Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Die frei­wil­li­ge ALV (Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung)

Die Arbeits­lo­sen-Ver­si­che­rung für Selbst­stän­di­ge vom Arbeits­amt: loh­nen sich die 80 Euro im Monat?

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Selbst­ver­ständ­lich kann sich eine frei­wil­li­ge ALV loh­nen. Um das in Ihrem Fall beur­tei­len zu kön­nen, müss­ten jedoch ver­schie­de­ne Punk­te geklärt werden.

Auf der einen Sei­te muss geprüft wer­den, ob die recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für den Ein­tritt in die ALV gege­ben sind und auf der ande­ren Sei­te ist zu klä­ren, wie groß die Mög­lich­keit über­haupt ist, dass Ihre Auf­trags­la­ge sich so schlecht ent­wi­ckeln kann, damit es über­haupt zu einem Ver­si­che­rungs­fall kom­men kann.

Gene­rell sind u.a. fol­gen­de Punk­te für den Ein­tritt in die ALV zu beachten:
• Sie müs­sen vor Auf­nah­me ihrer selb­stän­di­gen Tätig­keit inner­halb der letz­ten 24 Mona­te min­des­tens 12 Mona­te in einem Ver­si­che­rungs­pflicht­ver­hält­nis nach dem SGB III gestan­den haben. Das heißt, Sie waren Arbeit­neh­mer, hat­ten einen ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Kran­ken­geld­be­zug oder befan­den sich in einer ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Erzie­hungs­zeit. Dabei kön­nen auch Zei­ten der frei­wil­li­gen Wei­ter­ver­si­che­rung berück­sich­tigt werden.

• Sofern Sie unmit­tel­bar vor Auf­nah­me der selb­stän­di­gen Tätig­keit Ent­gel­ter­satz­leis­tung, z.B. Arbeits­lo­sen­geld (dabei ist die Bezugs­dau­er uner­heb­lich), bezo­gen haben, kön­nen Sie eben­falls in die ALV eintreten
Sofern Sie die o.g. Punk­te nicht erfül­len, müs­sen Sie ande­re Maß­nah­men ergrei­fen, um sich vor „Arbeits­lo­sig­keit“ zu schützen.

Dabei ist beson­ders wich­tig: Sie soll­ten in jedem Fall prü­fen, was Sie selbst tun kön­nen, um sich vor Arbeits­lo­sig­keit – sprich Auf­trags­lo­sig­keit – schüt­zen zu kön­nen. Denn die ALV ist kei­ne dau­er­haf­te Lösung für einen Selb­stän­di­gen. Die Zah­lun­gen der ALV sind zeit­lich und in der Höhe begrenzt. Und, Sie müs­sen sich im Fal­le der Arbeits­lo­sig­keit dem Arbeits­markt zur Ver­fü­gung stel­len. Sie müs­sen sogar jede zumut­ba­re Beschäf­ti­gung anneh­men, in die Sie die Arbeits­agen­tur ver­mit­telt. Das heißt, Ihre selb­stän­di­ge Tätig­keit ist fak­tisch beendet.

Des­halb ist es bes­ser, dass Sie selbst recht­zei­tig für eine Ver­mei­dung von „Arbeits­lo­sig­keit“ sorgen.

Falls Sie eine Grün­dungs­be­ra­tung hat­ten, über­prü­fen Sie die Vor­ga­ben des Geschäfts­pla­nes. Falls Sie kei­nen Geschäfts­plan erstellt haben, holen Sie das nach. Über­prü­fen Sie Ihre Mar­ke­ting­stra­te­gie und Ihre Ver­triebs­ak­ti­vi­tä­ten. Über­prü­fen Sie Ihre Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen im Hin­blick auf die Marktakzeptanz. )*
Jedes klei­ne Stell­sch­räub­chen im Getrie­be Ihres Unter­neh­mens muss genutzt wer­den, um zu ver­hin­dern, dass die Auf­trags­la­ge sta­gniert und Sie letzt­end­lich arbeits­los werden.
Das ist ein­fach die bes­te ALV und die ist fast kostenlos.

Rein­hard Leinweber

Fak­ten zur frei­wil­li­gen Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung (von Antrag bis Kün­di­gung) – Stand 2015

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