Erfolgsrezepte für Startups und Gründer

Namens­fin­dung“ – How­to: In 4 Schrit­ten zu einem tol­len Unternehmensnamen

Manch­mal ist es ein Wort, dass den Anstoss für eine Fir­men­grün­dung gibt. Dann ist das mit dem Fir­men­na­men sicher kein Pro­blem. Doch wer in der Grün­dungs­pha­se plötz­lich einen pas­sen­den Namen für sein Pro­jekt und sein Start­up fin­den will, der wird auf Hin­der­nis­se sto­ßen: Es ist gar nicht so ein­fach, eine Sache span­nend, genau und sinn­voll zu benen­nen. Wie ihr zu einem tol­len Fir­men­na­men kommt und wor­auf ihr dabei ach­ten müsst, erfahrt ihr in die­sem Fachartikel.

3.2/5 (5)

Manch­mal ist es ein Wort, dass den Anstoss für eine Fir­men­grün­dung gibt. Dann ist das mit dem Fir­men­na­men sicher kein Pro­blem. Doch wer in der Grün­dungs­pha­se plötz­lich einen pas­sen­den Namen für sein Pro­jekt und sein Start­up fin­den will, der wird auf Hin­der­nis­se sto­ßen: Es ist gar nicht so ein­fach, eine Sache span­nend, genau und sinn­voll zu benen­nen. Wie ihr zu einem tol­len Fir­men­na­men kommt und wor­auf ihr dabei ach­ten müsst, erfahrt ihr in die­sem Fachartikel.

Schritt 1 zu Namens­fin­dung: Wis­sen, wer ihr seid

Die einen brain­stor­men im Team, die ande­ren ereilt ein Geis­tes­blitz in der Dusche. Man­che befra­gen die Cloud oder beauf­tra­gen Text­agen­tu­ren. Es gibt vie­le Wege, zu einem Namen für die eige­ne Fir­ma zu kom­men. Kei­ner davon ist gol­den, kei­ner ohne Steine.

In jedem Fal­le soll­ten sich Grün­der vor der Suche eini­ge wich­ti­ge Fra­gen stel­len. Und die Fra­gen wer­det ihr schon ken­nen: Ihr müsst sie beim Busi­ness­plan, beim Pitch und euren Inves­to­ren beant­wor­ten. Wer seid ihr? Was wollt ihr? Für wen ist das, was ihr da anbie­tet? Was ist der USP? Und war­um eigent­lich ihr?  Die Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen geben euch eine Rich­tung, eine Basis für euren Fir­men­na­men. Denn klar wird dadurch, wel­che Ziel­grup­pe der Name anspre­chen soll.

Ein Bei­spiel: Dr. Seve­rin, ein Start­up aus Frankfurt/M., ver­kauft After­sha­ves. Klar was das „Dr.“ errei­chen soll: Glaub­wür­dig­keit, Ernst­haf­tig­keit, medi­zi­ni­sches Know­how. Doch dann kommt kein Schmidt, Mül­ler, Krü­ger – die neben belie­big auch noch alt­ba­cken wir­ken. Son­dern ein coo­ler „Seve­rin“. Die Ziel­grup­pe ist näm­lich jung und kauft vor allem im Internet.

Also: schaut in euren Busi­ness­plan und mar­kiert die wich­tigs­ten Key­wor­ds eures Unter­neh­mens. Viel­leicht ist schon ein Name dabei. Ansons­ten zu Schritt 2: Kreativität

Schritt 2 zur Namens­fin­dung: Lasst los und dann packt zu – Kreativsein

Eigent­lich ist das der spa­ßigs­te Teil der Namen­su­che: Alles zulas­sen und aus­pro­bie­ren. So geht Krea­ti­vi­tät am bes­ten. Doch auf Befehl funk­tio­nie­ren Men­schen so meist nicht. Doch kei­ne Sor­ge, es gibt ein paar tol­le Stra­te­gi­en, wie man die eige­ne Krea­ti­vi­tät beflü­gen kann. Ganz ohne Kater am nächs­ten Morgen.

Brain­stor­ming Metho­den helfen

Seht euch dazu mal unse­ren Fach­ar­ti­kel „Geschäfts­ide­en ent­wi­ckeln (1) – 6 erfolg­rei­che Brain­stor­ming-Metho­den zur Ide­en­fin­dung“ an. Die­se Metho­den eig­nen sich nicht nur für Ide­en son­dern auch für Begrif­fe und Namen.

Hilf­rei­che Tools für die Namensfindung

Eine ande­re Metho­de, um Namens­in­spi­ra­tio­nen zu bekom­men sind Online-Namens­ge­ne­ra­to­ren: Aus einem von euch defi­nier­ten Pool aus Begrif­fen erstel­len sie neue Wör­ter oder Wort­kom­bi­na­tio­nen. Lei­der arbei­ten alle die­se Tools nur mit der eng­li­schen Sprache.

  • Ein sehr simp­les Tool ist Name­boy, das ein­fach aus einem Haupt- und einem Zweit­wort mög­li­che Kom­bi­na­tio­nen erstellt. Auch die Suche nach frei­en Inter­net-Domains ist inbegriffen.
  • Ähn­lich spie­le­risch funktioniert
  • Mit dem Domain­ty­per kom­men gleich zwei Funk­tio­nen: Ein Name-Gene­ra­tor lie­fert jede Men­ge Fan­ta­sie-Fir­men­na­men und eine Such­funk­ti­on prüft in Echt­zeit die Ver­füg­bar­keit von Domainnamen.
  • Das Tool Wor­doid hin­ge­gen ergänzt euren ein­ge­ge­be­nen Begrif­fe mit wei­te­ren Wör­tern in ver­schie­de­nen Sprachen.
  • Einen Start­up Com­pa­ny Name Gene­ra­tor fin­det ihr hier.
  • Oder ver­sucht es doch mal mit dem Acro­nym Crea­tor.
  • Der One-Klick Hips­ter Busi­ness Gene­ra­tor macht es beson­ders ein­fach – aber fragt gar nicht nach euren Interessen.
  • Das Unglaub­li­che ver­spricht Impos­si­bi­li­ty!

Krea­ti­ve suchen nach eurem Namen

Eine Alter­na­ti­ve sind krea­ti­ve Köp­fe, die in einem Online-Wett­be­werb indi­vi­du­el­le Namens­vor­schlä­ge nach euren Vor­stel­lun­gen kre­ieren. Die Platt­form desi​gnen​las​sen​.de bie­tet z. B. die­sen Ser­vice und hat eine Com­mu­ni­ty mit vie­len krea­ti­ven Köp­fen auf­ge­baut. Zum Pro­jekt­start for­mu­liert ihr ein Brie­fing, danach bekommt ihr Vor­schlä­ge, die ihr bewer­ten und Feed­back dazu abge­ben könnt. Ist der Wunsch­na­me gefun­den, kann die­se Idee nach der Recher­che zum Gewin­ner gekürt und damit erwor­ben werden.

Wie und wo ihr euch auch inspi­rie­ren lasst – räumt euch Zeit bei der Suche ein. Selbst wenn es schon einen Namen gibt, den ihr mögt. Erst über einen Zeit­raum merkt ihr, ob er wirk­lich funktioniert.

Ein Bei­spiel: Kron­ju­we­len ist ein Start­up, das strah­lungs­ge­schütz­te Boxer­shorts her­stel­len will. Den Namen muss man nicht erklä­ren, er ist spie­le­risch und bringt die Mis­si­on trotz­dem auf den Punkt. Die bes­ten Stü­cke des Man­nes in den Safe.

Schritt 3 zur Namens­fin­dung: Nun prü­fe, wer sich ewig bindet

Einen Unter­neh­mens­na­men spä­ter zu ändern, ist kost­spie­lig und ris­kant. Man erin­nert sich immer noch gern an Twix-Rai­der-Twix. Des­halb prüft genau, ob euer Lieb­lings­na­me wirk­lich geeig­net ist.

Was denkt die Crowd?

Ihr mögt eure Namens­idee ja toll und gelun­gen fin­den, aber ist sie wrk­lich gelun­gen? Des­we­gen: Tes­tet unbe­dingt euren Wunsch­na­men. Lasst ihn von ande­ren laut vor­le­sen, denn er muss ein­fach aus­zu­spre­chen sein und gut klin­gen. Soll­te es zu Ver­spre­chern kom­men oder ein­fach nicht gut klin­gen, dann beginnt die Suche lie­ber erneut.

Ihr könnt auch gleich in die Crowd gehen und über eine Kam­pa­gne mit der Inter­net­kam­pa­gne die Suche nach einem tol­len Namen begin­nen. Der Vor­teil: so bin­det ihr eure Ziel­grup­pe schon früh.

Domain frei für euren Namen?

Ganz wich­tig und nicht zu ver­nach­läs­si­gen ist die freie Domain für euren Fir­men­na­men. Falls die Domain schon ver­ge­ben ist, könnt ihr noch prü­fen bzw. anfra­gen, ob die­se zum Ver­kauf steht. Ande­ren­falls lohnt es sich, die Suche nach dem per­fek­ten Namen fortzusetzen.

Wofür steht eigent­lich BHK, XTZ und 3PRO4?

Kri­tisch sind Abkür­zun­gen. Gera­de als Neu­ling auf dem Markt ist es schwer, eine Abkür­zung bekannt zu machen. Mit ein­zel­nen Buch­sta­ben einen sinn­vol­len Zusam­men­hang zur Tätig­keit zu schaf­fen ist oft unmög­lich. Gleich­zei­tig lohnt es sich, euren Fir­men­na­men mal mit Abkür­zun­gen zu über­den­ken. Viel­leicht wird dar­aus ein tol­les Logo?

Was sind die Gren­zen eurer Namensfreiheit?

So ganz frei seid ihr bei der Namens­ge­bung eurer Fir­ma nicht. Denn je nach Rechts­form eures Unter­neh­mens müs­sen zusätz­li­che Bezeich­nun­gen auf­ge­nom­men werden.

  • Bei ein­ge­tra­ge­nen Gesell­schaf­ten wie einer AG, GmbH oder UG muss die jewei­li­ge Rechts­form immer dem Fir­men­na­men ange­hängt wer­den. Beim Namen selbst kann man fast frei wählen.
  • Bei einer Per­so­nen­ge­sell­schaft muss zudem min­des­tens der Nach­na­me eines Gesell­schaf­ters im Fir­men­na­men genannt werden.
  • Bei einer GbR muss sogar der Vor- und Nach­na­me im Fir­men­na­me ent­hal­ten sein, bei einer OHG reicht der Nachname.
  • Bei den nicht ins Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Fir­men han­delt es sich streng genom­men nicht um einen Fir­men­na­men, son­dern um eine Geschäfts­be­zeich­nung. Die­se muss immer auch aus dem Eigen­na­men bestehen. Wer also selbst­stän­dig ist, muss den Vor- und Nach­na­men in der Geschäfts­be­zeich­nung mit ange­ben, wer frei­be­ruf­lich tätig ist, zumin­dest den Nach­na­men. Abge­se­hen von den Eigen­na­men und der Rechts­form kön­nen natür­lich wei­te­re Bezeich­nun­gen hin­zu­ge­nom­men werden.

Wie sicher seid ihr, das euer Name euch gehört?

Bei der Namens­fin­dung ist es ganz wich­tig, von Anfang an dar­auf zu ach­ten, dass kei­ne bestehen­den Mar­ken­rech­te ver­letzt wer­den oder der Name irre­füh­rend ist. Es gibt eini­ge Begriff­lich­kei­ten, wie z. B. Insti­tut, inter­na­tio­nal oder auch Bio, die nahe­zu immer unzu­läs­sig sind. Die­se Begrif­fe sind geschützt und dür­fen daher nur ver­wen­det wer­den, wenn sie auch tat­säch­lich zutreffen.

Ist ein Name bereits geschützt, darf die­ser oder ein sehr ähn­li­cher kein zwei­tes Mal ver­wen­det wer­den. Prüft also eure Ide­en immer früh­zei­tig, um eine teu­re Schutz­rechts­kla­ge zu ver­mei­den. Neben den mög­li­chen Kos­ten einer Kla­ge ist auch die Namens­än­de­rung an sich mit hohen Aus­ga­ben verbunden.

In einer ers­te Recher­che könnt ihr selbst über Goog­le schnell her­aus­fin­den, ob euer Wunsch­na­me bereits ver­ge­ben. Den­noch soll­tet ihr unbe­dingt wei­te­re Recher­chen beim Deut­schen Patent- und Mar­ken­amt (DPMA), sowie auch im Han­dels­re­gis­ter durchführen.

Schritt 4 zur Namens­fin­dung: Schützt euren tol­len Namen

Nach all der Mühe wollt ihr natür­lich nicht, dass euch der gefun­de­ne Name noch strei­tig gemacht wird. Oder gar geklaut. Des­halb: Lasst euren Namen schüt­zen und tragt ihn als Mar­ke ein.

Die Mar­ken­an­mel­dung beim Deut­schen Patent- und Mar­ken­amt (DPMA) kos­tet rund 300,- Euro und gilt für zehn Jahre.

Wie die Mar­ken­an­mel­dung funk­tio­niert, erfahrt ihr in unse­rem Fach­text „How to: Dar­auf müs­sen Sie bei der Anmel­dung einer Mar­ke ach­ten“.

 

Bit­te bewer­te die­sen Artikel:

Kommentare
X