Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Stu­die „Trend­ba­ro­me­ter Krea­tiv­wirt­schaft“ 2014: star­ke Netz­wer­ke, kla­re Eigen­stän­dig­keit, zuviel Erreich­bar­keit, hohes Ver­trau­en – der Ein­fluss der Digi­tal Natives

Eine aktu­el­le Stu­die zur Krea­tiv­wirt­schaft zeigt: Hier sind Digi­tal Nati­ves rund um die Uhr unter­wegs, die auf Koope­ra­ti­on set­zen. Doch es gibt Schattenseiten…

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Die Bedeu­tung der Krea­tiv­wirt­schaft wächst: Allein in Baden-Würt­tem­berg gibt es 30.000 Unter­neh­men in Berei­chen wie der Film­bran­che, der Musik­wirt­schaft oder dem Wer­be­markt. Gemein­sam erwirt­schaf­ten die­se Unter­neh­men einen Erlös von rund 22 Mil­li­ar­den Euro – Ten­denz steigend.

Seit 2012 gibt es die Stu­die mit dem Titel „Trend­ba­ro­me­ter Krea­tiv­wirt­schaft“, die vom Insti­tut für Krea­tiv­wirt­schaft an der HdM und der MFG Inno­va­ti­ons­agen­tur für IT und Medi­en ins Leben geru­fen wur­de. An der Online-Umfra­ge, die im Juni 2014 erschie­nen ist, haben erneut rund 300 Krea­ti­ve teil­ge­nom­men. Die Befrag­ten kamen dabei aus allen Teil­be­rei­chen der baden-würt­tem­ber­gi­schen Krea­tiv­sze­ne und arbei­te­ten in unter­schied­lich gro­ßen Unternehmen.

Koope­ra­tio­nen gehö­ren zum Berufsalltag

Im Fokus der Stu­die ste­hen dabei Fra­gen rund um die The­men Koope­ra­ti­on, Ver­net­zung und Arbeits­si­tua­ti­on der Krea­tiv­schaf­fen­den in Baden-Würt­tem­berg. Koope­ra­tio­nen gehö­ren mitt­ler­wei­le zum Berufs­all­tag. Rund 75 Pro­zent der Befrag­ten sehen eine Zusam­men­ar­beit als eine wich­ti­ge stra­te­gi­sche Maß­nah­me an. Fast die Hälf­te der Befrag­ten schließt sich dabei sogar mit Mit­be­wer­bern zusammen.

In der aktu­el­len Aus­ga­be des „Trend­ba­ro­me­ters Krea­tiv­wirt­schaft“ wur­de näher auf die Beweg­grün­de für Koope­ra­tio­nen ein­ge­gan­gen. 87 Pro­zent der befrag­ten Krea­ti­ven sehen die Ergän­zung von Kom­pe­ten­zen als Vor­teil und auch der Zuge­winn von Know-How (61 Pro­zent) wird in die­sem Zuge als Moti­va­ti­ons­grund genannt. Zie­le der Koope­ra­tio­nen sind dabei die Erschlie­ßung neu­er Kun­den­grup­pen und Märk­te und das Bestehen im Wett­be­werb. Gemein­sa­me Akti­vi­tä­ten bei der Akqui­se und der Ein­satz von fle­xi­ble­ren Per­so­nal­res­sour­cen ver­rin­gern sowohl den Arbeits­auf­wand als auch das Risi­ko für ein­zel­ne Unternehmen.

Eigen­stän­di­ge Außen­wahr­neh­mung soll bleiben

Damit die Zusam­men­ar­beit auch funk­tio­niert, ist das per­sön­li­che Gespräch ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um für die Befrag­ten. Knapp 70 Pro­zent spre­chen sich für regel­mä­ßi­ge Tref­fen aus und dass die­se auch auf Lei­tungs­ebe­ne statt­fin­den befür­wor­ten 65 Pro­zent. Das Ver­trau­en inner­halb der Bran­che ist hoch. Jeder drit­te Befrag­te gab an, dass er auf for­ma­le Ver­trä­ge ver­zich­te. In Baden-Würt­tem­berg arbei­te­te man am liebs­ten mit bereits lang­jäh­ri­gen Geschäfts­part­nern zusam­men. Bei einer Part­ner­schaft gibt es jedoch eine deut­li­che Tren­nung bei der Infra­struk­tur und es wird auch wei­ter­hin auf eine eigen­stän­di­ge Außen­wahr­neh­mung Wert gelegt.

Neben den Beweg­grün­den für Koope­ra­tio­nen wur­de auch nach den Her­aus­for­de­run­gen der Arbeits­si­tua­ti­on eines Krea­ti­ven gefragt. Eine beson­ders hohe Hür­de stel­len dabei der Wett­be­werbs­druck und die Ver­ein­bar­keit von Pri­vat­le­ben, Fami­lie und Beruf dar.

Stän­di­ge Erreich­bar­keit belas­tet die Kreativen

Es gibt eini­ge Fak­to­ren, die einer guten Work-Life-Balan­ce im Wege ste­hen. Auf Platz eins mit 57 Pro­zent ist die Unbe­re­chen­bar­keit von Krea­ti­vi­tät, die sich nicht inner­halb eines Stun­den­plans ein­ord­nen lässt. Hin­zu kommt, dass 38 Pro­zent der Befrag­ten sagen, dass sich ihr Tages­ab­lauf nicht vor­ab struk­tu­rie­ren lässt.

Gemein­sam mit der am zweit­häu­figs­ten genann­ten Ant­wort, dass Kun­den Auf­trä­ge sehr knapp ein­rei­chen, haben die Krea­tiv­schaf­fen­den mit einem Koor­di­na­ti­ons­auf­wand zu kämp­fen und füh­len sich meist als „Getrie­be­ne“. Und auch die stän­di­ge Erreich­bar­keit im digi­ta­len Zeit­al­ter unter­stützt die­ses Gefühl bei drei Vier­tel der Befrag­ten. Gera­de mal neun Pro­zent der Krea­ti­ven gaben an, dass ihre Kun­den die Büro­zei­ten akzeptieren.

Digi­tal Nati­ves beein­flus­sen Krea­tiv­sze­ne nachhaltig

Für den Trend­ba­ro­me­ter wur­den auch Zukunfts­pro­gno­sen bis ins Jahr 2020 abge­fragt. Drei wesent­li­che Fak­to­ren spiel­ten dabei der Ein­fluss der Digi­tal Nati­ves auf die Krea­tiv­bran­che, die Zusam­men­ar­beit auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne und die Fra­ge nach dem Urheberrecht.

86 Pro­zent waren der Mei­nung, dass jene Gene­ra­ti­on, die mit Com­pu­tern, dem Inter­net und sozia­len Netz­wer­ken auf­wächst, die Krea­tiv­bran­che nach­hal­tig ver­än­dern wird. Drei von vier Befrag­ten waren sich einig, dass inter­na­tio­na­le Koope­ra­tio­nen die Zukunft prä­gen wer­den. Zu beach­ten ist dabei die hohe Zahl der Befrag­ten aus Klein- und Kleinst­un­ter­neh­men, die sich auf­ge­schlos­sen gegen­über den neu­en Her­aus­for­de­run­gen zeig­ten. Beim The­ma Absi­che­rung des Urhe­ber­rechts gab es jedoch auch eine Viel­zahl an Skep­ti­kern. Rund 68 Pro­zent der Befrag­ten erwar­ten hier­zu kei­ne hin­rei­chen­de Lösung.

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