Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Neue Stu­die: Das Poten­zi­al aus­län­di­scher Grün­der in Deutschland

Wis­sen­schaft­ler des Insti­tuts für Mit­tel­stands­for­schung (ifm) der Uni­ver­si­tät Mann­heim haben in einer Stu­die, die im Netz­werk „Inte­gra­ti­on durch Qua­li­fi­zie­rung“ des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les geför­dert wird, unter­sucht, in wel­chen Berei­chen Migran­ten­un­ter­neh­men beson­de­re Unter­stüt­zung benötigen.

Döner­bu­de, Piz­ze­ria oder Gemü­se­la­den – das Kli­schee des typi­schen Migran­ten­un­ter­neh­mens gilt nicht mehr. Längst hat sich die Bran­chen­ver­tei­lung der deut­schen Fir­men­land­schaft ange­nä­hert: Nur noch ein Drit­tel der Unter­neh­men ist in Gas­tro­no­mie und Han­del ange­sie­delt. 50 Pro­zent sind im Dienst­leis­tungs­sek­tor aktiv. Vor allem wis­sens­in­ten­si­ve Beru­fe wie Rechts­an­walt, Arzt oder Infor­ma­ti­ker neh­men dabei einen gro­ßen Platz ein.

Die­se Band­brei­te wird von Städ­ten und Kom­mu­nen oft unter­schätzt und auch die gesell­schaft­li­chen und öko­no­mi­schen Chan­cen wer­den über­se­hen“, sagt die Sozio­lo­gin Lena Wer­ner. Sie und wei­te­re Wis­sen­schaft­ler des Insti­tuts für Mit­tel­stands­for­schung (ifm) der Uni­ver­si­tät Mann­heim haben in einer Stu­die, die im Netz­werk „Inte­gra­ti­on durch Qua­li­fi­zie­rung“ des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les geför­dert wird, unter­sucht, in wel­chen Berei­chen Migran­ten­un­ter­neh­men beson­de­re Unter­stüt­zung benö­ti­gen. Schließ­lich hät­ten sie eine wich­ti­ge Funk­ti­on: Sie pfle­gen deut­lich häu­fi­ger Geschäfts­kon­tak­te ins Aus­land und sind damit Trei­ber trans­na­tio­na­ler Geschäfts­be­zie­hun­gen auf loka­ler Ebe­ne. Zudem stel­len sie als Arbeit­ge­ber wesent­lich häu­fi­ger Aus­zu­bil­den­de mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund ein als deut­sche Fir­men und leis­ten damit einen wich­ti­gen Bei­trag zur Integration.

Eines der größ­ten Pro­ble­me von Migran­ten­un­ter­neh­men ist laut der Stu­die des ifm die Gewin­nung von Fach­kräf­ten. Rund 80 Pro­zent aller unter­such­ten Grün­de­rin­nen und Grün­der haben damit zu kämp­fen. „Migran­ten­un­ter­neh­men schaf­fen es wesent­lich sel­te­ner, eine Stel­le zu beset­zen als deut­sche Fir­men und geben an, dass aus­ge­wähl­te Fach­kräf­te den Job im Nach­hin­ein häu­fig ableh­nen“, erklärt Lena Wer­ner. Das ifm ana­ly­siert des­halb die Qua­li­fi­zie­rungs- und Rekru­tie­rungs­stra­te­gi­en von Migran­ten­un­ter­neh­men und erar­bei­tet Kon­zep­te zur Stär­kung der Fachkräfteentwicklung.

Laut der ifm-Stu­die nimmt außer­dem nur ein Drit­tel aller Grün­de­rin­nen und Grün­der mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund öffent­li­che Bera­tungs­an­ge­bo­te wahr. „Berüh­rungs­ängs­te mit Behör­den, teils auch durch Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­rung aus­ge­löst, spie­len hier­bei eine Rol­le und sind gera­de in der Anfangs­pha­se hin­der­lich“, sagt die Wissenschaftlerin.

Das Insti­tut für Mit­tel­stands­for­schung will des­halb loka­le Wirt­schafts­för­de­rer, Aus­län­der­be­hör­den, Han­dels­kam­mern und ande­re Insti­tu­tio­nen für die Pro­ble­me die­ser Ziel­grup­pe sen­si­bi­li­sie­ren. Ers­te Trans­fer­work­shops in Mann­heim haben bereits statt­ge­fun­den, wei­te­re sind in Stutt­gart und Heil­bronn geplant. Das ifm baut dar­über hin­aus eine Daten­bank mit allen Grün­dungs­be­ra­tun­gen in der Regi­on auf, die auch auf Ein­rich­tun­gen spe­zi­ell für Migran­ten­un­ter­neh­men verweist.

Zur Stu­die hier.

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