Klassische Versicherer streichen Stellen – Insurtech-Startups rekrutieren immer mehr Mitarbeiter

Beim Vergleich der Personalnachfrage von Startups und etablierten Versicherungsfirmen kommen gewaltige Unterschiede zum Vorschein. Traditionelle Versicherer schreiben rund 20-mal mehr Jobs aus als Insurtechs, jedoch legt der Stellenmarkt der Startups jeden Monat mehr als doppelt so stark zu.

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Allianz, Gothaer und Ergo streichen bis zu 1.800 Stellen – Ottonova nimmt als erste digitale private Krankenkasse das Geschäft auf und das Vorzeige-Fintech N26 steigt ins Versicherungsgeschäft ein. Auf der einen Seite überschlagen sich die Negativschlagzeilen zur traditionellen Versicherungsindustrie, auf der anderen Seite scheinen junge Tech-Startups die Branche umzukrempeln und sich auf unaufhaltbarem Erfolgszug zu befinden.

Die Metajobsuchmaschine Joblift wollte es genauer wissen und prüfte den Stellenmarkt der klassischen Versicherungen sowie der Jungunternehmen – mit dem Ergebnis, dass dieser in InsurTechs rund doppelt so stark wächst. Jedoch unterscheiden sich die nachgefragten Berufsprofile nicht radikal, lediglich die Nachfrage nach kaufmännischen Ausbildungen ist bei den Startups rund zweimal geringer.

Die traditionelle Versicherungsbranche schrieb in den letzten 24 Monaten insgesamt 32.744 Jobs aus. Trotz Streichungen nahm der Stellenmarkt in diesem Zeitraum durchschnittlich vier Prozent jeden Monat zu. Insurtech-Unternehmen wiesen jedoch ein deutlich dynamischeres Wachstum auf: Sie veröffentlichten zwar nur 1.595 Stellenanzeigen, jedoch stieg die Zahl der Jobausschreibungen hier um monatlich neun Prozent an.

In Berlin entstehen dabei sechsmal so viele Insurtech-Jobs wie an Deutschlands größten Versicherungsstandorten München und Köln zusammen. Die jungen Unternehmen siedeln sich vorrangig in der Startup-Hochburg Berlin an – 65 Prozent der Stellen wurden hier veröffentlicht. Die Vormachtstellung könnte jedoch bald ins Wanken geraten – mit dem kürzlich gegründeten InsurLab soll Köln zu einem Versicherungsdrehkreuz ausgebaut werden.

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