Selbstständig machen als Blogger: Reich werden im Internet

Schöne Vorstellung und inzwischen beliebteres Karriereziel als Model: Sein Geld als Blogger und Youtuber verdienen. Doch im WWW erwartet euch kein Klondike sondern harte Arbeit…

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Themenfinden, Recherchieren, Umsetzen und Promoten – vier wichtige Schritte im Arbeitsalltag eines Bloggers. Während sich viele vorstellen, dass das Betreiben eines Blogs relativ entspannt ist, sieht die Realität anders aus. Denn neben kreativen und interessanten Postings geht es um clevere Werbemaßnahmen, Kooperationen sowie den richtigen Einsatz von Social Media. Und ganz klar: Reich werdet ihr mit dem Bloggen sehr wahrscheinlich nicht, auch die Top Ten der deutschen Internet-Erfolgreichen haben keine Jacht. Für das Geschäftsmodell Blogger braucht man ein paar Skills, die über eine gute Schreibe hinausgehen.

Schritt 1: Von der Idee zur Planung | Ausbildung & Praxis

Zunächst ist es zwingend notwendig, ein interessantes Themengebiet zu finden. Dieses ist im besten Fall eine noch unbesetzte Nische, die dadurch zum persönlichen Alleinstellungsmerkmal avanciert. Zusätzlich ist es natürlich wichtig, dass sich der Blogger im jeweiligen Themengebiet gut auskennt. Nur so ist es machbar, mit der Zeit einen Expertenstatus zu erhalten. Die Leser müssen Vertrauen fassen. Das geschieht jedoch nur, wenn der Blogger authentisch und glaubwürdig ist. Mit schlecht recherchierten Beiträgen und Themen, die beispielsweise für den Leserkreis nicht mit den Ansichten und Vorstellungen des Bloggers einhergehen, klappt das nicht. Die Inhalte des Blogs müssen hochwertig sein. Außerdem ist es wichtig, die Posts regelmäßig zu veröffentlichen. Einmal in der Woche zu posten, ist zu selten für einen Berufsblogger, der hohen Traffic generieren will.

Pro und Contra des beruflichen Bloggens

Per Definition ist ein Blog eine Art elektronisches Tagebuch, das online geführt und geteilt wird. Die Einträge bedürfen stetiger Aktualisierung und orientieren sich im Regelfall an saisonalen Themen. Inzwischen ist nicht nur thematisch sondern auch technisch das Spektrum breit: Ihr könnt über Mode, Reisen, Technik bloggen, ihr könnt aber auch die beliebte Form des Unpacking als Vlog (die Videovariante des Blogs) veröffentlichen.

Wie jeder Beruf hat das Berufsbloggen Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen gehören:

  • Die Arbeit ist überall möglich. Rein theoretisch kann man von überall in der Welt aus schreiben. Ob Karibik oder Homeoffice in Deutschland – ein toller Gedanke :)
  • Über den Blog ist es möglich, einen regen Austausch über Themen zu führen, die persönlich interessant sind. So bauen Blogger stets neue Beziehungen auf und binden die Leser dauerhaft.
  • Dank der flexiblen Zeiteinteilung gibt es keine festen Schreibzeiten. Der Blogger entscheidet nach eigenem Ermessen, wann ein neuer Post ansteht.
  • Den Großteil der Startausrüstung haben Blogger schon daheim. Dadurch ist es gerade zu Beginn der Selbstständigkeit möglich, die Ausgaben gering zu halten.

Nachteile am Bloggen ist die Zeitspanne, die es dauert, um sichtbar, beliebt und bekannt zu werden. Jeder Berufsblogger benötigt daher Geduld. Um sich ein Image und gleichwohl einen Status als Experte auf dem jeweiligen Gebiet zu erarbeiten, braucht es schlicht und ergreifend Zeit. Und jede Menge Aktivität, die über das reine Erstellen der Inhalte hinaus geht (siehe dazu auch unter Marketing). Aber es lohnt sich, dranzubleiben und an dem eigenen Konzept kontinuierlich zu feilen.

Schritt 2 – der Businessplan für Blogger: klares Profil erstellen

Keine gute Gründung kommt ohne einen irgendwie formulierten Businessplan aus. Das ist auch bei einem professionellen Blogger so. Natürlich könnt ihr einfach erstmal anfangen, euch eine Seite aufbauen, Inhalte überlegen und posten. Doch wie jedes Startup kommt ihr auch als freiberuflicher Bloger irgendwann an den Punkt, euch über die klassischen Fragen einer Gründung Gedanken machen zu müssen:

Vorplanungen und Überlegungen für den Businessplan

Klares Profil – Spezialisierung als Blogger

Authentisch, überzeugend, am Zeitgeist – mit eurem Blog wollt ihr eine ganze Menge Menschen erreichen. Jedenfalls, wenn ihr mit dem Blog auch Geld verdienen wollt. Dafür solltet ihr sehr genau wissen, was euer Thema ist, wie ihr es präsentiert und unter die Leute bringt.

Schaut euch die Bloggerszene an, schaut auch mal international, vielleicht gibt es ein Format, dass ihr für Deutschland adaptieren könnt.

Schritt 3 zum Blogger: Praktische Schritte und Geschäftsmodell

Auch wenn die Anfangskosten für einen Blog sehr gering sein können – um diesen Plan auf einen wirtschaftlich festen Boden stellen wollt, solltet ihr euch auch um einen durchdachten Finanzplan kümmern.

Welche Ausgaben erwartet ihr, sowohl für Technik, Räume, euer alltägliches Leben. Das kann durchaus schnell ernst werden – etwa, wenn ihr einen Reiseblog betreiben wollt.

Geld verdienen mit dem eigenen Blog

Dauerhaft Geld mit einem Blog zu verdienen, funktioniert grundsätzlich über vier verschiedene Wege.

  1. Kooperationen mit Kunden: Der Blogger bekommt ein Produkt und stellt dieses nach einem Test im Blog von. Ganz besonders erfolgreiche Influencer arbeiten mit sogenannten Shoutouts. Dabei handelt es sich um Verlinkungen, die in den sozialen Medien mit einem passenden Foto platziert werden.
  2. Online-Werbung & AdSense Ganz klassisch funktioniert das Geld verdienen mit dem Blog über Bannerwerbung. Allerdings ist die Buchung eines Platzes auf der Internetpräsenz von der eigenen Bekanntheit abhängig, weshalb diese Verdienstmöglichkeit im Regelfall erst später Sinn macht, wenn der Blog sich etabliert hat und einen hohen Traffic vorweisen kann und Sichtbarkeit bei Google hat. Welche Kennzahlen hier Ausschlag geben, listet Strato auf.
  3. Affiliate Marketing: Hierbei handelt es sich um Empfehlungsmarketing. Der Blogger schreibt über ein Thema und platziert im Artikel verschiedene Links zu Produkten von Online-Shops. Klickt der Leser drauf und kauft dort, bekommt der Blogger eine Provision vom Shop. Der Klassiker hier ist Amazon.
  4. Anbieten von Dienstleistungen und Produkten: Diese Art des Geldverdienens mit einem Blog kommt insbesondere für jene infrage, die sich einen Namen im Internet erarbeitet haben. Wer Experte auf seinem Gebiet ist, kann beispielsweise anfangen, eigene Dienstleistungen für diesen Bereich anzubieten. Beispiele sind Webinare, Workshops und Anleitungen zum Download. Modeblogger hingegen betreiben eigene Shops auf ihren Blogs.

Dadurch ist es recht einfach nachzuvollziehen, wie Blogger eigentlich arbeiten und ihr Geld verdienen. Eine nette Fallstudie zu den tatsächlichen Einnahmequellen deutscher Blogger findet ihr hier.

Schritt 4: Vorschriften, Genehmigungen und Absicherungen

Erstmal könnt ihr natürlich loslegen – außer der Impressumspflicht und dem Beachten von Urheberrechten müsst ihr kaum etwas beachten. Doch früher oder später stellen sich bei eurer Professionalisierung folgende Fragen:

Die richtige Unternehmensformen für Blogger

Eine ganz wichtige Frage, die sich jeder Selbstständige zu Beginn des Startups stellt, ist, welche Unternehmensform sich am besten eignet.

Als Blogger ist es möglich, sowohl freiberuflich als auch im Angestelltenverhältnis und als Gewerbetreibender zu arbeiten. Als Festangestellter bleibt die kreative Schreibfreiheit etwas auf der Strecke, weil die Regeln des Unternehmens gelten. Andere Möglichkeiten sind, den Blog entweder als Freiberufler oder als Gewerbetreibender zu führen. Da noch keine einheitlichen Bestimmungen bestehen, entscheidet das zuständige Finanzamt hier individuell.

Für einen Blog mit Adsense ist es im Einzelfall sinnvoll, eine UG und später eine GmbH zu gründen, wenn das Geschäft läuft.

Blogger in Teilzeit: Gründen im Nebengewerbe

Wer auf Nummer sicher gehen will, behält zuerst seinen festen Job und meldet den Blog als Klein- oder Nebengewerbe an. So könnt ihr prüfen, ob in eurem Thema Potenzial steckt, ob ihr es schafft, Interesse zu wecken und auch mit Ausdauer zu publizieren.

Schritt 5 Marketing für Blogger: Reichweite für deinen Blog

Egal, wie ihr euren Blog monitarisiert – alle Möglichkeiten Geld zu verdienen, basieren auf der Reichweite, die ihr generiert und der Bekanntheit eures Angebotes. Wieviele Menschen könnt ihr erreichen? Manchmal ist es gar nicht die Größe eurer Zielgruppe sondern die Qualität – eine besondere Subkultur, die ihr mit eurem Blog erreicht, ist vielleicht nicht groß, aber vielleicht besonders interessant für die Werbewirtschaft. In jedem Falle gibt es mehrere Möglichkeiten, in eurer Reichweite zu wachsen.

Erster Schritt für Blogger: Netzwerken

Wichtigster Marketing-Punkt überhaupt: Netzwerken. Sich mit anderen Bloggern zusammenzutun und auf deren Blogs zu lesen, zu kommentieren, vielleicht Gastbeiträge zu übernehmen – all das ist wichtig, um bekannter zu werden und sich zu etablieren.

Reichweite: Tools und Programme für mehr Bekanntheit nutzen

Zur Verbesserung von Reichweite und Bekanntheit gibt es inzwischen für berufliche Blogger praktische Tools, Plattformen und Anbieter.

Eine Plattform nennt sich GetResponse Blogger Programm und unterstützt Freiberufler durch E-Mail-Marketing bei der Markenbildung. Nach Anmeldung und Registrierung des Blogs beim Anbieter gibt es einen 6-monatigen kostenlosen Account für CRM, E-Mail-Marketing und Landingpages. Dieser ist jedoch auf weitere 6 Monate verlängerbar, wenn im eigenen Blog über GetResponse berichtet wird. Die Tools bei GetResponse können unter anderem dazu genutzt werden um E-Mail-Listen zu erstellen und mehr Kontakte zu knüpfen.

Ganz wichtig ist auch ein SEO Tool wie beispielsweise Yoast SEO, was die Optimierung der Beiträge erleichtert und so dafür sorgt, dass der Beitrag auf Google auch entsprechend ranken kann und gefunden wird.

Beim Erreichen der Leserschaft helfen neben E-Mail-Marketing auch Tools wie Blog2Social, wo sich automatisiert erstellte Beiträge auf den entsprechenden Social Media Plattformen teilen lassen.

Abgesehen von technischen Hilfsmittel zum Erfolgstracking und der Versendung von Mailings ist es auch wichtig, unterstützende Plattformen zu bespielen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist Instagram, dass sich in den letzten Jahren stark von Unterstützung zur Hauptplattform entwickelt hat. Kooperationen mit bekannten Gesichtern kosten hier schon mal bis zu 30.000 Euro. Allerdings beginnt es auch erst ab ca. 10.000 Followern interessant zu werden. Wer es soweit schafft, kann seinem Blog sicherlich was Gutes tun – und zur Not auf Instagrammer umsatteln und dieses zu der Hauptplattform werden lassen, was bereits viele ehemalige Blogger getan haben.

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