige im Schnitt die niedrigsten Einkommen erzielen, sind das Saarland (31.839 Euro), Sachsen-Anhalt (31.591 Euro) und Schleswig-Holstein (31.358 Euro).
Die einkommensstärksten Berufe deutscher Selbstständiger
Im Branchenvergleich landen Immobilien- und Finanzmakler ganz vorn. Mit durchschnittlich 84.374 Euro pro Jahr liegen sie deutlich über dem bundesweiten Mittelwert und führen das Einkommensranking an. Auf den weiteren Plätzen folgen Berater, Ingenieure und IT-Fachkräfte mit durchschnittlichen Jahreseinnahmen in Höhe von 83.584 Euro sowie Handwerker mit 72.930 Euro. Die Top fünf werden komplettiert von Bauprofis, die im Schnitt Einnahmen in Höhe von 70.875 Euro erzielen, sowie Marketingfachkräfte, die jährlich 65.528 Euro erwirtschaften.
Am unteren Ende des Einkommensspektrums stehen selbstständige Haar- und Schönheitsspezialisten mit einem durchschnittlichen Einkommen von 39.330 Euro, Transport und Kurierdienste mit 38.223 Euro, Texter, Journalisten und Übersetzer mit 34.445 Euro und Künstler mit 33.056 Euro. Die geringsten Einnahmen erzielen Fotografen mit durchschnittlich 31.810 Euro pro Jahr.
„Bei all diesen Zahlen ist es wichtig zu betonen: Geld sollte nicht der einzige Maßstab sein, wenn es um die eigene Selbstständigkeit geht. Entscheidend ist vielmehr, eine Tätigkeit zu wählen, für die man wirklich brennt. Dann stellt sich wirtschaftlicher Erfolg häufig von selbst ein“, sagt Tino Keller, Gründer und Geschäftsführer von Accountable.