"Leipzig erlebt eine neue Gründerzeit"

© Dominik Wolf/HHL

Zum dritten Mal in Folge und das mit wachsender Teilnehmerzahl: Deutschlands führende Gründerhochschule verbuchte mit dem 3. HHL International Investors Day in Leipzig einen Erfolg. Während des Events mit mehr als 200 internationalen Gästen kamen Gründer mit potentiellen Investoren, etablierten Unternehmen und erfolgreichen Startups in einen aktiven Austausch. Thematisch widmete sich die Veranstaltung den neuen Chancen und Herausforderungen von e-Health, e-Education, Industrie 4.0 und der Bio-Ökonomie.

HHL International Investors Day ist das Investorentreffen in Ostdeutschland

HHL-Rektor Prof. Dr. Andreas Pinkwart zog ein positives Fazit der Veranstaltung und sagte: „Unser International Investors Day hat sich mittlerweile zu dem Investorentreffen in Mittel- bzw. Ostdeutschland entwickelt. Wir sind zusammen mit den Hightech Venture Days, die im Herbst in Dresden stattfindet, die Leuchtturm-Veranstaltung für Gründer- bzw. Wachstumsfinanzierung in Mitteldeutschland. Und das ist auch dringend nötig! Wir brauchen ein Klima, in dem wir die jungen Talente mit den jungen neuen Ideen verpartnern mit Kapital auf der einen Seite und mit etablierten Unternehmen auf der anderen Seite, um unsere Wirtschaft insgesamt besser in die Zukunft führen zu können.“

Am Rande der Netzwerkveranstaltung am Vorabend des International Investors Day sagte Gründerszene-Chefredakteur Frank Schmiechen: „Startup-Deutschland besteht nicht nur aus Berlin. Auch in anderen Regionen werden junge, dynamische, digitale Firmen gegründet. Dabei muss jede Stadt ihre eigenen Vorteile ausspielen.“

Bestätigung erhielt Schmiechen von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Zur Eröffnung des 3. HHL International Investors Day sagte er: „Leipzig wächst unaufhörlich und erlebt eine neue Gründerzeit. Veranstaltungen wie der HHL International Investors Day, aber auch Institutionen wie das CEIM (Center for Entrepreneurial and Innovative Management), SMILE (Selbstmanagement-Initiative Leipzig) und die verschiedenen Hochschulen in Leipzig schaffen ein starkes Umfeld für Startups.“

Startup Sensape gewinnt HHL Best Founders Award

Im Kontext des International Investors Day wurde ein mehrstufiger internationaler Gründerwettbewerb ausgeschrieben. Gewinner des mit 2.000 Euro dotierten HHL Best Founders Award wurde das Team des Startups Sensape, das eine neuartige Technologie für interaktive Infotainmentsysteme in den Innenstädten entwickelt.

Der ebenfalls von der Gesellschaft der Freunde der HHL (GdF) gestiftete und mit 500 Euro dotierte zweite Preis ging an das Team des Startups Flynex, die einen Marktplatz für Drohnendienstleistungen anbieten. Der mit 1.500 Euro dotierte KARL-KOLLE-Preis für die beste technische Idee ging an HHL-Alumnus Konrad Sell mit seinem Unternehmen Sonovum. Die Leipziger Firma hat eine neuartige, nicht-invasive Technologie zur Hirndruckmessung sowie schnelleren und trennschärferen Diagnose von Schlaganfällen, Schädelhirntraumata und anderer neurologischer Befunde entwickelt.

Den erstmalig verliehenen und mit 500 Euro dotierten Best Bio-Based Business Award ging an das Dresdner Startup Green City Solutions. Geschäftsführer Dénes Honus sagt: „Wir werden die Siegprämie dazu nutzen, unser Patent zum aller ersten Mal zu verlängern. Beeindruckt bin ich, wie hochprofessionell der HHL International Investors Day organisiert ist und welche qualitativ hochwertige Inhalte und Sprecher hier vertreten sind.“

Investments in junge Unternehmen der Bio-Ökonomie kann sich lohnen

Innerhalb der Diskussionsrunde zur Bio-Ökonomie beschrieb Dominik Siemon von SunCoal Industries am Beispiel seines Unternehmens die Entwicklung in diesem Zukunftsmarkt: „Suncoal wurde 2007 als Bio-Energie-Startup gegründet und hat sich seit dem in ein veritables Bio-Chemie-Unternehmen verwandelt. Aufgrund der stark fallenden Preise von CO2-Zertifikaten mussten wir unser Geschäftsmodell radikal verändern. 2020 werden wir unsere erste Industrie-Fabrik eröffnen. Wir können fossile Produkte ersetzen, das braucht jedoch Zeit.“

Geschäftsmodelle für Industrie 4.0 fehlen

Kritisch ging Stefan Bihler mit Industrie 4.0, einem weiteren Diskussionsthema der Investorenkonferenz an der HHL, ins Gericht. „Sicherlich gibt es heute bereits viele praktische Anwendungen im Bereich Industrie 4.0, was jedoch fehlt sind die Geschäftsmodelle dahinter“, so der Direktor bei Siemens Digital Enterprises. Klaus Mochalsky, Gründer und Geschäftsführer des Startups Rhebo AG, das den fehler- und unterbrechungsfreien Netzbetrieb in industriellen Steuersystemen gewährleistet, berichtete: „Noch im vergangenen Jahr hatten wir den Eindruck, dass sich niemand in den Industrie-Firmen für das Thema Industrie 4.0 verantwortlich fühlte. So mussten wir uns stets aufs Neue erklären. Heute hat sich die Situation gewandelt. Wenn wir erzählen, dass wir im Bereich Industrie 4.0 arbeiten, ist sofort jeder interessiert.“

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8. Juli 2016

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