Selbstständig machen… mit Smoothies

Food-Startups sind im Trend. Smoothies sind lecker. Wie macht ihr daraus euer Geschäft? Wir zeigen es euch in diesem Fachartikel.

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Ihr steht regemässig am Mixer, zaubert schmackhafte und gesunde Smoothie-Kreationen und fragt euch… könnte das nicht auch ein Geschäft sein? Ja, könnte es! Mit einem Food-Startup seid ihr voll im Trend. Das verschärft zwar die Konkurrenzlage – ihr könnt aber auch von schon erfolgreichen Gründern und ihren Erfahrungen lernen. Und vielleicht ist der ein oder andere Business Angel oder Gründercoach auch etwas aufgeschlossener zu einem solchen Thema. Wir zeigen euch die wichtigsten Schritte, die ihr für die Gründung eines Smoothie-Startups benötigt.

Schritt 1: Eure Überzeugung ist euer Potenzial

Immer wieder heißt es, ein Startup ist immer nur so gut, wie der Glaube des Gründers an seine Idee. Das trifft nicht auf alle Ideen zu, manchmal ist sie auch größer als derjenige, der sie hatte. Aber in einem recht simplen Produkt, das die Welt weder verändern wird noch sehnsüchtig von Menschen erwartet wird – da ist der Kreatör und seine Geschichte von großer Bedeutung. Es ist wie mit dem Sterne-Koch: Der erfindet nicht den Kalbsbraten, er macht ihn aber auf die eine, seine besondere Weise.

Superfood ist im Trend – und das ist nicht nur ein kurzlebiger Hype sondern bedient das Bedürfnis der Menschen, gesünder, frischer, bewusster zu Trinken und zu Essen. Fruchtsäfte gibt es schließlich schon ewig – Smoothies hingegen sind noch recht jung.

In jedem Falle solltet ihr euch Gedanken, warum es euer Produkt ist, das den Markt erobern soll. Ist euer USP die außergewöhnliche Zusammenstellung von Inhaltsstoffen? Habt ihr ein besonders Package – denn die Verpackung eures Produktes ist ein wichtiger Pfeiler eures Marketings? Oder habt ihr eine besonders clevere Vermarktungsstrategie?

Schaut euch Startups an, die das erfolgreich umgesetzt haben:

Aus dieser Besonderheit entwickelt sich auch das, was ihr später im Marketing dringend benötigt: Eine überzeugende und möglichst einzigartige Geschichte eurer Gründung.

Weitere Inspirationen von erfolgreichen Food-Startups:

Schritt 2: Konzept und praktische Schritte

Der eine Smoothie aus dem Mixer ist das eine – daraus ein Massenprodukt zu entwickeln, etwas ganz anderes. Denkt schon früh darüber nach, wo ihr mit eurem Smoothie landen wollt:

Soll es immer ein handgemachtes Nischenprodukt bleiben, dann stehen andere Produktionsprozesse an als wenn ihr Tausende Abfüllungen auf den Markt bringen wollt.

Schaut euch Produktionsstätten an, die ähnliche Produkte herstellen und lasst euch über Vorgaben und Bedingungen informieren. So könnt ihr realistischer planen.

Klar könnt ihr euch im Leanverfahren in der eigenen Küche mit der Produktion anfangen – allein um euer Produkt und sein Potenzial zu testen, werdet ihr diese Phase benötigen. Doch Vorsicht: Auch wenn ihr den Smoothie in kleiner Auflage in der eigenen Küche produziert, müsst ihr schon Vorgaben zur Lebensmittelproduktion beachten.

Schritt 3: Vorschriften, Genehmigungen und Absicherungen

Lebensmittelverarbeitende Gewerbe unterliegen speziellen Vorschriften. Macht euch vor der eigentlichen Gründung schlau.

Rechtsicherheit schaffen

Für euer Startup solltet ihr eine Rechtsform wählen, die eine Haftungsbeschränkung bietet. Somit besteht die Wahl zwischen der GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) und der UG (Unternehmergesellschaft), welche beide eine Eintragung in das Handelsregister und eine notarielle Beglaubigung erfordern. Für den Anfang ist dabei sicher die UG die bessere Wahl, denn bei der GmbH werden 25.000 Euro als Startkapital nötig. In unserem Artikel zur UG-Gründung findet ihr alle Informationen zu den Abläufen.

Außerdem solltet ihr alle urheberrechtlichen Fragen geklärt haben:

  • Dürft ihr den Produkt- / Firmennamen verwenden?
  • Könnt ihr die Rechte an Logo und CI sichern?
  • Welche Begriffe dürft ihr bei der Beschreibung eures Produktes verwenden?
  • Wie genau ist die Kennzeichnungspflicht?

Im Food-Bereich unbedingt alle Genehmigungen einholen

Doch vor allem in der Lebensmittelbranche ist es mit der Unternehmensgründung noch lange nicht getan. Schließlich möchtet ihr Produkte verkaufen, die von Menschen verzehrt werden und seid damit von einer Vielzahl von Regulierungen und Prüfungen betroffen. Diese regeln neben der Hygiene, den Qualitätsanforderungen auch die Konservierung und die Verpackung eurer Produkte. Für all diese Themen ist das Gesundheitsamt zuständig, welches euch auf alle Fragen eine Antwort gibt und genau erklärt, welche Vorschriften gelten und wie ihr die jeweiligen Genehmigungen für euer Vorhaben einholt.

Habt ihr alle Genehmigungen erhalten und könnt mit der Produktion und dem Verkauf beginnen, solltet ihr allerdings noch einen weiteren Aspekt mit einbeziehen: Sicherheit.

Da es sich bei Lebensmitteln so gut wie immer um verderbliche Produkte handelt und darüber hinaus noch weitere Risiken, wie Transport und Logistik bestehen, solltet ihr euch über Versicherungen Gedanken machen. Denn geht ihr das Risiko ein, steht ihr mitunter nach einem unerwarteten Unfall vor einem riesigen finanziellen Schaden.

Schritt 4: Aus eurem Smoothie wird eine echte Marke

Unverwechselbarkeit ist der Schlüssel für den Erfolg. Das kann beim Produkt selbst der Fall sein, bei der Verpackung oder beim Marketingauftritt – in jedem Falle sollten eure Kunden euch als etwas Besonderes empfinden.

Findet eure Story

Basis einer erfolgreichen Marketingstrategie ist eure Story:

  • Wie seid ihr auf die Idee zu eurem besonderen Smoothie gekommen?
  • Was hat euch bewogen, das Produkt zu entwickeln?
  • Wie kommen die Inkredenzien zusammen?
  • Hat eure Oma schon Spinat und Erdnüsse gemixt?

Alles was spannend ist, kann zur Blaupause eurer Geschichte werden – wichtig ist weniger Wahrheit sondern Glaubhaftigkeit.

Manchmal ist es das offensichtliche, manchmal eine kleine Nebeninformation, die das alles erst spannend macht. Testet das in verschiedenen Pitches – erzählt mehrere kleine Geschichten und achtet darauf, worauf eure Zuhörer reagieren.

Macht aus eurer Story ein Paket

Seid konsequent in der Art, wie ihr die Story für euer Produkt nutzt. Spielt ihr auf eine traditionelle Herstellungsweise an, dann zeigt das in der Gestaltung des Packagings.

Ist es ein besonderer Inhaltsstoff, dann stellt ihn in den Mittelpunkt eures Auftrittes.

Das solltet ihr bei eurem Webauftritt, bei allen Unternehmensunterlagen, beim Packaging und Social Media Auftritten umsetzen.

Und auch die Verpackung eures Produktes ist ein wichtiger Pfeiler eures Marketings.

Auch die Wahl eurer Marketingmaßnahmen wird von dieser Story geführt: Wenn ihr Karibikfeeling in der Dose verkaufen wollt, dann solltet ihr auch einen Vlog mit karibischem Flair anbieten.

Wie gutes Marketing für ein Food-Startup funktioniert, könnt ihr in dem Interview mit Nicolas Lecloux und seinem Unternehmen true fruits Smoothies erfahren.

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