Frankfurt rettet die Welt: Rhein-Main wird CleanTech-Zentrum

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Paris war gestern. Auch wenn wir uns über ein paar „Weichenstellungen“ zu mehr Ökologie und Umweltschutz freuen können. Die tagtägliche Arbeit und Rettung der Welt findet andernorts statt. Zum Beispiel in Frankfurt/Main: Dort baut die Provadis Hochschule im Industriepark Höchst an einer Schaltstelle der Cleantech-Branche. Der Auftakt: Im Pitch Club FFM präsentierten sich Gründer und Startups mit ihren spannenden und grünen Ideen. Ein kleiner Rückblick:

Mobile Solarenergie, gesundes Essen auf Basis von Hafer und Bohnen, neue und ökologische Wasserkreisläufe, energieeffiziente Greifroboter und ein Ressourcen schonendes Schmiermittel – Die Startups, die beim 6. Pitch Club FFM den versammelten Investoren, der Presse und den Industrievertretern ihre Ideen und Geschäftsmodelle präsentiert haben, wollen nicht nur erfolgreich in den Markt – sie wollen auch die Welt verändern und sie ein bisschen grüner machen. In der besonderen Ausgabe des Pitch Club standen Startups aus der Cleantech-Branche, die alle im Climate-KIC Hessen Accelerator weiterentwickelt werden, im Ring und behaupteten sich erfolgreich vor den kritischen Fragen der Investoren.

Das Potenzial der Green Economy

Es gibt ihn, den Cleantech-Trend, stellt Dr. Thomas Funke, Leiter des Fachbereichs Gründung und Innovation des RKW, fest. Man muss nur genauer schauen: Während die absoluten Gründungszahlen seit Jahren sinken, steigen sie im Clean Tech Bereich (mittlerweile sind 14% der gesamten Gründungen grüne Gründungen. Auch während Google-Anfragen zu Cleantech kein bemerkenswertes Wachstum zeigen, sehe man mit „Cleantech Startups“ eine deutliche Steigerung. „Deutsche BusinessAngels sehen CleanTech als eine der Top 5 Branchen. Das Silicon Valley erhielt 2015 weltweit das meiste Risikokapital im Cleantechbereich. Im ersten Quartal 2015 gingen 32 Prozent des Gesamtvolumens im Bereich Cleantech in das Silicon Valley und damit mehr als in jede andere Region“, so Funke.

„Mit Cleantech haben wir die Chance, als Standort Frankfurt sowohl in Deutschland wie in der Welt eine Führungsrolle zu übernehmen“, sagt Prof. Dr. Hannes Utikal von der Provadis Hochschule, Leiter der Region Hessen in der EU-Initiative Climate-KIC. Auch die Provadis Hochschule selbst hat ihren Sitz im Industriepark Höchst. „Schon allein durch den zentralen Standort ist die Provadis Hochschule dazu prädestiniert, eine führende Rolle als Innovator und Träger der Gründerkultur zu übernehmen“, so Prof. Dr. Wolfgang Rams, der in der Provadis Hochschule für die inhaltliche Konzeption und Umsetzung dieses Förderprogrammes zuständig ist.
Einen wichtigen Schritt heraus gingen die sechs internationalen Startups aus dem Climate-KIC Accelerator mit der Präsentation auf dem Pitch Club: „Unsere deutschen und finnischen Teams haben sich super präsentiert, die Entwicklungen seit dem Start sind riesig. Und: Alle Teams haben eine Finanzierung bekommen“, so Prof. Dr. Wolfgang Rams.

Die Startups aus dem 6. Pitch Club FFM im Überblick

  • Im Pitch Club angetreten ist das finnische Startup Masar, ein smartes Energieunternehmen mit Fokus auf den Markt im Nahen Osten und in Nordafrika. Masar stellt mobile Energieeinheiten zur Verfügung, bietet Solarstrom-Anlagen sowie intelligente Energiedienstleistungen, großflächigen WLAN und EV-Charging-Stationen. Das Startup wurde mehrfach ausgezeichnet und nimmt an dem Climate-KIC Accelerator Hessen Programm teil.
  • Ein ganz ähnliches Produkt bietet das deutsche Startup Wasserturm Invest GmbH: Unter dem Label „Afrika Greentech“ installiert es mobile Solarkraftwerke. Wie in einem Accelerator Synergien entstehen, zeigen diese beiden Startups: Sie haben gegenseitig Anteile gezeichnet.
  • Ebenfalls dabei: Die etaOpt GmbH, ein deutsches Startup und ebenfalls Teilnehmer des Climate-KIC Accelerator Hessen. Es bietet ein selbst entwickeltes Greifmodul, das die traditionellen Druckluft-Greifroboter ersetzen soll. Und spart damit viel Energie, Lärm und Investitionen ein.
  • Danach präsentierte sich die Owa-Zone Oulu Wasser Allianz Ltd, ein Projekt für geschlossene Wassersysteme und die Nutzung des daraus entstehenden Abfalles. Das Startup aus Finnland will seine innovative Technologie vor allem für Bergwerke anbieten.
  • Das ebenfalls aus Finnland stammende Startup Gold & Green Foods Ltd hat sich auf das wachsende Geschäft mit nachhaltigen Nahrungsmittel spezialisiert: Seit dem 2. Quartal 2015 produziert es leckeres Essen auf Basis von Hafer und Bohnen.
  • Aus Deutschland kommt iiMES – es entwickelt ein hochwirksames Gleit- und Schmiermittel zur Korrosionsreduktion und Ressourcenschonung in unterschiedlichen Industriezweigen. iiMES ist genauso Teil des Climate-KIC Accelerator Hessen 2015 Programmes wie die vorherigen Startups.
  • Ebenfalls gepitched hat die Wärme und Strom GmbH – sie projektiert, finanziert und betreibt effiziente Energieanlagen.
  • Die ReCyTec AG, ebenfalls im Pitch, rettet wichtige Rohstoffe wie Gold aus Abfällen und geht mit ihrer innovativen Technologie dabei sehr präzise vor.
  • Bettervest ist die erste Crowdinvesting-Plattform, auf der Investoren in Energieeffizienzprojekte von Unternehmen, Sozialträgern, Vereinen und Kommunen investieren können und dafür an den erzielten Einsparungen beteiligt werden.
  • Ebenfalls im Pitch: die GreenTech Capital Partners mit dem Joint Venture ARED. Das innovative Geschäftskonzept, welches den afrikanischen Markt für digitale Kommunikation revolutionieren kann, ist auch bei den Investoren sehr gut angekommen. Und, so Managing Partner bei GreenTech Thomas Festerling: „Zusätzlich konnten wir viele Kontakte für potentielle strategische Partnerschaften knüpfen.“

Synergien made in Frankfurt/Main

„Den Pitch Club FFM goes Cleantech können wir als vollen Erfolg verbuchen. Unsere Zusammenarbeit mit dem KIC-Climate Accelerator und der Provadis Hochschule der Industrie verlief reibungslos und sehr effizient. Die Startups haben einen fantastischen Job gemacht und auch die Investoren waren nach erster Resonsnaz hellauf begeistert. Wir freuen uns, einen Beitrag zum Aufbau eines erfolgreichen Ökosystem Rhein-Main beitragen zu können und bedanken uns bei unseren Partnern und Sponsoren“, so Pitch Club Veranstalter Stefan Maas.

So sehen es auch die Unterstützer des Pitch Club: „Wir unterstützen den Pitch Club bereits seit langem als Sponsor und die heutige Veranstaltung war ein weiteres Highlight, was die Qualität der Startups angeht. Auch die Investoren haben den Kandidaten wieder streng auf den Zahn gefühlt und es hat sich dabei erneut gezeigt, dass sich die Frankfurter Startup-Szene nicht verstecken muss – und das nicht nur im Fintech, sondern gerade auch im Bereich Cleantech“, so Dr. Gesine von der Groeben, Rechtsanwältin der Kanzlei BEITEN BURKHARDT.

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