Basics Verein gründen - Schritt für Schritt zum eingetragenen Verein (eV)

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Organisieren sich mehrere Menschen für eine ideelle, soziale oder karitative Idee oder ein Projekt, dann ist der Verein immer noch die am häufigsten genutzte und die einfachste Rechtsform. Allerdings gibt es auch bei der Vereingründung einiges, das man unbedingt wissen und Fallstricke, die man unbedingt vermeiden sollte. Hier finden Sie übersichtlich alles, was Sie wissen und bedenken müssen, um einen Verein zu gründen.

Der Verein als Rechtsform – Vorteile und Einschränkungen

Vereine müssen nicht unbedingt automatisch gemeinnützig oder karitativ sein – von den rund 600.000 Vereinen in Deutschland trifft das aber auf die Mehrzahl zu. Der Verein als Rechtsform bietet gerade Non-Profit-Organisationen einige wichtige Vorteile.

  • Der Verein ist steuerbegünstigt oder sogar völlig steuerbefreit.
  • Die Leitung wird demokratisch gewählt, alle Entscheidungen werden von der Mitgliederversammlung nach Mehrheitsbeschluss getroffen.
  • Der bürokratischer Aufwand bei der Führung eines Vereins ist gegenüber einem Wirtschaftsunternehmen erheblich geringer.
  • Als gemeinnützig anerkannte Initiativen können vielfach öffentliche Ressourcen verbilligt oder kostenlos nutzen.
  • Es gibt vielfach öffentliche Hilfen und Unterstützungen für gemeinnützige Einrichtungen (etwa Unterstützung und Vermittlung von Personal).
  • Länderförderungen, Bundesförderungen oder auch EU-Fördermitteln stehen gemeinnützigen Initiativen zur Verfügung.

Theoretisch könnte ein sozialer Zweck natürlich auch mit einer anderen Rechtsform verfolgt werden – klassisch wäre hier die UG (haftungsgeschränkt) oder die GmbH oder GbR. Doch aufgepasst: Für die Führung eines solchen „sozialen Unternehmens“ ist nicht nur der bürokratische und buchhalterische Aufwand deutlich höher, es fallen unter Umständen auch die Steuerbegünstigungen weg und öffentliche Ressourcen und Förderungen könnten in der Regel nicht genutzt werden.

In der Praxis scheidet diese Möglichkeit in den meisten Fällen aus: Abgesehen von einer einzigen, immer häufiger genutzten Alternative zum Verein – der gGmbH, über die wir am Ende des Beitrags noch kurz informieren.

Vereinsgründung – einen Verein gründen Schritt für Schritt

Wie ein Verein zu gründen ist, regeln in Deutschland Gesetze ganz exakt. Die eine Vereinstätigkeit und insbesondere einen Idealverein betreffenden Gesetze finden sich zum Teil im BGB (privatrechtlicher Teil) und im Vereinsgesetz (VereinsG, öffentlich-rechtlicher Teil).

Schritt 1: Vereinsmitglieder definieren

Um einen Verein zu gründen müssen sich mindestens sieben Vereinsmitglieder zusammenfinden, die einen nicht gewinnorientierten Zweck gemeinsam verfolgen wollen.

Schritt 2: Gründungsversammlung des Vereins – Name, Vorstand & Vertretung

Diese mindestens sieben Vereinsmitglieder müssen eine so genannte Gründungsversammlung abhalten und dabei die Vereinssatzung verabschieden und einen Vorstand wählen.

Der Vereinsname

Wichtig: Recherchieren Sie die Namen von Vereinen in Ihrem Registerbezirk: Ihr Vereinsname muss sich von anderen deutlich unterscheiden. Er darf außerdem nicht irreführend sein, etwa über Art und Größe des Vereins täuschen. Allein die Eintragung des Namens sorgt nicht für einen weitreichenden Namenschutz: Verstöße gegen Namens- und Markenrecht zwingen Sie eventuell, später den Namens zu ändern, außerdem drohen erhebliche Schadenersatzforderungen.

Und Sie sollten an den Schutz des Names sorgen, etwa als eine Wortmarke. Wie das geht, erfahren Sie in dem Fachartikel „How to: Darauf müssen Sie bei der Anmeldung einer Marke achten“.

Der Vorstand

Der Vorstand ist neben der Mitgliederversammlung das einzige Pflichtorgan eines Vereins. Der Vorstand leitet den Verein und vertritt ihn nach außen in Geschäftsführung und Vertretung.

Wie der Vorstandes zusammengesetzt wird, muss in der Satzung geregelt sein. Er muss nicht aus mehreren Personen bestehen und es gibt auch keine bestimmten Pflichtämter wie etwa den Schriftführer oder Kassenwart. In der Regel wird der Vorstand aus ein bis fünf Personen bestehen.

Die Vertretungsberechtigung: BGB-Vorstand & erweiterter Vorstand

Unterschieden werden die Vorstandsmitglieder nach ihrer Berechtigung, den Verein zu vertreten:

  • Vorstandsmitglieder im Sinn des BGB (der auch BGB-Vorstand genannt wird) sind vertretungsberechtigt und werden auch ins Vereinsregister eingetragen,
  • Mitglieder der erweiterten Vorstandes hingegen sind nicht vertretungsberechtigt. Sie weren auch nicht eingetragen, besitzen aber die gleichen Stimmrechte.

Wie die BGB-Vorstandsmitglieder vertretungsberechtigt sind, einzeln oder gemeinsam, muss in der Satzung geregelt werden.

Schritt 3: Vereinssatzung verabschieden

Für die Erstellung der Satzung ist nicht unbedingt die Hilfe eines Rechtsanwaltes erforderlich. In jedem Falle gehört in eine Satzung:

  • der Vereinsname,
  • der Vereinssitz (meint nur den Ort, keine genaue Adresse),
  • Regelung zur Eintragung des Vereins,
  • Vereinszweck,
  • Regeln für Aus- und Eintritt von Mitgliedern,
  • die vereinbarten Mitgliedsbeiträge,
  • Regeln zur Beurkundung von Beschlüssen (Protokollierung),
  • Regelungen zur Bestimmung des Vorstandes und
  • zur Einberufung der Mitgliederversammlung.

Das, was die Satzung nicht regelt, wird durch das BGB und seine Auslegung durch die Rechtsprechung festgelegt.

Schritt 4: Gemeinnützigkeit vom Finanzamt prüfen lassen

Ein Verein, dessen Satzung einen gemeinnützigen oder sozialen Zweck vorsieht, ist nicht automatisch auch steuerlich als gemeinnützig eingestuft. Die Gemeinnützigkeit und damit die Berechtigung für die Steuerbefreiung prüft erst das zuständige Finanzamt auf Antrag – der Verein muss dabei den Vorgaben des § 52 AO entsprechen.

In Abständen von rund drei Jahren erfolgt dann durch das Finanzamt immer wieder eine Nachprüfung, ob die Gemeinnützigkeit noch besteht.

Bei angestrebter Gemeinnützigkeit (Steuerbefreiung) sollte die Satzung dem Finanzamt vor Eintragung zur Prüfung vorgelegt werden, um Änderungen noch durchführen zu können.

Schritt 5: Eintragung des Vereins im Vereinsregister

Der „eingetragene Verein“ (e.V.) ist ins Vereinsregister eingetragen und damit amtlich als juristische Person anerkannt. Der Verein kann also in seinem Namen klagen und verklagt werden, oder aber auch ins Grundbuch eingetragen werden.

Nicht eingetragene Vereine gibt es zwar immer wieder, ihre rechtliche Situation ist allerdings schwierig. In manchen Punkten können sie eingetragenen Vereinen gleichgestellt werden, in anderen Bereichen wiederum oft nicht – insbesondere in Bezug auf die Haftungsregelungen. Im Sinne der Rechtssicherheit für alle Beteiligten sollte also in jedem Fall eine Eintragung ins Vereinsregister angestrebt werden.

Die Eintragung des Vereins erfolgt durch den gewählten Vorstand. Dabei sind häufig die Beglaubigung eines Notars notwendig – allerdings nicht in allen Bundesländern. Auch das Protokoll der Gründungsversammlung und die Gründungssatzung sind von allen Mitgliedern unterschrieben vorzulegen.

Im Ergebnis bekommt man einen Registerauszug vom Amt, der dann im nächsten Schritt fürs Finanzamt wichtig wird.

Schritt 6: Bankkonto eröffnen und Verein bei Finanzamt melden

Der Verein, hier vertreten durch den BGB-Vorstand, muss ein Bankkonto eröffnen und der Verein muss beim Finanzamt angemelden werden. Dafür ist der Registerauszug nötig.

Kosten der Vereinsgründung

  • Notargebühr für die Beglaubigung der Anmeldung (etwa 25,00 Euro zuzüglich Schreib- und Zustellgebühren)
  • Registergebühr für eine Eintragung beim zuständigen Amtsgericht (etwa 50 Euro)
  • die Bekanntmachung der Eintragung (zwischen 10 bis 30 Euro)

Weitere Kosten fallen an, wenn man einen Rechtsanwalt mit der Erstellung der Satzung beauftragt. Spätere Eintragungen ins Vereinsregister sind ebenfalls mit Kosten verbunden, etwa, wenn man die Zusammensetzung des BGB-Vorstandes veranlasst.

Verein gründen? Alternative Rechtsform: die gGmbH

Die gGmbH – oder gemeinnützige GmbH – ist eine gewöhnliche GmbH, die allerdings einen ausschließlich gemeinnützigen Zweck verfolgt. Es gibt sie nach den neuen GmbH-Richtlinien auch als gUG (haftungsbeschränkt).

Der wesentliche Vorteil liegt bei gGmbHs in der Praxis darin, dass nicht ein abwählbarer Vorstand die Geschäfte führt, sondern ein feststehendes, sich nicht veränderndes Management. Das bedeutet, vor allem bei der Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen, mehr Transparenz für die wirtschaftlichen Partner, mehr Vorhersagbarkeit der Entscheidungen und mehr Anerkennung in der Wirtschaftswelt.

Wie man eine gGmbH gründet, erfahren Sie in diesem Fachartikel „gGmbH gründen in 7 einfachen Schritten – inklusive Mustersatzung“.

Vor- und Nachteile der gGmbH gegenüber dem Verein: Lesen Sie hier die „Checkliste: gemeinnützige GmbH (gGmbH) und Verein im Vergleich“.

Andere Alternativen zum Verein gründen: ARGE und Interessensgemeinschaft (IG)

Rechtsformen wie eine ARGE oder eine Interessensgemeinschaft (IG) sind keine echten Alternativen zum Verein – in den meisten Fällen werden sie rechtlich als GbR gesehen, das kann in einzelnen Fällen aber unterschiedlich sein. In Bezug auf Haftung gibt es, wie beim nicht eingetragenen Verein, häufig Unsicherheiten und Unwägbarkeiten für den einzelnen. Soferne sich also mindestens sieben Mitglieder zusammenfinden, bleibt der e.V. die eindeutig beste Lösung, die auch am klarsten geregelt und regelbar ist.

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