Gründungsmonitor 2026: Selbstständigkeit in Deutschland steigt deutlich – vor allem im Nebenerwerb
In Deutschland wird wieder deutlich mehr gegründet – das Gründungsgeschehen wird zunehmend von Flexibilität, digitalen Geschäftsmodellen und jungen Gründenden geprägt.
Die Gründungstätigkeit in Deutschland hat im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Insgesamt machten sich rund 690.000 Personen selbstständig – ein spürbarer Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Besonders dynamisch entwickelte sich dabei der Nebenerwerb, der inzwischen einen Großteil der Gründungen ausmacht. Diese beliefen sich 2025 auf rund 483.000 Gründungen und übertrafen damit die 206.000 Vollerwerbsgründungen deutlich. Ihr Anteil lag damit bei 70 Prozent – ein bislang unerreichter Wert.
Auch hybride Gründungen spielen weiterhin eine große Rolle. 70 Prozent der Gründenden waren vor der Gründung abhängig beschäftigt, und gut vier von zehn führen ihr Angestelltenverhältnis auch nach dem Schritt in die Selbstständigkeit fort.
Anteil junger Selbstständiger steigt weiter
Ein weiteres Ergebnis des KfW-Gründungsmonitors 2026 ist die fortschreitende Verjüngung der Gründerlandschaft. Im Vergleich zum Vorjahr sank das Durchschnittsalter 2026 leicht von 34,4 auf 34,2 Jahre. Der Anteil junger Selbstständiger steigt weiter, viele starten bereits während des Studiums.
Gleichzeitig nimmt die Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle weiter zu: 44 Prozent der Gründungen setzen auf digitale Angebote, bei denen Kundinnen und Kunden digitale Technologien zur Nutzung benötigen. Digitalisierung senkt dabei Markteintrittsbarrieren und eröffnet zunehmend neue Geschäftschancen.
Die KfW sieht in der Entwicklung gemischte Signale für das Gründungsgeschehen im Jahr 2026. Während die hohe Zahl an Nebenerwerbsgründungen auf eine breite Gründungsbereitschaft hindeutet, bleibt die Dynamik im Vollerwerb stabil. Insgesamt zeichnet der Monitor ein Bild eines robusten, aber strukturell veränderten Gründungsgeschehens in Deutschland, das zunehmend von Flexibilität, digitalen Geschäftsmodellen und jungen Gründenden geprägt ist.
Weitere zentrale Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors 2026:
- Gründerinnen: Der Anteil der Gründerinnen lag 2025 bei 35 Prozent, einen Prozentpunkt niedriger als 2024 – und unter dem langjährigen Durchschnitt von 39 Prozent. Der Rückgang resultierte maßgeblich aus den Vollerwerbsgründungen, bei denen der Gründerinnenanteil von 33 Prozent auf 27 Prozent einknickte. Bei den Nebenerwerbsgründungen blieb der Gründerinnenanteil stabil zum Vorjahr bei 38 Prozent.
- Menschen mit Einwanderungsgeschichte: 34 Prozent der Gründerinnen und Gründer im Jahr 2025 hatten eine Einwanderungsgeschichte. Das heißt, sie selbst oder beide Elternteile sind seit 1950 nach Deutschland eingewandert. Damit gründeten Personen mit Einwanderungshistorie relativ zu ihrem Bevölkerungsanteil überproportional häufig.
- Digitalisierung: Im Jahr 2025 bauten 44 Prozent der Existenzgründungen auf digitale Angebote – ein neuer Rekordwert. Kundinnen und Kunden müssen also digitale Technologien einsetzen, um die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens nutzen zu können. Ein Jahr zuvor waren es 36 Prozent. Der Trend zu digitalen Angeboten nimmt seit Jahren kontinuierlich zu.
- Gründungsform: 86 Prozent der Gründungen waren Neugründungen. Derivative Gründungen, also Existenzgründungen, die auf bereits bestehenden Unternehmen aufbauen, waren mit 14 Prozent dementsprechend selten.