Domain reservieren – Webadresse kaufen: so gehts | mit praktischer Checkliste

Jedes Unternehmen braucht eine Webseite. Und jede Webseite braucht eine Domain. So einfach ist das. Nicht ganz so einfach ist allerdings die Auswahl der “richtigen” und passenden Domain – immerhin bleibt die Domain für sehr, sehr lange Zeiten direkt mit dem Unternehmen verbunden und identifiziert es im Internet. Und auch bei der Registrierung von Domains gibt es die eine oder andere Stolperfalle. Wir erklären euch, wie und wo ihr eine Domain kaufen könnt, die Kosten und Gebühren für eine Domain, und worauf ihr bei eurer Webadresse unbedingt achten solltet!

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Wozu brauche ich eine Domain eigentlich genau?

Wenn eine Webseite online gestellt ist, findet man sie grundsätzlich über ihre Adresse. Die sieht dann in etwa so aus: 185.32.28.99.185. Das kann – und will sich natürlich niemand merken, zudem erkennt man gar nicht auf den ersten Blick, welche Seiten überhaupt miteinander verbunden und Unterseiten der Hauptseite sind. Aus diesem Grund wird ein Domainname mit Länderkennzeichnung über die einzelnen Seitennnummern gelegt, wie bei http://wikipedia.de. Das kann man sich merken, die Unterseiten auch. Die deutsche Wikipedia findet man dann unter de.wikipedia.com, den Beutelwolf unter de.wikipedia.com/wiki/beutelwolf.

Es gibt dann auch noch die Möglichkeit, Subdomains (de.wikipedia.com) einzurichten, die Domain auch für die Email-Adresse zu nutzen (info-de@wikipedia.org) oder Domains ganz oder teilweise auf andere Domains weiterzuleiten. Das alles kommt aber erst danach. Zuallererst kommt immer der Kauf und die Registrierung einer Domain (eurer Webadresse).

Eigentum an einer Domain – wie kaufe ich eine Web-Adresse?

Tatsächlich suggeriert der Begriff “eine Domain kaufen” etwas falsches – der Inhaber einer Internet-Domain erwirbt kein Eigentum an der Internet-Adresse oder ein sonstiges „absolutes“ Recht an der Domain. Durch den Domainregistrierungsvertrag erwerbt ihr die Eintragung der Domain in das Namensregister und das dauerhafte Nutzungsrecht an der Domain. Im Gegenzug zahlt ihr eine Nutzungsgebühr.

Wo bekomme ich Domains?

Der Logik zufolge würde man sagen, die erste Adresse für den Kauf einer Domain ist natürlich ein Domain-Händler. Das ist allerdings nur bedingt richtig.

Erste Adresse: Denic

Wichtige Adresse vor dem Kauf einer Domain – zumindest mit der für Deutschland gültigen Endung .de – ist die Genossenschaft zur Verwaltung der deutschen Domains, kurz Denic eG. Unter www.denic.de könnt ihr recherchieren, ob eure Wunschdomain überhaupt verfügbar ist und könnt diese dort auch bei der Denic verwalten: der Service heisst Denic direkt.

Allerdings sind die Gebühren, die die Denic für ihren Service verlangt, irrational hoch im Vergleich zu Hostern und speziellen Anbietern. Die Domainregistrierung über DENICdirect einschließlich Domainverwaltung kostet 116 Euro, jedes weitere Jahr zahlt ihr dann 58,00 Euro für die Verwaltung. Im Vergleich: Beim aktuell besten Angebot für .de Domains bekommt ihr beim Anbieter 1blu aktuell 10 Domains mit Webhosting zum Preis von 27,48 Euro / Jahr.

Zweite Möglichkeit: Domain-Händler

Man kann natürlich Domains bei einem Domain-Händler kaufen, macht sich damit aber meist mehr Arbeit, Aufwand und Kosten als nötig. Jede Webseite benötigt auch Webspace oder Server Space.

Kombi-Angebote: Domains von Hostern

Die meisten Webspace-Anbieter haben auch Domains im Angebot, in fast allen Webspaces ist heute mindestens 1 Domain ohnehin schon kostenlos inkludiert, mehrere kann man zusätzlich per Aufpreis erwerben. Damit spart man nicht nur Kosten (inkludierte Domains kosten nichts, Aufpreis-Domains sind häufig günstiger als bei freien Domain-Händlern). Dazu kommt, dass es nur einen Verwaltungspunkt für Webspace und Domain gibt und man keine fremdgekaufte Domain mühsam mit der eigenen Webseite verknüpfen (lassen) muss. Man sollte dabei aber immer darauf achten, dass der Hostinganbieter möglichst einen eigenen Nameserver betreibt – das erhöht später die Performance beträchtlich.

Interessant sind je nach Stand eurer Internet-Kenntnisse besondere Angebote wie Homepage Baukästen Angebote, mit denen ihr relativ schnell eure Website erstellen könnt. Wie das geht und welche Webbaukästen besonders zu empfehlen sind, könnt ihr in unserem Fachartikel Homepage-Baukasten Vergleich: Die besten Webbaukästen für Gründer im Test.

Was kostet eine Domain?

Die Preise für Domains könnten unterschiedlicher nicht sein: Für einfache Standard-Domains mit Länderendungen liegen sie zwischen kostenlos (beim Webspace-Anbieter) und meist rund 20 EUR pro Jahr. Besondere Domainendungen und stark umkämpfte Domainnamen werden aber oft für enorme Beträge angeboten, die bis zu 2.000 EUR jährlich und mehr betragen können. Besetzte, aber unbenutzte Domains kann man dem Erstregistrierer (Besitzer) auch gegen Einmalzahlung abkaufen, allerdings kann es auch hier fallweise sehr, sehr teuer werden, vor allem wenn es um stark nachgefragte Suchwörter wie etwa www.pizza.de geht.

Top-Level-Domains und ihre Bedeutung

Den letzten Abschnitt einer Internetdomain, also alles hinter dem Punkt, nennt man die Top-Level-Domain (TLD) dieses Namens. Es gibt länderspezifische TLDs (etwa .de, .uk oder .fr) und allgemeine TLDs. Diese auch generic TLDs genannten Endungen haben nicht grundsätzlich einen geographischen Fokus: Die Endung .biz kennzeichnet kommerzielle Angebote von Unternehmen, .org steht für Organisationen, unter .gov findet man die Internetangebote der US-amerikanischen Regierung, .int ist für internationale Organisation wie die UN reserviert.

Inzwischen gibt eine eine Vielzahl von Top-Level-Domains wie .sport.

Wie finde ich den richtigen Domainnamen?

Für die Auswahl des richtigen Domainnamens sind sowohl marketingtechnische als auch SEO-technische Überlegungen (Suchmaschinenoptimierung) maßgeblich. Beide Seiten sollte man möglichst umfassend bedenken, beide haben eine hohe Relevanz.

SEO Optimierung fängt schon bei dem passenden Domain-Namen an: Er ist die Basis für eine durchdachte Marketing-Strategie und Keywordoptimierung.
Khalil Agheli Zadeh (Geschäftsführer casusbene GmbH)

.de Länderkürzel: einfach und glaubwürdig

Zunächst einmal sollte man besser klassische Länderendungen (also etwa .de) immer bevorzugen. Allzu kreative Endungen stehen bei vielen im Ruf, eher aufmerksamkeitsheischende Verzweiflungstaten zu sein und werden oft als weniger seriös wahrgenommen. Zudem sind exotische Endungen meist teurer.

Keywords im Domain-Namen

Vielfach geht immer noch die Weisheit um, dass eine Domain möglichst das Hauptkeyword der Webseite enthalten sollte, weil man damit bessere Rankings erzielt. Das stimmt zwar grundsätzlich, aber nur dann, wenn man das Keyword exakt in seiner Reinform, ohne Bindestriche und Anhänge wie “24”, einsetzt. Dazu kommt dann auch, dass Keyword-Domains weithin nicht als besonders seriös wahrgenommen werden, vor allem wenn sie aus mehreren Keywords (sogenannten Keyphrasen) wie http://anwalt-münchen.de bestehen.

Firmenname in der Domain

Zuguterletzt muss man einwerfen, dass ihr euch über euren Firmennamen ja auch ausreichend Gedanken gemacht habt – damit wäre er es eigentlich wert, auch in der Domain aufzutauchen, damit wird ein positives Branding geschaffen und der Wiedererkennungswert für das Unternehmen erhöht. Überlegt einmal, was es für den bekannten Anbieter 1&1 bedeuten würde, wenn die Adresse seiner Webseite nicht 1und1.de, sondern www.guenstige-domains-deutschland.de lauten würde. Dieses zugegeben extreme Beispiel erklärt das recht deutlich. Das eigene Branding geht dann im (marketingtechnisch sehr wichtigen) Web-Bereich völlig verloren.

Check der Markenrechte

Sollte für eigene die Domain nicht der eigenen Firmenname verwendet werden, muss man für den gewünschten Fantasienamen zuvor unbedingt eine Markenrecherche durchführen, um nicht unabsichtlich bestehende Markenrechte zu verletzen (was teuer werden kann). Idealerweise stellen Fantasienamen natürlich eine Konnotation mit der eigenen Unternehmenstätigkeit her (z. b. Massivuum für Massivholzmöbel-Hersteller). Dabei solltet ihr allerdings immer darauf achten, möglichst keine widersprüchlichen Konnotationen zu erzeugen oder solche, bei denen man fünf mal um die Ecke denken muss. Zu viel Kreativität kann hier auch schädlich sein und nach hinten losgehen.

Mehr zum Markenrecht und wie ihr eine Marke sichert, erfahrt ihr hier: How to: Darauf müssen Sie bei der Anmeldung einer Marke achten

Check der Verfügbarkeit

Ist der passende Domainname gefunden, geht es an die Regstrierung. Dafür wird zunächst eine Whois-Abfrage in Verbindung mit unterschiedlichen Domainendungen gemacht. Ist der eigene Domainname noch nicht vergeben oder reserviert, kann man ihn registrieren.
Diese Abfrage geht ebenfalls bei der Denic: https://www.denic.de

Ein sehr viel schickeres und vor allem weitweit suchendes Tool findet ihr unter https://www.namemesh.com. Auf der Website könnt ihr nicht nur checken, ob eure Wunsch-Domain frei ist, ihr könnt euch auch bei der Namenssuche inspirieren lassen.

Denkt perspektivisch: Zusätzliche Länderkürzel und Schreibweisen

Dabei solltet ihr darauf achten, dass der Domainname auch mit anderen Endungen noch weitgehend verfügbar ist – etwa mit anderen Länderendungen, oder auch mit .info oder .eu. Das wird nicht immer der Fall sein, ist häufig aber ein Vorteil für euch, da euch das später noch eventuelle Erweiterungsmöglichkeiten offen lässt. Bei geplanten Bindestrich-Domainnamen solltet ihr auch möglichst darauf achten, dass ihr auch im Besitz der gleichen Domain ohne Bindestrich seid.

Checkliste: Schritt für Schritt Anmeldung einer Domain

Folgende Schritte solltet ihr bei der Domain-Reservierung durchgehen.

  1. Brainstorming zu potenziellen Domainnamen
    • eignet sich euer Markenname
    • welches Keyword ist wichtig
    • attraktiv und leicht zu merken für eure Kunden
  2. Markenrecherche durchführen
    • ist die Domain noch frei, Verfügbarkeitscheck
    • sind gleichlautende Domains mit anderen Top-Level-Domains verfügbar
    • besteht Verwechslungsgefahr mit anderen Marken und Domains
  3. Domainendung wählen
    • idealerweise .de für den deutschen Markt, gegebenenfalls auch andere
  4. Entscheidung, wie ihr eure Domain registrieren wollt
  5. Beauftragung Hoster-Vertrag, dann Domain registrieren im Paket

Der Zeitraum, innerhalb dessen eine Domain verfügbar ist, kann je nach Anbieter unterschiedlich sein. Oft lassen sich Domains schon wenige Minuten nach der Registrierung nutzen, gewöhnlich dauert es aber einige Stunden bis eure Domain nach der Registrierung verfügbar sind.

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