Geld verdienen mit Instagram – so geht´s

Die früher üblichen Kinderträume Pilot, Chirurg oder Lokführer dürften heute weitgehend von einem sehr weit verbreiteten Traum abgelöst worden sein: dem, ein bekannter Influencer zu werden. Die Plattform, die sicherlich die meisten dabei im Auge haben, ist Instagram. Tatsächlich kann man auf Instagram auch viel Geld verdienen – und ein bekannter Influencer zu werden ist wahrscheinlich leichter zu realisieren als eine Pilotenausbildung. Wie man auf der Social Media Plattform Instagram Geld verdient, welcher Verdienst möglich ist und wie viel Follower dafür nötig sind, verraten wir in unserem Beitrag.

5/5 (1)

Wer kann auf Instagram Geld verdienen?

Eines vorweg: Man muss nicht unbedingt einer der Top-Influencer sein, um auf Instagram Geld zu verdienen. Grundsätzlich kann man auch mit kleineren Followerzahlen durchaus schon gute Umsätze generieren.

Zudem haben alle heute sehr bekannten Influencer einmal „klein“ angefangen und anfangs nur geringe Followerzahlen aufweisen können – die Chance, dass du einmal zu den Top-Influencern gehören kannst, besteht also grundsätzlich immer, wenn du alles richtig machst. Eine Geling-Garantie oder vorgefertigte Rezepte dafür gibt es nicht, es hängt alles davon ab, ob du ein gefragtes Thema erwischst und du es schaffst, deinen Followern wirklich für sie interessanten und folge-würdigen Content zu bieten. Es kommt also allein auf dich an.

Was brauchst du für einen erfolgreichen Instagram-Account?

Klar, die einfache Antwort ist Follower. Doch wie bekommst du die? Die ebenso kurze Antwort: durch Inhalte. Tatsächlich leben Instagram Accounts wie quasi alles im Netz (von der Website über Blogs bis zu TikTok Profilen) von Inhalten. Am besten ganz besonderen, einzigartigen und für viele Menschen interessante Inhalte. Deshalb, zu allererst benötigst du für einen erfolgreichen Instagram-Account

  • ein Thema, das viele User interessiert.

Und dieses Thema solltest du dann auf deine ganz eigene Weise bespielen. Schaut man sich die Liste erfolgreichster Instagram-Accounts an, dann sind das alles Personality-Seiten von Stars, die auch ohne Instagram schon Stars waren und damit Reichweite hatten. Doch zwischendrin gibt es auch immer wieder Sternchen, die erst mit Social Media erfolgreich wurden (in der Regel bei youtube angefangen haben, aber mit Instagram so richtig durch die Decke gehen), wie etwa Lisa und Lena. An diesen Beispielen siehst du, dass

  • ein Thema auch einfach du selbst sein kannst.

Zumindest, wenn du es schaffst, dich als so interessant darzustellen, dass es viele Menschen interessieren könnte.

Neben diesen Inhalten solltest du natürlich noch ein paar ganz praktische Dinge für einen Instagram-Account anschaffen bzw. vorbereiten:

  • Foto- / Videokamera (gute Webcam), denn du produzierst vor allem visuellen Content
  • kleine Lichtausstattung (die Ringlichter sind sehr beliebt)
  • gutes Tonequipment (Onboard-Mikros am Rechner reichen in der Regel nicht)
  • genug Brandbreite über deinen DSL Vertrag

Wie viel Geld wird auf Instagram durchschnittlich verdient?

Anders als bei anderen Plattformen sind die Verdienstmöglichkeiten bei Instagram recht genau untersucht und als statistische Durchschnittswerte erfasst, an denen man sich zumindest grob orientieren kann. Die nachfolgend angegebenen Daten stammen vom deutschen Portal Statista, sind also durchaus aussagekräftig.

Untersucht wurde, wie viel Geld Instagram-Influencer für einen gesponserten Post oder eine gesponserte Story verlangen. Während in der Gruppe mit 1.000 bis 5.000 Followern die Verdienste mit 10 bis 60 USD pro Post noch relativ bescheiden sind, wird in der nächstgrößeren Gruppe von 5.000 bis 20.000 Folower ein gesponserter Post bereits mit Beträgen zwischen rund 30 und 270 USD bezahlt.

Wie viel Geld in der „Profi-Liga“ verdient wird, kannst du aus nachfolgender Aufstellung ersehen:

  • 20.000 bis 100.000 Follower: 200 USD – 2.300 USD je gesponsertem Post
  • 100.000 bis 1.000.000 Follower: 1.500 USD – 10.500 USD je gesponsertem Post
  • über 1.000.000 Follower: ab 15.000 USD je gesponsertem Post
  • Top-Influencer weltweit bis zu 1,5 Mio. USD für einen gesponserten Post

Bei den Angaben handelt es sich um Durchschnittsangaben für deutsche Influencer (trotz der Angaben in USD). Die Vergütung kann im Einzelfall sehr unterschiedlich sein, darum auch die große Spanne bei den Durchschnittswerten. Sie hängt unter anderem auch vom Thema, dem Marketing-Budget des werbenden Unternehmens und nicht zuletzt auch von deinen individuellen Produktionskosten für einen Beitrag ab. Nicht zu unterschätzen als Faktor ist allerdings immer auch die sogenannte Engagement Rate auf deinem Kanal, die natürlich immer möglichst hoch liegen sollte.

Welche Verdienstmöglichkeiten bestehen überhaupt auf Instagram?

Geld verdienen als Influencer auf Instagram

Das Geld verdienen als Influencer ist der „klassische“ Weg – allerdings nicht unbedingt der einzig mögliche. Zudem muss man dabei erwähnen, dass Influencer sich mit ihrem Geschäftsmodell, dem „Influencing“ ihrer Follower, damit sie bestimmte Produkte kaufen oder gut finden, rechtlich immer noch in einer Grauzone befindet.

Juristische Grenzen des Influencing

Die letzte höchstrichterliche Entscheidung fiel im September 2021 (Az. I ZR 90/20, I ZR 125/20, I ZR 126/20 vom 9. Sept. 2021). Das Urteil bezieht sich auf die erforderliche Werbe-Kennzeichnung und kam für diesmal zu dem Schluss, dass allein die Verwendung von sogenannten Tap Tags nicht zwingend in jedem Fall eine „geschäftliche Handlung“ darstellt und damit nicht immer eine Werbekennzeichnung erfordert, wenn der Inhalt im Post im Vordergrund steht, keine Gegenleistung vom beworbenen Unternehmen erfolgt und eine gewisse „kritische Distanz“ zum beworbenen Produkt erkennbar ist. Ansonsten gelten uneingeschränkt die gesetzlichen Pflichten aus dem Telemediengesetz (TMG) und dem Medienstaatsvertrag (MStV), die verlangen, dass der Beitrag sofort und unmissverständlich deutlich als kommerzielle Werbung erkennbar ist. Beurteilt werden muss dabei immer der konkrete Einzelfall.

Urteile wie diese zeigen, wie vorsichtig man mit werbenden Inhalten oder Empfehlungen umgehen muss und wie viel rechtliche Unsicherheit dabei immer noch besteht – unabhängig von der Zahl der eigenen Follower.

Affiliate Marketing auf Instagram

Affiliate Marketing ist ein Prinzip, dass schon lange als System im Internet unterwegs ist und mit dem so genannte Publisher, also Ersteller von Inhalten, durch die Einbindung spezieller Links zu Produkten von Advertisern (also Unternehmen, die ein Produkt vermarktet und verkauft haben wollen) eine Provision bekommen. Auch wenn diese Provision (je nach Produktgruppe) häufig nur wenige Prozente hoch ist – diese Form der Kommerzialisierung der eigenen Inhalte kann sich über die Masse durchaus lohnen. Außerdem zahlen manche Advertiser nicht für den Verkauf sondern schon für den Lead – dazu reicht es also, dass von deiner Seite ein potenzieller Käufer sich anmeldet, einen Newsletter abonniert und so weiter.

Das ist natürlich klar „Werbung“ im kommerziellen Sinn, im Hinblick auf die Kennzeichnung aber häufig etwas einfacher zu handhaben. In Verbindung mit authentischen, ehrlichen Empfehlungen und mit der Auswahl von thematisch wirklich gut passenden Affiliate Links kann man allerdings mit Affiliate Marketing durchaus gutes Geld auf Instagram verdienen, auch schon mit einer geringeren Zahl an engagierten Followern. Das gilt besonders dann, wenn man hochpreisige Produkte empfehlen kann, bei denen die Affiliate-Provisionen entsprechend hoch ausfallen oder Produkte empfiehlt, die ein großer Teil der Follower-Base relativ unreflektiert ebenfalls kauft.

Tatsächlich beruht der Erfolg von Affiliate Marketing auf die Nähe deiner Follower zu dem von dir beworbenen Produkt: Je stärker du das Interesse deiner Fans auf das Produkt fokussierst, desto wahrscheinlicher werden sie es kaufen. (Und dafür deinen Links nutzen – denn erst so bekommst du deine Provision.)

Auch hier verändert sich das Nutzerverhalten: Während klar erkennbare Werbung für viele Instagram-User lange verpöhnt war und durch Ignoranz abgestraft wurde, haben heute Influencer ziemlich große Erfolge damit, ein Produkt direkt zu präsentieren und zu bewerben. Das funktioniert dann besonders gut, wenn man als Influencer schon selbst eine Marke ist. Das Prinzip: Wenn Bibi diesen Eyeliner benutzt, weil der so gut ist, dann muss ich den auch haben. Und Bibi verdient an jedem Produkt, dass über diesen Link gekauft wird.

Der Meta-Konzern, zu dem Instagram ebenso wie Facebook gehören, hat das Potenzial natürlich auch erkannt und testet eine Reihe von Features, um Instagram verkaufsträchtiger zu machen: eine native Affiliate Einbindung etwa.

Produktverkauf über Instagram

Ein weniger beachteter Weg ist der Verkauf von eigenen Produkten oder Dropshipping-Produkten auf Instagram – man verlagert sozusagen seinen Online-Shop auf Instagram und baut sich dort ein attraktives Schaufenster, gemischt mit interessantem Content auf. Dabei kann es sich durchaus auch um digitale Produkte handeln.

Für den Erfolg braucht es dabei einigermaßen professionelles Marketing – die entsprechenden Kenntnisse kann man sich aber durchaus auch mit etwas Hingabe und Lernbereitschaft selbst aneignen.

Verkauf von eigenen Kunstwerken über Instagram

Wer künstlerisch begabt ist (Fotografie, bildende Kunst, Digital Art), kann auch versuchen, seine Kunstwerke über Instagram nicht nur bekannt zu machen, sondern auch zu verkaufen. Besonders Instagram mit seinem fast ausschließlichen Fokus auf Bildinhalte bietet dafür eine exzellente Möglichkeit – die Chancen bei Pinterest und Etsy sind, wenn es um die Bekanntheit geht, in diesem Punkt sicherlich geringer.

Wie gewinnt man Follower und steigert Followerzahlen?

Grundsätzlich gilt: Nur wirklich authentischer Content, der die Nutzer und die eigene Zielgruppe wirklich interessiert, schafft solide Followerzahlen. Unabhängig von allen möglichen Strategien, die man vielleicht anwendet, gilt diese Grundregel immer. Wer gegen sie verstößt, tut das nie ungestraft.

Strategien für wachsende Followerzahlen

  • sehr sorgfältig taggen (Merke: jedes Wort kann ein Hashtag sein)
  • nicht nur auf allgemeine und weit verbreitete Hashtags setzen (z. B. #love)
  • Nischen-Hashtags verwenden um eigene Beiträge zu sortieren
  • vor allem immer wieder stark themenbezogene Hashtags einsetzen (z. B. #puttingwedge bei Golf) um möglichst viele themenaffine Nutzer aufmerksam zu machen
  • regelmäßig Posten (die Grundregel Nr. 2, wenn es um Instagram geht)
  • zum Liken und Kommentieren immer wieder deutlich auffordern (Nutzer-Engagement und Nutzerinteraktion)
  • Kommentare und DMs regelmäßig und umfassend freundlich beantworten (selbst hohes Engagement zeigen und der Community Interesse an ihr signalisieren)
  • alle angebotenen Formate umfassend nutzen (Abwechslung im Feed schaffen und gleichzeitig Reichweite aufbauen)
  • beim Empfehlen: stichhaltige Beweise für die eigenen Behauptungen liefern und so viele neutrale Informationen wie möglich anbieten (eigenes seriöses Image als Empfehler stärken)

Instagram: Notwendige Anmeldungen und Steuern

Eine Gewerbeanmeldung ist immer bereits dann erforderlich, wenn eine klare Gewinnerzielungsabsicht besteht oder vermutet werden kann. Das ist recht unabhängig davon, in welcher Höhe man tatsächlich Gewinne erzielt. Für das Gewerbeamt zählt allein die klar erkennbare Absicht, Gewinne machen zu wollen. Es ist gar nicht so einfach, den genauen Moment festzulegen, wo aus dem Hobby „Instagram Account“ ein Geschäft wird. Deshalb: Solltest du mehr mit deinem Account vorhaben als ein paar Fotos hochzuladen, wenn du ein Thema bespielen willst und eigentlich auch hoffst, Geld damit zu verdienen – dann melde ein Gewerbe an.

Geltend zu machen, dass man eine freiberufliche oder künstlerische Tätigkeit ausführt, wird nur dann funktionieren, wenn man keinerlei Werbung (auch kein Affiliate Marketing) für einen Dritten macht – sondern beispielsweise als Künstler ausschließlich die eigenen, selbst geschaffenen Kunstwerke verkaufen möchte. Das wird in den wenigsten Fällen zutreffen.

In aller Regel wird das Gewerbeamt nach deiner Anmeldung das Finanzamt über deine Anmeldung informieren. Und das Finanzamt wird dir eine Steuernummer erteilen. Dann geht auch hier der klassische Kreislauf los: das Finanzamt erwartet von dir die Meldung deiner Einnahmen, Ausgaben und Steuerdaten.

Für die Einkommenssteuer gilt grundsätzlich ein Freibetrag von 9.984 EUR (2022), wenn man sonst keine Einkünfte hat. Wer noch nebenbei arbeitet, für den schrumpft der Freibetrag, bis zu dem man keine Einkommenssteuer bezahlt, auf 410 EUR. Außerdem beachtet werden muss, dass auch unterhalb der Freibetragsgrenzen gegebenenfalls Umsatzsteuer zu entrichten sein kann.

Eine Steuererklärung ist in jedem Fall Pflicht, die EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) auch. Für die Gewerbesteuer gilt üblicherweise ein Freibetrag von 24.500 EUR, erst darüber wird Gewerbesteuer fällig. Der Umsatzsteuerpflicht kann man bis zu 17.500 EUR Jahreseinkommen durch die Kleinunternehmerregelung entgehen (wichtig: bereits bei der Anmeldung beantragen!).

Komplizierter wird es bei Gratisartikeln (deren Wert muss steuerlich immer als sogenannte Sacheinnahme angesetzt werden!), die man gegebenenfalls zugesendet bekommt. Wenn es um die Abschreibung von angeschafften Geräten oder Zubehör geht (Laptop, Kamera, etc.) steigt der Grad der Komplexität noch einmal deutlich weiter an.

Ein sachkundiger Steuerberater ist daher für jeden dringend empfehlenswert, der auf Instagram Geld verdienen möchte (egal ob als Influencer, Affiliate Marketer oder durch den Verkauf eigener Produkte oder Kunstwerke).

Augen auf bei unseriösen Angeboten

Die Begeisterung der Menschen dafür, als Influencer „ganz cool“ Geld zu verdienen, machen sich natürlich auch viele dunkelgraue und eindeutig schwarze Schafe unter den Unternehmen zunutze. Immer wieder kursieren halbseidene „Geschäftsmodelle“, mit denen man angeblich 1.000 Euro, 10.000 oder mehr monatlich durch eine Stunde Zeitaufwand pro Woche verdienen kann… ohne dafür sein eigenes Insta-Profil nutzen zu müssen, ohne vor die Kamera treten zu müssen und ohne Follower zu haben.

Unschwer zu erkennen, dass man von solchen Angeboten besser die Finger lassen sollte – auch wenn man dringend Geld braucht. In den allermeisten Fällen wird nur der Anbieter solcher Geschäftsmodelle am Ende profitieren.

Wenn du wirklich ernsthaft Geld mit Instagram verdienen willst, mach das lieber auf dem bewährten klassischen Weg: indem du sehr regelmäßig richtig guten und interessanten Content anbietest, deine Follower-Base auf organische Weise langsam wachsen lässt – und du dir ein wenig Geschick erwirbst bei der Auswahl von lohnenden Kooperationen (Sponsoring) und der Wahl geeigneter Affiliate-Links. So haben es auch alle heutigen Top-Influencer gemacht, der Weg funktioniert also. „Abkürzungen“ werden höchstwahrscheinlich nicht funktionieren – es ist die Followerbase, die deinen Account so wertvoll und die Zusammenarbeit für Sponsoren überhaupt lohnend macht. Mit nichts anderem wird auf Instagram Geld verdient.

Fazit

Wer regelmäßig sehr guten Content schafft, konsequent am Ball bleibt und geschickt bei der Auswahl von Kooperationspartnern und Affiliate-Programmen ist, kann auch bei mäßigen Followerzahlen häufig bereits gutes Geld auf Instagram verdienen.

 

Bitte bewerte diesen Artikel:

X
X