Weltfrauentag: Unternehmerinnen fehlt weiterhin der Zugang zu Kapital

Die Finanzierungslücke für weiblich geführte KMU ist enorm. Weltweit fehlen 1,5 Billionen US-Dollar. In Deutschland geht nur 1 Cent pro investiertem Euro an rein weibliche Teams.

Zum Internationalen Frauentag lenkt MK Global Kapital, eine auf Impact Investing in Emerging Markets spezialisierte Investmentgesellschaft aus Luxemburg, den Blick auf ein strukturelles Defizit: Unternehmerinnen weltweit fehlt der Zugang zu Kapital.

IFC, Mitglied der Weltbankgruppe, schätzt die Finanzierungslücke für von Frauen geführte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Emerging Markets auf rund 1,5 Billionen US-Dollar. Das bremst Wachstum und kostet Arbeitsplätze. Auch in Deutschland zeigen aktuelle Daten: Unternehmerinnen erhalten deutlich weniger Kapital als Unternehmer.

„Das ist kein Zufall, sondern ein strukturelles Problem“, sagt Louiza Savchenko, Chief Legal Officer von MK Global Kapital. „Und strukturelle Probleme brauchen strukturelle Antworten.“

Strukturelle Ungleichheit in Deutschland

Eine Analyse von KfW Research macht deutlich, wie ungleich das Kapital hierzulande fließt. Von jedem in Deutschland investierten Venture-Capital-Euro flossen im Jahr 2024 90 Cent an rein männliche Gründerteams. Gemischte Teams erhielten 9 Cent. Rein weibliche Teams bekamen nur 1 Cent. Im Mittelstand führen Frauen 2024 nur 14,3 Prozent der KMU. Das entspricht rund 549.000 von insgesamt etwa 3,84 Millionen KMU.

Finanzierungslücke in Emerging Markets

In Schwellenländern haben Unternehmerinnen häufig keinen verlässlichen Zugang zu Kapital. Fehlende Sicherheiten, kurze Kredithistorien – das sind Hürden, die klassische Finanzierungsmodelle nicht adressieren. Für Mikrokredite sind diese Unternehmen oft zu groß. Für Geschäftsbanken erfüllen sie häufig nicht die Mindestanforderungen. An dieser Lücke – der sogenannten Missing Middle – setzt MK Global Kapital an.

Kapital, das ankommt

Dass solche Angebote Frauen tatsächlich erreichen, belegt der Microfinance Index 2025 der Organisation 60 Decibels. Für den Index befragte 60 Decibels 24.450 Mikrofinanzkundinnen und -kunden in 39 Ländern. Rund 65 Prozent der Befragten, also 15.800 Personen, waren Frauen. Die Zahlen zeigen: Wer Finanzierungsangebote gezielt auf Unternehmerinnen ausrichtet, kommt an.

„Nicht jedes Kapital hilft gleich“, sagt Savchenko. „Es braucht verantwortungsvolle Kreditvergabe, faire Konditionen und eine Datenbasis, die zeigt, was wirklich ankommt.“

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