Immer mehr gemeinnützige GmbHs gegründet

Immer mehr Organisationen im Dritten Sektor sind als gemeinnützige GmbHs (gGmbHs) tätig. In den Großstädten Berlin und Hamburg ist ihre Zahl von 2011 bis 2013 um 29 Prozent beziehungsweise 17 Prozent gestiegen.

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Immer mehr Organisationen im Dritten Sektor sind als gemeinnützige GmbHs (gGmbHs) tätig. In den Großstädten Berlin und Hamburg ist ihre Zahl von 2011 bis 2013 um 29 Prozent beziehungsweise 17 Prozent gestiegen.

Etwa jeder Dritte der circa 2,6 Millionen Beschäftigten in gemeinnützigen Organisationen arbeitet inzwischen in einer gGmbH. Den Stand der Entwicklung der neuen Organisationsform für soziale Dienstleister – in der Bildung, Erziehung, im Gesundheitswesen und der Kinderbetreuung – beschreibt Patrick Droß vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in einer neuen Studie.

Auch in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es zweistellige Zuwachszahlen. „Grund für den Boom der gGmbHs ist die stärkere Marktorientierung des gemeinnützigen Sektors“, sagt Patrick Droß von der WZB-Projektgruppe Zivilengagement. Immer mehr gehe es darum, professionelle Dienstleistungen auch im sozialen Bereich im Wettbewerb mit anderen Anbietern kostengünstig und effizient zu erbringen. Rund 75 Prozent aller unternehmerischen Dritte-Sektor-Organisationen befinden sich in der Freien Wohlfahrtspflege – in den Bereichen Soziales, Bildung und im Gesundheitswesen.

Die gGmbH als innovative Mischform aus privatwirtschaftlichem Unternehmen und Dritter-Sektor-Organisation gilt gegenüber dem Verein als flexiblere und schlankere Alternative. „In ehrenamtlichen Geschäftsführungen und der Mitbestimmung durch die Mitgliederversammlung sehen die professionellen Dienstleister also immer häufiger eine Art Ballast“, macht der WZB-Forscher deutlich.

Gleichwohl sind in mehr als der Hälfte der befragten 600 gGmbHs freiwillig Engagierte aktiv, in rund 41 Prozent dieser gGmbHs ist das ehrenamtliche Engagement sogar notwendig, um den Bestand der Organisation zu sichern. Das ist zwar weit weniger als in den Vereinen (89 Prozent), aber für eine unternehmerische Organisationsform ein überraschend hohes Ergebnis.

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