Von Phishing bis Passkeys: Viele Deutsche kennen wichtige Begriffe der Cybersicherheit nicht

Von Malware bis Passkey – eine Umfrage zeigt, wie gut sich die Deutschen mit digitaler Sicherheit auskennen.

Cyberangriffe, Phishing oder Passkeys – Begriffe rund um digitale Sicherheit tauchen im Alltag immer häufiger auf. Doch viele Menschen können sie nicht einordnen. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Gerade bei modernen Sicherheitsmethoden wie Passkeys gibt es noch deutlichen Nachholbedarf.

Am bekanntesten ist der Begriff Cyberangriff: Drei Viertel der Deutschen (75 Prozent) geben an, erklären zu können, was darunter zu verstehen ist. Weitere 18 Prozent haben den Begriff zwar schon gehört, wissen aber nicht genau, was er bedeutet.

Deutlich schlechter sieht es bei konkreten Bedrohungen aus. Nur 35 Prozent wissen nach eigenen Angaben, was Malware ist. Weitere 33 Prozent kennen den Begriff, können ihn jedoch nicht erklären. Etwas bekannter ist Phishing: 43 Prozent wissen, was sich dahinter verbirgt, 34 Prozent haben zumindest schon davon gehört.

„Digitale Sicherheit beginnt mit Verständnis. Wer Begriffe wie Phishing oder Malware einordnen kann, ist sensibilisierter gegenüber möglichen Risiken“, sagt Felix Kuhlenkamp, Leiter Sicherheit beim Bitkom. Gleichzeitig warnt er davor, Begriffswissen mit sicherem Verhalten gleichzusetzen. Entscheidend seien leicht verständliche Informationen und niedrigschwellige Schulungsangebote.

Passwort-Manager und Zwei-Faktor-Authentifizierung sind vielen bekannt

Bei den Schutzmaßnahmen zeigt sich ein etwas positiveres Bild. Rund die Hälfte der Befragten (51 Prozent) kann erklären, was ein Passwort-Manager ist. Weitere 22 Prozent haben den Begriff bereits gehört.

Noch bekannter ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung. 60 Prozent wissen nach eigenen Angaben, wie diese zusätzliche Sicherheitsebene beim Login funktioniert. Ein weiteres Viertel kennt den Begriff zumindest vom Hörensagen.

Gerade für Gründerinnen, Gründer und kleine Unternehmen gehören beide Maßnahmen inzwischen zu den wichtigsten Grundlagen der IT-Sicherheit. Passwort-Manager erleichtern den Einsatz sicherer, individueller Zugangsdaten, während die Zwei-Faktor-Authentifizierung viele Angriffe selbst dann verhindert, wenn ein Passwort in falsche Hände gerät.

Passkeys haben sich noch nicht durchgesetzt

Weniger verbreitet ist dagegen das Wissen über Passkeys. Die passwortlose Anmeldemethode setzt stattdessen auf Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder eine Geräte-PIN und gilt als besonders sicher gegen Phishing-Angriffe.

Dennoch können bislang nur 28 Prozent der Deutschen erklären, was Passkeys sind. Weitere 33 Prozent haben den Begriff zwar schon einmal gehört, kennen die Funktionsweise aber nicht.

Für Bitkom ist das ein Zeichen dafür, dass neue Sicherheitslösungen besser erklärt werden müssen. „Passkeys können Logins einfacher und sicherer machen, weil kein klassisches Passwort mehr eingegeben werden muss, das gestohlen oder durch Phishing abgegriffen werden könnte“, sagt Kuhlenkamp. Damit sich die Technologie durchsetze, müsse sie verständlich vermittelt und möglichst einfach nutzbar sein.

Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Befragung von 1.005 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

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