Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Unter­neh­mer sein heisst Feh­ler machen

Feh­ler sind nicht unbe­dingt etwas Nega­ti­ves, im Gegen­teil: Vie­le Inno­va­tio­nen ent­ste­hen aus Feh­lern. Dass Deutsch­land beim Umgang mit Feh­lern noch viel ler­nen kann, stellt Prof. Dr. Kath­rin Rosing fest.

Deutsch­land kann beim Umgang mit Feh­lern noch viel ler­nen, stellt die Kas­se­ler Juni­or­pro­fes­so­rin Prof. Dr. Kath­rin Rosing fest. Dabei sind Feh­ler nicht unbe­dingt etwas Nega­ti­ves, im Gegen­teil: Vie­le Inno­va­tio­nen ent­ste­hen aus Feh­lern. Die Psy­cho­lo­gin der Uni­ver­si­tät Kas­sel will in Leh­re und For­schung dazu bei­tra­gen, dass sich hier­zu­lan­de eine „feh­ler­freund­li­che Kul­tur“ entwickelt.

Seit Janu­ar 2014 ist Rosing am Kas­se­ler Fach­be­reich Human­wis­sen­schaf­ten im Insti­tut für Psy­cho­lo­gie tätig. Die 33-Jäh­ri­ge stu­dier­te in Osna­brück. For­schungs­auf­ent­hal­te führ­ten sie in die USA sowie nach Sin­ga­pur. 2011 pro­mo­vier­te sie an der Uni­ver­si­tät Lüneburg.

Rosings Pro­fes­sur trägt den Namen „Psy­cho­lo­gie unter­neh­me­ri­schen Han­delns“. In ihren For­schun­gen geht es nicht um betriebs­wirt­schaft­li­che oder recht­li­che Fra­gen des unter­neh­me­ri­schen Han­delns, son­dern etwa um die psy­cho­lo­gi­schen Pro­zes­se, die „Krea­ti­vi­tät“ und „Inno­va­ti­on“ unter­lie­gen. Wäh­rend der Mensch im krea­ti­ven Pro­zess noch in meh­re­re Rich­tun­gen denkt, muss er sich bei der Umset­zung von Ide­en auf ein Ziel kon­zen­trie­ren. Rosing erforscht bei­spiels­wei­se, wie es Indi­vi­du­en und Teams gelingt, sol­che Pro­zes­se über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg zu bewäl­ti­gen, und wie Füh­rungs­kräf­te dies för­dern können.

Ein wich­ti­ger Bestand­teil ent­spre­chen­der Stra­te­gi­en ist das „Feh­ler­ma­nage­ment“: „Wir müs­sen“, for­dert Rosing, „eine Wahr­neh­mung dafür ent­wi­ckeln, dass Feh­ler nichts Schlim­mes, nichts Nega­ti­ves sind.“ Die Deut­schen sei­en frei­lich Welt­meis­ter bei der „Unsi­cher­heits­ver­mei­dung“, die dar­auf abzie­le, nur nichts falsch zu machen. In ande­ren Län­dern, etwa Bra­si­li­en, Isra­el oder den USA, gehe man hin­ge­gen deut­lich selbst­be­wuss­ter mit sei­nen – ver­meint­li­chen – Unsi­cher­hei­ten und dar­aus resul­tie­ren­den Feh­lern um.

Feh­ler sind auch Aus­gangs­punkt für Innovationen“

Gera­de bei Inno­va­tio­nen spie­len Feh­ler aus Rosings Sicht eine wich­ti­ge Rol­le: „Feh­ler sind auch Aus­gangs­punkt für Inno­va­tio­nen“. Das erklärt sie am Bei­spiel des Peni­cil­lin: Ent­de­cker Alex­an­der Fle­ming hat­te an einer Kli­nik in Lon­don eine Pro­be mit Bak­te­ri­en geimpft und ver­ges­sen, sie weg­zu­räu­men, als er in die Som­mer­fe­ri­en gefah­ren war. Der Schim­mel­pilz, der durch die Nach­läs­sig­keit zufäl­lig wuchs, töte­te über­ra­schen­der­wei­se Bak­te­ri­en und lie­fer­te den Grund­stoff für das lebens­ret­ten­de Peni­cil­lin. Die Erkennt­nis dar­aus ist für Rosing: „Feh­ler kön­nen neben nega­ti­ven auch posi­ti­ve Kon­se­quen­zen haben.“ Sie ver­mit­telt Stu­den­ten, dass oft nicht der Feh­ler an sich, son­dern der (feh­len­de) Umgang damit zu Kata­stro­phen führt. Nach einem Feh­ler sei eine Ursa­chen­ana­ly­se nötig, bei der es zu erkun­den gel­te, wie der Feh­ler ent­stan­den ist, ob und wie er – soll­te er sich nega­tiv aus­wir­ken – beho­ben wer­den kann. Ohne eine sol­che Ana­ly­se, z.B. wenn Feh­ler ver­tuscht wer­den, warnt Rosing, dro­hen „Feh­ler­kas­ka­den“ und erst die sei­en tat­säch­lich gefährlich.

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