Frau­en haben kei­nen Wil­le zur Macht?

Frau­en sind noch längst nicht in den Füh­rungs­eta­gen ange­kom­men. Doch eine aktu­el­le Stu­die belegt jetzt: Vie­le Frau­en haben kei­ne Lust auf Macht.

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Frau­en sind noch längst nicht in den Füh­rungs­eta­gen ange­kom­men. Dabei haben Wis­sen­schaft wie Pra­xis erwie­sen, dass es nicht an man­geln­den Fähig­kei­ten liegt. Frau­en füh­ren min­des­tens so gut wie Män­ner, in man­cher Hin­sicht sogar bes­ser. Eine aktu­el­le Stu­die belegt jetzt aller­dings: Vie­le Frau­en haben kei­ne Lust auf Macht.

In vier Stu­di­en befrag­ten Wis­sen­schaft­ler der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt, Küh­ne Logistics Uni­ver­si­ty in Ham­burg und der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum über 1500 Frau­en und Män­ner nach ihrer Füh­rungs­po­si­ti­on und ihrer Macht­mo­ti­va­ti­on. Ob sie ande­re gern beein­flus­sen, Ent­schei­dun­gen für sie tref­fen und ob sie es mögen, ande­ren Anwei­sun­gen zu geben. Es zeigt sich durch­gän­gig: Frau­en fin­den Macht weni­ger attrak­tiv als Män­ner. Und die­se gerin­ge­re Macht­mo­ti­va­ti­on ist mit ent­schei­dend dafür, ob sie Füh­rungs­auf­ga­ben übernehmen.

Das Team warnt davor, die Ergeb­nis­se ein­sei­tig zu inter­pre­tie­ren: „Wir wol­len die bestehen­de Dis­kri­mi­nie­rung weder klein­re­den noch sie den Frau­en selbst in die Schu­he schie­ben“, sagt Prof. Dr. Rolf van Dick, Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt. „Die nied­ri­ge­re Macht­mo­ti­va­ti­on kann nur ein zusätz­li­ches Puz­zle­teil lie­fern, um die gerin­ge Anzahl von Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen zu erklären.“

Aller­dings, so stellt das For­scher­team klar, ist der Wil­le zur Macht lern­bar. Füh­rungs­kräf­te­trai­nings kön­nen dazu bei­tra­gen, die Lust auf Füh­rung zu stär­ken. Auch Men­to­rin­nen-Pro­gram­me sieht Prof. Dr. Niels Van Quaque­be­ke von der Küh­ne Logistics Uni­ver­si­ty als erfolg­ver­spre­chen­den Weg: „Frau­en brau­chen erfolg­rei­che Vor­bil­der, die ihnen zei­gen, dass sie es in Füh­rungs­po­si­tio­nen schaf­fen kön­nen – und dass es attrak­tiv ist, dort­hin zu kom­men.“ Auch eine Quo­te wür­de er des­halb unter­stüt­zen: „Das klas­si­sche Bild des männ­li­chen Chefs muss sich verändern.“

Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­on

Der Arti­kel „Gen­der Dif­fe­ren­ces in Lea­dership Role Occup­an­cy – The Media­ting Role of Power Moti­va­ti­on“ von Sebas­ti­an Schuh, Ali­na Her­nan­dez-Bark, Niels Van Quaque­be­ke, Rüdi­ger Hos­siep, Phi­lip Frieg und Rolf van Dick wird in der Fach­zeit­schrift Jour­nal of Busi­ness Ethics veröffentlicht.

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