Crowdlending

Der Begriff Crowdlending deutet schon darauf hin, dass hier eine Menge von Privatpersonen (die „Crowd“) zusammengefasst als Geldgeber für andere Privatpersonen, aber auch für Unternehmen auftritt.

Crowdlending-Formen

Man unterscheidet hier zwischen Peer-to-Peer-Lending (Vergabe von Krediten an Privatpersonen), und dem Peer-to-Business-Lending (Vergabe von Krediten an Unternehmen oder Unternehmer). Die Crowd profitiert dabei von den Kreditzinsen, die gewissermaßen die Rendite auf ihr Investment darstellen.

Mit der Schaffung der ersten Crowdlending-Plattformen 2005 hat sich damit ein alternativer Kreditmarkt entwickelt, der heute ein Volumen von ungefähr 1,5 Milliarden Euro weltweit hat. In Deutschland sind derzeit mit smava, auxmoney und Lendico drei relativ große und gut beworbene Anbieter auf dem Markt.

Internationale Plattformen können aber – durch den durchwegs guten Ruf deutscher Unternehmen weltweit – in jedem Fall auch eine Alternative für Gründer und Unternehmer in Deutschland sein.

Crowdlending als alternative Unternehmenskredite

Insbesondere als Alternative zu Gründerkrediten von Banken oder anderen Finanzierungsgebern haben Crowdlending-Kredite durchaus eine gewisse Bedeutung. Auch bei geringerer Bonität des Unternehmens bestehen hier oft noch Chancen auf einen Kredit. Die Zinsen bei Crowdlending-Krediten sind aber durchwegs höher als bei anderen Finanzierungen. Je schlechter die Bonität ist, desto höher fallen in der Regel die Kreditzinsen aus.

Risiken für Geldgeber beim Crowdlending

Crowdlending-Plattformen werden Anlegern als hoch profitable Anlageform mit hohen Renditen angepriesen. Berücksichtigen muss man hier aber auch das sehr hohe Risiko für Totalverluste, wenn der Kredit von einzelnen Kreditnehmern nicht mehr bedient werden kann.

Crowdlending oder Crowdfunding

Eine Alternative zum Crowdlending-Kredit kann durchaus auch das übliche Crowdfunding sein. Hier wird mit den auf vielen Plattformen üblichen partiarischen Nachrangdarlehen ja ebenfalls ein Crowd-Kredit gegeben, der später entsprechend verzinst zurückgezahlt werden muss.

Für Unternehmer – und insbesondere für Gründer – sind die Bedingungen beim Crowdfunding in vielen Fällen vorteilhafter als beim Crowdlending. Das muss im jeweiligen Einzelfall aber immer sorgfältig geprüft und abgewogen werden. Crowdlending bietet sich auch im Nachhinein noch als Alternative an, wenn mangels öffentlichem Interesse kein Crowdfunding zustande kommt.

Sonderfall Social Lending

Social Lending bedeutet, dass zwar ein Rückzahlungsanspruch besteht, die Geldgeber aber keine Zinsen bekommen. Social Lending ist bislang nicht sehr weit verbreitet, könnte sich aber vor allem für soziale und gemeinnützige Initiativen als hilfreiche, zusätzliche Möglichkeit etablieren, über Spenden hinaus noch zusätzlich benötigte Geldmittel zu lukrieren.

Mehr zum Thema Crowdlending?

Sehr zu empfehlen: der Fachartikel von Crowdfunding-Experte Steffen Doberstein „Crowdlending – so funktioniert der Kredit von der Masse“

Und auch den zweite Fachartikel von Steffen Doberstein sollte man sich durchlesen. Hier werden verschiedene Finanzierungsformen miteinander verglichen. „Crowdinvesting, Bank, Business Angel, Venture Capital oder Crowdlending – welche Finanzierungsform ist die richtige für mein Projekt?

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Kategorie: Finanzen

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