Stu­die: Macht googeln mit Smart­pho­ne dumm?

Wie hieß noch gleich der Schau­spie­ler von „Kap der Angst“? Was ist ein Akro­nym? Und wie heißt die Haup­stadt von Gha­na? Heu­te greift jeder sofort zum Smart­pho­ne, um die­se und ande­re Fra­gen schnell zu beant­wor­ten. Dem mobi­len Inter­net sei dank! Ist das so? Eine kana­di­sche Stu­die scheint zu bewei­sen: Smart­pho­ne-Nut­zung macht denk­faul. Wer häu­fig googelt, ris­kiert sei­ne Intel­li­genz. Oder doch nicht?

Wie hieß noch gleich der Schau­spie­ler von „Kap der Angst“? Was ist ein Akro­nym? Und wie heißt die Haup­stadt von Gha­na? Heu­te greift jeder sofort zum Smart­pho­ne, um die­se und ande­re Fra­gen schnell zu beant­wor­ten. Dem mobi­len Inter­net sei dank! Ist das so? Eine kana­di­sche Stu­die scheint zu bewei­sen: Smart­pho­ne-Nut­zung macht denk­faul. Wer häu­fig googelt, ris­kiert sei­ne Intelligenz.

Sinkt der Intel­li­genz­quo­ti­ent also mit jeder Goog­le-Suche? So ger­ne man­che glau­ben möch­ten, dass das Smart­pho­ne denk­faul macht oder gar in die digi­ta­le Demenz treibt – die kana­di­sche Stu­die zeigt das nicht.

Die genaue­re Betrach­tung ergibt: In der Inter­net-Stu­die wur­den Erwach­se­ne in Kana­da befragt, ob sie ein Smart­pho­ne besit­zen und wenn ja, wie viel Zeit sie damit in Such­ma­schi­nen wie Goog­le, in sozia­len Netz­wer­ken wie Face­book und mit Enter­tain­ment-Apps wie Video­spie­len ver­brin­gen. Zudem muss­ten die Teil­neh­mer logi­sche Denkauf­ga­ben lösen.

Das Ergeb­nis: Im logi­schen Den­ken bestand kein Unter­schied zwi­schen jenen, die ein Smart­pho­ne besa­ßen, und jenen, die kei­nes hat­ten; kein Unter­schied zwi­schen jenen, die mit ihrem Smart­pho­ne viel Zeit in sozia­len Netz­wer­ken ver­brach­ten, und jenen, die das nicht taten; und auch kein Unter­schied zwi­schen jenen, die viel Zeit mit Enter­tain­ment-Apps wie Video­spie­len ver­brach­ten, und jenen, die das nicht taten. Nur wer mehr Zeit mit Such­ma­schi­nen ver­brach­te, zeig­te nied­ri­ge­re Leis­tun­gen bei den Denkaufgaben.

Macht also der aus­gie­bi­ge Ein­satz von Such­ma­schi­nen denk­faul oder gar weni­ger intel­li­gent? Nein, hier liegt ein klas­si­scher Denk­feh­ler vor: aus einer Kor­re­la­ti­on kann man nicht auf Kau­sa­li­tät (auf die Ursa­che) schlie­ßen – aus dem Umstand, dass die Gebur­ten­ra­te dort höher ist, wo es mehr Stör­che gibt, folgt eben nicht, dass die Kin­der vom Storch gebracht wer­den. Eben­so wenig kann man aus die­ser Stu­die schlie­ßen, dass der inten­si­ve Ein­satz von Such­ma­schi­nen auf dem Smart­pho­ne die logi­schen Denk­leis­tun­gen beein­träch­tigt oder dass man logi­scher denkt, wenn man weni­ger oft sucht. Viel­leicht ver­läuft die Kau­sal­rich­tung genau anders her­um: Ins­be­son­de­re Denk­fau­le oder Per­so­nen mit einer gerin­ge­ren All­ge­mein­bil­dung grei­fen eher auf Such­ma­schi­nen zurück.

Dass die ver­mu­te­te ursäch­li­che Bezie­hung sogar eher unwahr­schein­lich ist, ergibt sich aus einem ande­ren Ergeb­nis der Stu­die. Wenn googeln mit dem Smart­pho­ne das logi­sche Den­ken schwä­chen wür­de, dann müss­ten jene Erwach­se­ne, die kein Smart­pho­ne besit­zen, die bes­ten Leis­tun­gen erzie­len. Aber die­se Grup­pe unter­schei­det sich über­haupt nicht von den anderen.

Die Auto­ren der Stu­die sind vor­sich­tig mit kau­sa­len Behaup­tun­gen; sie wis­sen nicht, wie der Zusam­men­hang zu deu­ten ist. Die wirk­li­che Erkennt­nis ist viel­leicht eine ande­re: Man braucht kein Smart­pho­ne, um denk­faul zu wer­den – die Ver­wechs­lung von Kor­re­la­ti­on mit Kau­sa­li­tät ist das bes­te Beispiel.

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