Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

3 Kre­dit-Sze­na­ri­en: So kommt ihr als Grün­der an Geld

Kei­ne Grün­dung ganz ohne Kapi­tal. Doch wie kommt ihr an das nöti­ge Klein­geld? Wel­che Optio­nen es gibt, an Inves­ti­tio­nen zu kom­men oder das Invest­ment mit dem Know-how von Exper­ten zu kom­bi­nie­ren, soll die­ser Bei­trag zeigen.

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Vie­le Grün­der machen zu Beginn ihres Unter­neh­mer­tums einen ekla­tan­ten Feh­ler. Sie fokus­sie­ren sich in ers­ter Linie dar­auf, ihr Pro­dukt nach vor­ne zu brin­gen – und bli­cken dabei weder nach links, noch nach rechts, nicht in das Back­of­fice und nicht aufs Kon­to. Wer mit einer Pro­dukt­idee über­le­ben muss, denkt womög­lich noch an einen Inves­tor. Doch dar­an, dass sich ein Inter­es­sent auch mit sei­nem Know-how ein­brin­gen könn­te, das ver­ges­sen die meis­ten. Wel­che Optio­nen es gibt, an Inves­ti­tio­nen zu kom­men oder das Invest­ment mit dem Know-how von Exper­ten zu kom­bi­nie­ren, soll die­ser Bei­trag zeigen.

Dafür muss ein Grün­der Geld haben

Han­delt es sich beim Geld des Unter­neh­mers um das Eigen­ka­pi­tal des Grün­ders (Stich­wort: Boot­strap­ping), so ist das Vor- und Nach­teil zugleich. Ein Vor­teil ist es, da kei­ne frem­den Ver­pflich­tun­gen ein­ge­gan­gen wer­den müs­sen. Ein Nach­teil ist es, da der per­sön­li­che Druck so enorm hoch ist. Wie viel Geld ein Grün­der haben muss, zeigt die­se Tabelle:

Stamm­ka­pi­talUm all die büro­kra­ti­schen Hür­den neh­men zu kön­nen, braucht ein Unter­neh­men das soge­nann­te Stamm­ka­pi­tal. Neben der Ein­tra­gung ins Han­dels­re­gis­ter oder der Anmel­dung als Gewer­be­be­trieb gibt es gewis­se Kapi­tal­gren­zen. Bei einer GmbH liegt die magi­sche Gren­ze bei­spiels­wei­se bei 25.000 Euro.
Start­ge­bührDie „Start­ge­bühr“ eines Betriebs kann varia­bel aus­se­hen. Neben der Mie­te, dem Mobi­li­ar, der Tele­fon­an­la­ge sowie Kos­ten für Mar­ke­ting und Erstat­tung kommt all das hin­zu, was nötig ist, um erfolg­reich ins Geschäfts­le­ben zu star­ten. Wäh­rend die Krea­tiv­bran­che Soft­ware und einen wachen Geist braucht, muss das pro­du­zie­ren­de Gewer­be meist Hal­len und Lager­flä­chen anmieten.
Lebens­un­ter­haltWer ins kal­te Was­ser gesprun­gen ist und kei­ne regu­lä­ren Ein­nah­men hat, der muss von dem Geld, das er ver­dient auch leben. Und das kann gera­de zu Beginn mit­un­ter ganz schön mau aus­se­hen. Wer hier kei­ne Reser­ven hat, muss schnell den Traum der eige­nen Fir­ma begraben.

Sze­na­rio Num­mer 1: Anony­me Gründerkredite

Wer unter­neh­me­risch bereits affin ist oder rein aus Über­zeu­gung kei­nen Men­tor mit Geld und Know-how ins Team holen möch­te, der muss sich nach einer Geld­quel­le umse­hen, die zwar Geld flie­ßen lässt, sich aber sonst nicht in die Geschäf­te ein­bringt. Fazit: Ein Kre­dit für Selbst­stän­di­ge muss her.

Dass eben­die­ser Kre­dit gar nicht so leicht zu bekom­men ist, erfah­ren die meis­ten knall­hart in der Pra­xis. Denn die Ableh­nung des Kre­dit­an­trags kommt häu­fig schnel­ler als gedacht. Des­we­gen lau­tet der Pra­xis­tipp: Ein Kre­dit für Selbst­stän­di­ge soll­te bei dar­auf spe­zia­li­sier­ten Kre­dit­un­ter­neh­men ange­fragt werden.

  • Sie bie­ten Kre­di­te expli­zit für Frei­be­ruf­ler, für Selbst­stän­di­ge und für Geschäftspartner.
  • Sie eröff­nen die Mög­lich­keit kos­ten­lo­ser Sonderzahlungen.
  • Sie offe­rie­ren Ratenpausen.
  • Sie ver­zich­ten auf eine Schufa-Abfra­ge und auf die Abfra­ge von Sicherheiten.
  • Sie bie­ten schnel­le Prozesse.
Anbie­terZin­senKre­dit­sum­meLauf­zeitBeson­der­hei­ten
Net­bank Kre­dit für Freiberuflerab 3,54%3.000€ bis 50.000€6 bis 84 Monate
  • Raten­kre­dit spe­zi­ell für Frei­be­ruf­ler (nicht für Unter­neh­mer mit Gewerbesteuerpflicht)
  • Online-Sofort­zu­sa­ge
  • Kos­ten­lo­se Sonderzahlungen
  • SEHR GUT bei Stif­tung Warentest
Tar­gobank Kre­dit für Selbständigeab 3,29%1.500€ bis 35.000€12 bis 84 Monate
  • Sofort­ent­schei­dung
  • Raten­pau­se möglich
  • Kos­ten­lo­se Sonderzahlungen
  • Kann zu zweit bean­tragt werden
Lend­ico Selbständigenkreditindi­vi­du­ell1.000 bis 30.000€ oder 10.000 bis 250.000€6 bis 60 Monate
  • Fir­men­kre­di­te (Bilan­zie­rung nach HGB) und Pri­vat­kre­di­te (Bilan­zie­rung per Ein­nah­men­über­schuss­rech­nung) für Selbständige
  • Selb­stän­dig­keit muss seit zwei Jah­ren bestehen
Aux­mo­ney Pri­vat­kre­dit für Selbständigeab 6,12%1.000€ – 25.000€12 bis 60 Monate
  • Kre­di­te von Privatpersonen
  • Kos­ten­lo­se Sondertilgung
  • Kre­dit­an­fra­ge auch bei nega­ti­ver Schufa möglich.
Iwo­capau­schal 2% pro Monat1.000€ bis 50.000€1 bis 6 Monate
  • Spe­zia­li­siert auf kurz­zei­ti­ge Betriebs­mit­tel­kre­di­te für KMU und Selbständige
  • Bear­bei­tung in 24h, Aus­zah­lung in 72h
  • Hohe Geneh­mi­gungs­ra­te
  • Vor­zei­ti­ge Til­gung jeder­zeit kos­ten­los möglich.

Die­se Vor­tei­le kann sich der Grün­der meist schnell und unkom­pli­ziert online ver­schaf­fen. Die­ses Sze­na­rio ist der wohl am ein­fachs­ten zugäng­li­che Weg, um an Geld für das eige­ne Busi­ness zu kommen.

Sze­na­rio Num­mer 2: Grün­der­fi­nan­zie­run­gen vom Staat

Zins­güns­ti­ge Dar­le­hen ver­spricht auch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie und lis­tet hier eine gan­ze Rei­he von Optio­nen, wie Grün­der an Geld kom­men kön­nen. Der Nach­teil von staat­lich ver­wur­zel­ten Grün­der­fi­nan­zie­run­gen wie dem ERP-Grün­der­kre­dit, dem Pro­gramm EXIST und dem Geld­topf INVEST soll­ten Grün­der aller­dings auch bedenken.

Die­ser zeigt sich näm­lich auch beim Blick in das von der KfW her­aus­ge­ge­be­ne Info­blatt. Dort wer­den die Bedin­gun­gen gelis­tet, die erfüllt wer­den müs­sen, um – in die­sem Bei­spiel an einen ERP-Grün­der­kre­dit – heranzukommen.

  • Bean­tra­gen dür­fen die­se Grün­der­fi­nan­zie­rung in ers­ter Linie Per­so­nen und klei­ne Betrie­be, die noch kei­ne fünf Jah­re alt sind.
  • Chan­cen auf einen ERP-Grün­der­kre­dit hat der, der ein Vor­ha­ben ver­folgt, das einen „nach­hal­ti­gen wirt­schaft­li­chen Erfolg erwar­ten“ lässt.
  • Kauf­män­ni­sche und fach­li­che Qua­li­fi­ka­tio­nen sind eben­so Grund­vor­aus­set­zung für einen Grün­der, der sich um eine Grün­der­fi­nan­zie­rung bemü­hen möchte.

Für Grün­der heißt das: Der Anfor­de­rungs- und damit auch Ein­schrän­kungs­ka­ta­log ist lang. Damit ist die Chan­ce, schnell einen Kre­dit zu bekom­men, gering. Für die kurz­fris­ti­ge Geld­be­schaf­fung ist die Opti­on eher weni­ger geeignet.

Sze­na­rio Num­mer 3: Auf Investorensuche

Wer auf Inves­to­ren­su­che ist, der möch­te in ers­ter Linie einen Geschäfts­part­ner fin­den, der Geld für die Idee und das eige­ne Busi­ness locker macht. Ob die­ser Inves­tor dann im Gegen­zug Mit­spra­che­rech­te erhält, ist bei der klas­si­schen Inves­tor-Kon­stel­la­ti­on dem Grün­der überlassen.

Soge­nann­te Busi­ness Angels ver­kör­pern in der Pra­xis indes eher die­je­ni­gen, die in ers­ter Linie mit unter­neh­me­ri­schem Wis­sen ein­stei­gen und erst im zwei­ten Schritt eine meist über­schau­ba­re Geld­sum­me inves­tie­ren. Bei klas­si­schen Inves­to­ren-Ver­trä­gen wer­den häu­fig Betei­li­gun­gen aus­ge­han­delt. Schließ­lich bie­ten sie soge­nann­tes Ven­ture Capi­tal.

Unab­hän­gig davon, ob ein Grün­der nach einem Inves­tor oder einem erfah­re­nen Busi­ness Angel sucht, soll­ten die­se Aus­wahl­kri­te­ri­en berück­sich­tig werden:

  • Ein guter Inves­tor oder Busi­ness Angel besteht aus einem aus­ge­wo­ge­nen Mix aus Geld, Know-how und Kon­tak­ten. Je nach­dem, an wel­cher Stel­le sich das Unter­neh­men aktu­ell befin­det, wird dann ent­schie­den, ob das Invest­ment vor­ran­gig nötig ist, oder ob das Netz­werk des Busi­ness Angels dabei hel­fen kann, den Ver­trieb zu pushen.
  • Inves­to­ren soll­ten dem Grün­der eine ehr­li­che Unter­stüt­zung bie­ten wol­len und kein Inter­es­se dar­an hegen, mög­lichst viel Mit­spra­che­recht zu haben. Wer sich als Busi­ness Angel um die Admi­nis­tra­ti­on und die Finan­zie­rung küm­mert, trägt die Bezeich­nung zu Recht. Wer indes um jeden Pro­zent­satz an Antei­len feilscht, but­tert den Grün­der regel­recht unter.
  • Im Anfangs­sta­di­um der Team­bil­dung sowie beim Auf­bau eines Per­so­nal­stamms kön­nen erfah­re­ne Busi­ness Angels mit eben die­ser punkten.
  • Ein Inves­tor muss Fach­kom­pe­tenz haben. Idea­ler­wei­se bedeu­tet das, dass er über Bran­chen- und Exper­ten­wis­sen ver­fügt, min­des­tens eine Kom­po­nen­te muss aller­dings in jedem Fall deut­lich aus­ge­prägt sein.

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