Freelancer-Kompass 2026: Stundensätze sinken, Arbeitsbelastung steigt
Der durchschnittliche Stundensatz für Freelancer liegt leicht unter Vorjahresniveau, trotzdem planen 62 Prozent der Freelancer 2026 keine Erhöhung ihrer Preise. Jeder Fünfte arbeitet bis zu 50 Stunden pro Woche.
Zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung des Freelancer-Kompass ist der Stundensatz der Freelancer nicht gestiegen. Während im Vorjahr noch ein leichter Anstieg zu verzeichnen war, stagniert das Honorar nun und beträgt im Durchschnitt 103 Euro. Im Vorjahr waren es noch 104 Euro. Gleichzeitig planen 62 Prozent der Befragten, ihre Stundensätze auch künftig nicht zu erhöhen. Neun Prozent wollen ihre Preise 2026 sogar senken. Hauptgründe sind ausbleibende Aufträge (61 Prozent) und starker Wettbewerb (31 Prozent).
Honorar berechnen: Das musst du als Freelancer beachten
Der Freelancer-Kompass von freelancermap ist die größte Befragung von Selbstständigen im deutschsprachigen Raum und wird bereits seit mehr als zehn Jahren durchgeführt. Der Report analysiert neben Arbeitsbedingungen und fachlichen Herausforderungen auch Einkommensentwicklungen, Auftragslage und Zukunftsperspektiven im Freelancing.
Angespannte Auftragslage und hohe Arbeitsbelastung
Im Freelancing macht sich die schwächere wirtschaftliche Entwicklung am Markt deutlich bemerkbar: 24 Prozent der Befragten waren laut Freelancer-Kompass 2026 im vergangenen Jahr an weniger als 50 Tagen mit Projekten ausgelastet. Die Zurückhaltung von Auftraggebern wirkt sich auch auf Arbeitszeit und Einkommen aus.
Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass Freelancer zunehmend mehr arbeiten. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit ist von 40 Stunden im Jahr 2025 auf 42 Stunden angestiegen. Jeder Fünfte (19 Prozent) arbeitet aktuell bis zu 50 Stunden und zwölf Prozent der Befragten sogar noch mehr. Zum Vergleich: Laut Statistischem Bundesamt arbeiten Vollzeit-Erwerbstätige hierzulande durchschnittlich 40,2 Wochenstunden.
Neben der hohen Arbeitsbelastung bleibt die Auftragsakquise eine der größten Herausforderungen. 62 Prozent nennen die Akquise als größte Herausforderung, 43 Prozent berichten von unsicherem Einkommen und längeren Projektpausen. Auch bürokratische Hürden (25 Prozent) und fehlende Planungssicherheit (28 Prozent) erschweren die Selbstständigkeit.
Zufriedenheit trotz Unsicherheit
Jeder Vierte schätzt seine eigene wirtschaftliche Lage als schlecht ein, jeder Zehnte sogar als sehr schlecht. Trotz der bestehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten ist die Mehrheit der Freelancer glücklich mit ihrer selbst gewählten Situation. 42 Prozent sind zufrieden mit ihrer Rolle, 31 Prozent sogar sehr zufrieden.
Beim Einkommen zeigen sich 55 Prozent zufrieden, im Vorjahr waren es noch 66 Prozent. Damit ist die Zufriedenheit um elf Prozentpunkte gesunken. Ein Blick auf das durchschnittliche Einkommen pro Monat zeichnet folgendes Bild. Verdienen Freelancer aktuell im Schnitt 6653 Euro, waren es 2025 noch 8432 Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 17 Prozent. Obwohl Selbstständige mehr denn je arbeiten, spiegelt sich das nicht in ihrem Einkommen wider.
„Viele Freelancer spüren die angespannte wirtschaftliche Lage am eigenen Leib. Gerade jetzt kommt es darauf an, den eigenen Marktwert zu kennen und aktiv zu gestalten. Wer seine Leistungen klar positioniert, sich spezialisiert und in Weiterbildung investiert, kann auch in einem schwierigeren Umfeld stabile Aufträge sichern. Die aktuelle Situation erfordert mehr unternehmerisches Denken und genau das zeichnet Freelancer aus“, sagt Thomas Maas, CEO von freelancermap.