Das beste Geschäftskonto für mich eröffnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

So eröffnet ihr euer Geschäftskonto: eine Anleitung in drei Schritten.

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Für Startups ist es nicht immer einfach, die Thematik Geschäftskonto zu überblicken und viele Neugründer wissen schlicht und ergreifend nicht, wie ein Geschäftskonto genau angelegt wird oder welche Faktoren bei der Wahl des passenden Geschäftskontos berücksichtigt werden sollten.

Schritt 1 – Was genau ist ein Geschäftskonto

Ein Geschäftskonto ist nichts anderes als ein Bankkonto, welches allerdings ausschließlich für den Cashflow des Unternehmens genutzt wird. Dementsprechend sollte dieses Konto vom Unternehmensgründer auch als ein solches angegeben und angesehen werden. Private Finanzen sowie Überweisung sind nicht über das Geschäftskonto abzuwickeln, da das Unternehmen gegenüber dem Finanzamt im Hinblick auf die Finanzen Rechenschaft schuldig ist und dementsprechend auch die Unternehmensfinanzen sowie die Buchhaltung mit dem Stand des Geschäftskontos verglichen wird.

Dies ist jedoch stark abhängig von der Rechtsform des Unternehmens. Wie www.unternehmerkonto.com näher aufführt, haben Einzelunternehmer sowie auch Freiberufler im Hinblick auf das Geschäftskonto die freie Wahl und können anstelle eines Geschäftskontos dementsprechend auch ein sehr kostengünstiges Girokonto auswählen.

Bei Personengesellschaften sowie auch Kapitalgesellschaften jedoch muss das Geschäftskonto bei der Bank als ein solches angelegt werden, da mehr als nur eine Person im Namen der Kapitalgesellschaft bzw. Personengesellschaft über das Konto verfügen darf. Überdies hat das Geschäftskonto bei diesen Unternehmen auch die Funktion des Liquiditätsnachweises, da eine Kapitalgesellschaft rechtlich erst dann als handlungsfähig gilt, wenn das erforderliche Stammkapital nachweislich auf dem Geschäftskonto eingezahlt wurde und ein Notar diese Einzahlung bestätigt hat. Mehr am Beispiel einer UG gründen.

Schritt 2 – Wichtige Kriterien fürs Geschäftskonto

Ein Unternehmen hat jeden Tag mit Finanzen zu tun: Sei es der Empfang der Kundenzahlungen oder aber das Begleichen von Rechnungen anderer Unternehmen, von deren Leistung das Unternehmen abhängig ist. Aus diesem Grund muss natürlich das Geschäftskonto andere Kriterien erfüllen als ein herkömmliches Girokonto einer Privatperson.

Zu den wichtigsten Kriterien zählen dabei die Erreichbarkeit der Anbieterbank sowie natürlich auch die Kontorahmenbedingungen. Bei Kapitalgesellschaften kommt es in der gängigen Praxis häufiger vor, dass große Geldsummen auf dem Geschäftskonto vorhanden sind. Aus diesem Grund ist die Frage der Verzinsung ebenso wichtig wie die Überziehungsmöglichkeit.

Da ein Unternehmen im schlimmsten Fall gewisse Aufträge vorfinanzieren muss, sollte die Bank eine gewisse Kulanzgrenze festsetzen, die das Unternehmen ohne Probleme ausschöpfen darf. Die Überziehungszinsen sollten dabei natürlich unterhalb des herkömmlichen Dispo-Zinses liegen. Mehr dazu hier.

Zudem ist es wichtig, dass die Unternehmer auch auf Geschäftsreisen ohne Probleme Zugriff auf das Geschäftskonto des Unternehmens haben, ohne dass hierdurch gesonderte Gebühren erhoben werden.

Schritt 3 – Online oder Filialbank

Bevor es an den eigentlichen Schritt der Anlegung eines Geschäftskontos geht, muss erst einmal eine passende Partnerbank gefunden werden. Unzählige Banken haben das Geschäftskonto in ihrem Portfolio, doch müssen natürlich die Rahmenkonditionen für das Unternehmen auch passend sein.

Im Zeitalter des Internets ist es auch möglich, ein Geschäftskonto bei einer Bank anzulegen, die keine Filialen unterhält, sondern lediglich Online-Banking anbietet. Dies bedeutet natürlich auch, dass die Unternehmer ihren persönlichen Ansprechpartner bei einer sogenannten Direktbank niemals persönlich kennenlernen bzw. überhaupt keinen direkten persönlichen Betreuer bei der Bank zugeteilt bekommen.

Ein Online-Geschäftskonto kann im Vergleich zu einem Geschäftskonto bei einer lokalen Filialbank zahlreiche Vorteile haben, doch sollte kein Unternehmer so blauäugig sein und die Risiken des Online-Zahlungsverkehrs übersehen. Wer sich dennoch für ein Online-Geschäftskonto interessiert, kann dieses sehr leicht und auch schnell über die Internetpräsenz der jeweiligen Anbieterbank durchführen. Selbstverständlich müssen alle Unternehmer bei einer Personen- oder Kapitalgesellschaft, die auf das anzulegende Geschäftskonto eine Zugriffsberechtigung haben, im Zuge dieses Prozesses bei der jeweiligen Anbieterbank legitimiert werden. Dies erfolgt durch die Übermittlung der Ausweisdokumente sowie der Gründungsunterlagen nebst einer Notarbestätigung per E-Mail an die Anbieterbank.

Nachdem die entsprechenden Dokumente von der Anbieterbank auf postalischen Wege die Unternehmer erreicht haben, müssen sie originalunterschrieben zurück an die Bank übersandt werden, damit der Prozess abgeschlossen werden kann. Anschließend erfolgt der Versand der Zugriffsdaten auf das Online-Konto postalisch an die Unternehmer und das Geschäftskonto steht zur Verfügung.

Ein Geschäftskonto, welches bei einer Filialbank eröffnet werden soll, wird auf einem etwas anderen Wege angelegt. Für gewöhnlich wird von den Unternehmern ein Termin bei einem persönlichen Sachbearbeiter bei der Bank vereinbart, welcher das Geschäftskonto gemeinschaftlich mit den Unternehmern eröffnet. Die Nachweisdokumentation in Form von Personalausweisen sowie den Dokumenten der Unternehmensgründung sind zu diesem Termin selbstverständlich unerlässlich. Zudem ist ein notarieller Nachweis erforderlich, dass das erforderliche Stammkapital für das Geschäftskonto auch wirklich real vorhanden ist. Ohne diesen Nachweis kann ein Geschäftskonto zwar angelegt, jedoch nicht vollständig für die Handlungsfähigkeit des Unternehmens freigeschaltet werden. Wird der Nachweis erbracht, kann das Geschäftskonto ohne Probleme erfolgreich eröffnet werden.

Eine Übersicht von Banken und ihren Geschäftskonto-Angeboten findet ihr hier.

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