5 Schritte zu eurem Erklärvideo: Planung, Themen, Tools, Kosten

Ihr wollt ein Erklärvideo für euer Startup produzieren aber wisst nicht, wie? Dann hilft dieser Fachartikel als Schritt für Schritt Einstieg.

Erklärvideos sind nicht nur ein Trend – sie sind auch tatsächlich ein gutes Marketingsinstrument, um wichtige Fakten eures Unternehmens an Kunden oder Investoren zu bringen. Ob als Pitch-Video für eure Crowdfunding-Kampagne, als erklärendes Video zur Produkteinführung oder schlicht als Behind the scenes eures Startups – Erklärvideos im Animationsstil sind frische und unterhaltsame Formate, andere von euch zu überzeugen. Vorausgesetzt, ihr macht es richtig und spannend. Eine Anleitung dazu findet ihr hier in unseren 10 Schritten zum eigenen Erklärvideo.

Schritt 1: Eure Story – Was wollt ihr erzählen, wem und warum

Jedes storytelling – auch das visuelle – fängt damit an, dass ihr euch die Story klar macht, die ihr erzählen wollt. Baut es vielleicht auf wie ein Scribble:

  • Schreibt auf einzelne Zettel die Stichworte, die ihr in dem Video unterbringen wollt.
  • Falls es einen Prozess gibt, den ihr beschreiben wollt (etwa eure Produktionskette oder so etwas): Schreibt auf gleichfarbige Zettel die einzelnen Schritte.
  • Schreibt auf anders farbige Zettel die Zielgruppe, die ihr erreichen wollt. Unter Umständen sind das verschiedene Gruppen.
  • Schreibt auf weitere Zettel, was ihr mit dem Video erreichen wollt (z.B. Bekanntheit steigern, Verkäufe ankurbeln, Leads generieren …)

Nachdem ihr dieses unsortierte Puzzle an Fakten zusammengetragen habt, sortiert es: Findet einen stringenten Bogen zwischen den einzelnen Fakten: Womit fangt ihr an, was ist der Kern der Story, wie endet die Geschichte und vor allem mit welchem Call to action – denn jedes Video soll ja etwas bewirken am Ende.

Hier werdet ihr auch schnell merken: Nicht alles passt zusammen. Da ihr lieber kürzere Videos von 1 bis 5 Minuten erstellen solltet, wird so einiges wegfallen müssen und vielleicht in ein zweites Video geplant werden.

Schritt 2 zum Erklärvideo: Finde den passenden Style

Alle solche Videos wollen eines: etwas erklären. Aber wie sie aussehen, ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Bevor ihr eure eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten prüft – macht euch im Netz schlau, welche Videos und Stile zu finden sind. Schaut auch explizit, wie vielleicht eure Konkurrenz visuell arbeitet. Macht euch Listen von euren Lieblingen und Inspirationen. Gutes Beiwerk: Ihr werdet auch auf jede Menge Erklärvideos stoßen, die euch nicht gefallen und die auch nicht gut sind. Bestes Learning für eure eigene Produktion!

Übersicht: Erklärvideo Stile

  • Whiteboard-Animation nennt man die Videos, in denen eine Hand den kompletten Film wie auf einem Whiteboard schreibt. Nicht jede Information lässt sich auf diesem Wege perfekt rüberbringen – und es bleibt auch immer ein bisschen ein “Malen nach Zahlen”-Gefühl. Ein Video für ein Sportprodukt mit viel Dynamik würde damit wohl eher nicht funktionieren.
  • Schrift-Animation setzt auf Bewegtbild aller Elemente und verzichtet auf eine erklärende Tonspur. Das muss zwar inhaltliche möglich sein (also keine komplexen Erklärungen sondern nur Headlines und Keywords reichen aus) – ist aber auch gut gemacht ein echter Hingucker. Und ihr könnt das Video auch an Orten nutzen, wo es mit Ton schwierig wird (Displaywerbung, auf Messen usw).
  • Animations-Stile gibt es noch einige, von Collage, Icon Style, Papercraft bis Cutout. Eine spannende Liste mit Inspiration und guten Beispielen findet ihr hier: Die 10 heissesten Erklärvideo Stile.

Für welchen Stil ihr euch entscheidet, hängt von einigen inhaltlichen aber auch praktischen Faktoren ab:

  • Welcher Stil passt zu eurem CI?
  • Wie komplex ist eure Story?
  • Wo wird das Video eingesetzt?
  • Habt ihr einen guten Sprecher oder müsst ihr ohne auskommen?
  • Könnt ihr mit einem Erklärvideo Tool arbeiten oder wollt ihr den Auftrag sowieso an einen Anbieter für Erklärvideos abgeben?

Schritt 3: Drehbuch & Storyboard – Schreibt eure Geschichte auf

So ziemlich jede Videoproduktion ohne Script kommt an den Punkt, wo sie zerfasert. Denkt daran: Videos erstellen ist immer Teamarbeit. Und mehrere Menschen haben auch immer verschiedene Vorstellungen, wie etwas erzählt wird oder wie etwas aussieht.

Nutzt ihr einen Sprecher, braucht ihr einen Text für ihn.

Soll ein Designer Grafiken zuarbeiten, muss er wissen, was zu erzählen ist.

Und damit ihr morgen noch wisst, wie ihr euch diesen Film heute vorgestellt habt, solltet ihr das schriftlich fixieren.

Wie und in welcher Form ihr eure Story aufschreibt, ist gar nicht so wichtig. Manchmal reicht eine beschreibende A4 Seite in Word. Hauptsache ihr versteht den Film als einen Zeitstrahl von Bildern. Für jedes Bild gibt es ein davor und danach. So solltet ihr das auch aufschreiben.

Dazu hilft ein so genanntes Storyboard – es ist quasi das gezeichnete Drehbuch. Auch dafür gibt es übrigens Apps, die euch bei der Visualisierung helfen.

Der Off Text für ein Erklärvideo

Wenn ihr Text aus dem Off nutzt, dann wird in der Regel darüber auch die wesentliche Information transportiert. Deshalb muss dieser Text besonders sitzen, sehr genau sein und verständlich. Und kurz. Ein paar Tipps für die Texterstellung:

  • Schreibt kurze, einfache und positiv formulierte Sätze.
  • Komplexe Themen solltet ihr auf die einfachste Erklärung reduzieren. Nutzt nachvollziehbare Vergleiche oder Metaphern.
  • Faustregel für die Filmlänge: pro Minute Sprechertext braucht ihr etwa 100 bis 130 Wörter.
  • Lest euer Skript selbst und laut vor. Testet es mit Menschen, die keine Ahnung von dem Thema haben. Und berücksichtigt das Feedback.
  • Sollte eure Zielgruppe nicht allzu divers sein: Erzählt die Story mit einem Protagonisten (z.B. dem Kunden Max Meier, der jetzt euer Produkt entdeckt). So kann sich der Zuschauer besser identifizieren und bleibt dran.

Schritt 4: Erklärvideo Software oder Erklärvideo Anbieter

Eine große Entscheidung steht an: Wollt ihr das Video tatsächlich selbst erstellen oder gebt ihr den Auftrag lieber an Profis? Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. In der Regel ist es vor allem das Budget, dass darüber entscheiden wird, ob ihr es lieber selbst versucht. Doch Vorsicht! Bloß weil es weniger Geld ist, dass ihr dabei in die Hand nehmen müsst, heisst es nicht, dass Selbermachen billiger ist. Denn rechnet ihr die lange Zeit, die ihr investieren werdet und die Fehlversuche und Zeitverluste, die damit einher gehen, mal in Geld um – dann kann das schnell dafür sprechen, den Profis den Auftrag zu geben.

Solltet ihr euch entscheiden, den Auftrag für euer Erklärvideo an einen Profi rauszugeben, dann schaut hier mal in unseren Text: Erklärvideos produzieren lassen: die besten Anbieter in der Übersicht.

Falls ihr doch den Selbstversuch wagen wollt: Plant genug Zeit ein und schaut hier mal in unserer Übersicht: Erklärvideos: die besten Tools zum Selbermachen.

Schritt 5: Fertig produziertes Erklärvideo … Marketingmaschine anwerfen

Glaubt nicht, dass alles fertig ist, sobald ihr euer Video auf dem Rechner habt. Denn außer dass ihr euch das anschauen könnt, passiert damit noch gar nichts. Es gilt nun, aus dem Tool eine wirksame Kampagne zu machen.

Euer youtube Kanal

Eine beinahe schon traditionelle Möglichkeit, euer Video unter die Leute zu bringen, ist youtube. Wie das funktioniert, zeigen wir euch hier: Basiswissen: In diesen 4 Schritten stellen Sie Ihr Video auf youtube

Weitere Social Media Kanäle

Auch auf Facebook und Co. gibt es die Möglichkeit, euer Video zu verbreiten. Mehr dazu hier: Liste „Die besten 13“: Soziale Netzwerke und wie ihr sie nutzen könnt.

Natürlich solltet ihr euer Video auch in alle anderen Marketing-Maßnahmen einbinden – ob auf eurer Website, bei Messeauftritten usw. Was genau da möglich und sinnvoll ist, solltet ihr im Punkt 1 – also der Planung eures Videos, bereits bereits überdacht haben.

Kosten für die Erstellung eines Erklärvideos

Euer Erklärvideo könnt ihr – theoretisch jedenfalls -auch komplett ohne Einsatz von finanziellen Mitteln erstellen. Was ihr dann besonders viel braucht, ist Zeit. Doch Achtung: die teuerste Zeit eures Unternehmens ist eure Zeit, die des Geschäftsführers, des Gründers. Also bevor ihr jetzt tagelang bastelt … übergebt es doch einem Profi. Oder einem Studenten, der Lust hat, was auszuprobieren.

Bei den Erklärvideo Tools gibt es in aller Regel eine kostenlose Variante (die dann in Styles, Speichermöglichkeiten und Funktionen eingeschränkt ist) und PRO Varianten, die zwischen 100 und mehreren 100 Euro pro Monat liegen.

Solltet ihr einen Anbieter für Erklärvideos beauftragen wollen, dann gibt es auch da Richtpreise für standartisierte Filme und Längen. Ihr solltet aber besser eure Vorstellungen an Style, Inhalt und Länge klar definieren und euch auf dieser Basis ein Angebot erstellen lassen.

Lesetipps

Weitere Videoformate und wie ihr sie einsetzt, erfahrt ihr hier: Praxistipp – Das richtige Format für Ihren Film

Ihr wollt einen Unternehmensfilm erstellen? Eine Schritt für Schritt Anleitung könnt ihr hier lesen: Praxistipp – 5 Planungsschritte zum erfolgreichen Unternehmensvideo

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