München führt bei Startup-Dichte und Finanzierung

Bayern Startup und Scaleup Monitor 2026: Bayern führt bei Startup-Aktivität und Neugründungen. München ist auf Augenhöhe mit dem Startup-Hotspot Berlin und führend bei DeepTech und Defense.

Der Bayern Startup und Scaleup Monitor 2026 (PDF-Download) zeigt: Während die deutsche Wirtschaft insgesamt weiter unter fehlender Wachstumsdynamik leidet, sind Startups die Treiber der Erneuerung. Dabei sorgt Bayern und insbesondere der Hotspot München dafür, dass Deutschland hier international den Anschluss hält.

Startup-Aktivität in Bayern entwickelt sich überdurchschnittlich

Im Freistaat wurden 2025 785 Start-ups neu gegründet – das macht mehr als ein Fünftel der bundesweiten Aktivität aus (3.568 Neugründungen) und liegt mit einer Steigerung von 46 % deutlich über dem Wert im Vorjahr (538). Damit ist Bayern nicht nur bei den Neugründungen vorn, sondern mit 4.406 Unternehmen auch bei der Aktivität insgesamt. Mit 33,3 Startups und Scaleups pro 100.000 Einwohner*innen ist Bayern unter den Bundesländern mit Abstand das stärkste Flächenland.

„Die deutsche Wirtschaft steht unter enormem Druck […]. Start-ups sind in dieser Situation kein Nice-to-Have, sondern ein entscheidender Motor für Innovation, neue Industrien und nachhaltiges Wachstum. […] Umso wichtiger sind starke Ökosysteme wie in Bayern und dynamische Standorte wie München. Sie zeigen, wie Zukunft entsteht: an der Schnittstelle zwischen exzellenter Forschung und unternehmerischem Mut”, sagt Heike Freund, COO von Marvel Fusion und Vorstandsmitglied des Startup-Verbands.

München ist auf Augenhöhe mit dem Hotspot Berlin

Beim Blick auf die Aktivität in den bayerischen Städten und Landkreisen zeigt sich, dass München und Umgebung mit aktuell 2.445 jungen Wachstumsunternehmen klar das Zentrum bilden. München hat sich damit neben Berlin zum zweiten deutschen Startup-Hotspot entwickelt. Neben München und Umgebung prägen vor allem die Regionen Nürnberg (319 Startups), Augsburg (125), Regensburg (104) und Würzburg (82) das bayerische Ökosystem.

Im Bereich Finanzierung überholt München erstmals die Hauptstadt: 2025 wurden in der Region München 2,7 Mrd. Euro investiert, gegenüber 2,4 Mrd. in der Metropolregion Berlin. Entsprechend kann München zahlreiche Wachstumserfolge vorweisen und holt mit 10 Unicorns auch hier gegenüber Berlin auf (aktuell 17 Startups mit einer Bewertung von min. 1 Mrd.). In München sind mit Celonis und Helsing zwei der insgesamt drei deutschen Decacorns – also Scaleups mit einer Bewertung von mindestens 10 Milliarden Euro – ansässig.

Hochschulen sind Innovationsmotor – Internationalität noch ausbaufähig

Bayerns Innovationskraft ist eng mit der Stärke in Wissenschaft und Forschung verbunden: Mit 55 % hochschulnah gegründeten Startups liegt der Freistaat über dem Bundesschnitt und bringt besonders viele Unternehmen in strategisch wichtigen Technologiefeldern hervor. Besonders dynamisch entwickelt sich der Defense-Sektor. 2025 flossen mehr als eine Milliarde Euro an deutsche Defense-Startups und -Scaleups, ein Großteil davon nach München. Damit setzt Bayern europaweit Maßstäbe und positioniert sich als führender Standort für sicherheitsrelevante Schlüsseltechnologien.

Um als Startup- und Scaleup-Standort auch im internationalen Vergleich weiter aufzusteigen, müssen Wachstum und Finanzierung der Entwicklungsfokus bleiben. So zeigt der Vergleich mit den Top-Standorten Bay Area (7,5 %) oder Boston (4,0 %) aber auch London (2,3 %) oder Paris (2,0 %), dass München (1,3 %) bei Startup-Investitionen anteilig an der Wirtschaftsleistung noch aufholen muss.

Mit dem Wachstum eng verbunden sind auch die Arbeitskultur und Internationalität: Bereits heute stammen 42 % der Beschäftigten in Münchener Startups und Scaleups aus dem Ausland – doch während in Berlin bereits in 67 % der Unternehmen Englisch erste Arbeitssprache ist, liegt dieser Wert in München nur bei 46 %. Hier gilt es, sich deutlich internationaler aufzustellen, um auch im Bereich Talente ganz oben mitzuspielen.

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