Restaurant eröffnen, so geht´s: Location, Businessplan und Finanzierung

Ein eigenes Restaurant zu eröffnen, erscheint vielen besonders lukrativ. Immerhin gibt es eine große Nachfrage, wer geht schon nicht gern schick Essen? Doch wie gelingt der Weg in die Selbständigkeit mit dem eigenen Restaurant?

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Den Traum vom eigenen Restaurant haben viele. Schließlich ist ein gemütliches Essengehen für beinahe alle ein Highlight. Doch spätestens seit TV Sendungen der Beraterköche rund um Rach und Rosin wissen wir auch, ein gutes und vor allem erfolgreiches Restaurant zu führen, ist gar nicht so einfach.

Damit mit dem Start eures neuen Restaurant nichts schief geht, zeigen wir hier Schritt für Schritt das wichtigste zur Planung. Wie ihr dann euer neues Projekt mit Leben (und Gästen) füllt, steht noch auf einer anderen “Menükarte”. Die Perspektiven in der Branche sind jedenfalls nicht schlecht: kontinuierlichen Umsatzsteigerung im Restaurant.

Schritt 1: Euer Name, euer USP, eure Idee | Restaurant eröffnen mit Plan

Bevor die eigenen Ideen umgesetzt werden können, müsst ihr euch erst mal mit euren Vorstellungen auseinandersetzen. Ein Restaurant zu eröffnen ist nicht schwer – damit erfolgreich zu sein und sich fest am Markt zu etablieren, kann es schon sein.

Nomen est omen: Was kann man bei euch erwarten?

Vor allem die Namensfindung macht vielen zu schaffen. Einzigartig soll der Name sein, wie das Angebot, doch gleichzeitig sollte er für das stehen, was man bei euch als Gast erwarten darf.

USP – Was ist das und was ist an eurem Restaurant besonders?

Ihr habt eine Idee, mit der ihr euch von anderen Restaurants unterscheiden könnt? Perfekt, dann könnt ihr diesen Schritt überspringen. Falls nicht, solltest ihr euch fragen, womit euer Geschäft einzigartig sein könnte. Was bekommen Gäste bei euch, was sie bei der Konkurrenz nicht bekommen? Das Stichwort USP (Unique Selling Proposition) sollte euer Leitgedanke sein. Ob ihr die Einzigartigkeit auf dem Markt auf einer rein emotionalen Basis schafft oder harte Fakten sprechen lasst, wie etwa eine Preisführerschaft, bleibt euch überlassen. Wichtig ist jedoch ein Alleinstellungsmerkmal, das eure Gäste sofort mit euch und eure Marke in Verbindung bringen können.

Schritt 2: Lage ist alles | Traumlocation für euer Restaurant anmieten

Stehen Marke und Name, solltet ihr euch um den Standort des neuen Restaurants kümmern. Dabei spielen folgende Punkte eine nicht zu unterschätzende Rolle:

  • Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel
  • Parkplatzsituation
  • Ruf und Image der Gegend
  • Zielgruppe vor Ort oder in der Nähe
  • Konkurrenzsituation in der Umgebung

Passt alles soweit, solltet ihr jemand zweiten mit zum Besichtigungstermin nehmen. Mit ein wenig Feingefühl lässt sich oftmals auch noch etwas am Preis machen. Dabei solltet ihr allerdings bedenken, dass Gastroimmobilien heiß begehrt sind und die Konkurrenz nicht schläft.

Achtung Gewerbemietverträge für Restaurants – lasst euch beraten

Lest trotzdem den Gewerbemietvertrag aufmerksam lesen und holt euch im Zweifel Hilfe von einem Fachmann. Denn: Gewerbemietverträge lassen sich relativ frei aushandeln – anders als bei Wohnungsmieten gibt es hier kaum Schutz durch den Gesetzgeber. Was ihr unterzeichnet, das gilt!

Zu den Mietkosten müssen immer noch die Nebenkosten draufgeschlagen werden. Die Frage ob die Gewerbeimmobilie energetisch gebaut ist, hat also durchaus seine Berechtigung. Erkundigt euch zudem beim Vermieter, welchen Nutzungsumfang ihr mit dem Mietvertrag erwerbt:

  • Können vorhandene Parkplätze genutzt werden?
  • Inwieweit dürfen Schilder und Werbung an der Fassade angebracht werden?
  • Gibt es bereits ähnliche Lokale im Haus und/oder kann euch der Vermieter einen Gebietsschutz zusichern?

Vorgaben zur Küche beim Eröffnen eines Restaurants

Als potentieller Mieter habt ihr die Pflicht, euch gründlich über den Gewerberaum zu informieren. Denn nicht jede Gastroimmobilie genügt den eigenen Ansprüchen und denen, die das Gesundheits- und Gewerbeamt von einer Küche etwa fordern. Prüft also genau, ob sich euer Vorhaben mit eurer Traumlocation umsetzen lässt. Lage und Größe spielen dabei ebenso eine Rolle wie rechtliche Vorgaben. Auch solltet ihr fragen, ob der Raum umgebaut werden darf und wer in diesem Fall die Kosten trägt.

Inhalt eines Gewerbemietvertrages

Ein ordnungsgemäßer Gewerbemietvertrag enthält Folgendes:

  • Nennung beteiligter Parteien
  • genaue Beschreibung von Mietobjekt, dessen Größe und Lage
  • Mietzweck, Miethöhe, Mietzeit, Kündigungsfristen und Nutzungsrechte
  • Höhe der Betriebskosten
  • Renovierungs- und Instandhaltungsverpflichtungen
  • Form und Höhe der Kaution

Schritt 3 zum Restaurant eröffnen: Konzession, Auflagen, Genehmigungen und Vorschriften

Eine Existenzgründung läuft niemals ohne Papierkram ab. Für werdende Restaurant-Besitzer gilt, dass diese einen Gewerbeschein brauchen. Ein ebenso wichtiger Punkt sind Versicherungen für Gewerbetreibende. Ob und in welcher Versicherungshöhe diese abgeschlossen werden sollten, erfährt man von einem fachkundigen Versicherungsexperten.

Auflagen für Restaurant eröffnen

Je nach Bundesland kann es verschiedene Auflagen geben. Euer Ansprechpartner hierfür ist die Industrie- und Handelskammer (IHK). Besonders Augenmerk sollte auf Folgendes gelegt werden:

  • Ladenöffnungszeiten
  • Brandschutzverordnungen
  • Hygienerichtlinien
  • Jugendschutzrichtlinien
  • GEMA-Pflichten
  • Mitarbeiter-Unterweisungspflicht

Die Konzession für euer Restaurant

Für euer Restaurant müsst ihr eine Konzession für den Ausschank von Alkohol bzw. die Zubereitung von Speisen beantragen. Ansprechpartner ist das jeweilige Gewerbeamt im zuständigen Rathaus. Richtet euch auf zusätzliche Kosten ein. Diese unterscheiden sich je nach Region und liegen zwischen 50 und 400 Euro.

Zur Beantragung der Konzession müssen folgende Dokumente vorgelegt werden:

  • Personalausweis
  • aktuelles polizeiliches Führungszeugnis (Bundesamt für Justiz)
  • Auskunft aus dem Gewerbezentralregister (Bundesamt für Justiz)
  • Gewerbeversicherung (privates Versicherungsunternehmen)
  • steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung (Finanzamt)
  • Pacht- oder Mietvertrag (Vermieter)
  • Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft)
  • Gesundheitszeugnis für Betreiber und Angestellte (Gesundheitsamt)
  • Nachweis über die Teilnahme an gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen über Hygiene und Gesundheit (Gesundheitsamt + Industrie- und Handelskammer)
  • Ausschankgenehmigung (Gewerbemeldestelle)

Schritt 4: Die richtige Rechtsform für dein Restaurant

Zwischen den einzelnen Rechtsformen gibt es große Unterschiede. Die meisten Gastronomiebetreiber entscheiden sich für eine Einzelunternehmung oder eine GbR. Tatsächlich jedoch sollte diese Entscheidung von individuellen Kriterien abhängig gemacht werden.

Wichtige Leitfragen sind:

  • Wie sieht meine finanzielle Situation aus?
  • Wie viele Personen möchte ich personell und finanziell beteiligen?
  • Womit und wie soll das Restaurant im Schadensfall haften?
  • Wie hoch dürfen die Verwaltungskosten für die Rechtsform sein?

Besitzt man gleich zu Beginn genügend Kapital, kann man zum Beispiel auch eine GmbH gründen. Eine Übersicht aller Rechtsformen und ihre Vor- und Nachteile findet ihr hier: Unternehmensformen im Überblick: Das müsst ihr über UG, GmbH, Einzelunternehmer, AG, GbR und KG wissen

Schritt 5: Businessplan für euer neu eröffnetes Restaurant schreiben

Ihr werdet in jedem Fall Hilfe bei der Finanzierung eures Vorhabens brauchen. Spätestens dann solltet ihr einen Businessplan erstellen. Dieser stellt ein detailliertes, schriftliches Konzept sowie eine finanzielle Analyse eurer Existenzgründung dar.

Aufbau eines Businessplan

  1. Geschäftsidee
  2. Persönliche Voraussetzungen
  3. Einschätzung des Marktes
  4. Wettbewerbssituation
  5. Produktions- und Dienstleistungsfaktoren
  6. Standortwahl
  7. Zukunftsaussichten (Chancen und Risiken)
  8. Weitere wichtige Aspekte
  9. Anlagen (Investitionsplan, Liquiditätsplan, Rentabilitätsplan etc.)

Lesetipp: Wie ihr eine Marktanalyse richtig umsetzt, erfahrt ihr in … Basics: Markt- und Konkurrenzanalyse für den Businessplan | mit Checkliste

Vorgelegt wird der Businessplan in der Regel Investoren, Geschäftspartnern sowie Förder- und Bürgschaftsbanken und evtl. auch dem Arbeitsamt. Mittlerweile gibt es spezielle Software, die Ungeübten bei der Erstellung eines Businessplans behilflich ist. >>Hier findest du die Top 5 Businessplan-Tools (2019)

Leichter und gut strukturiert geht das Schreiben des Businessplans mit einer Vorlage oder Software, die dich durch die einzelnen Punkte führt, wie z.B. das kostenlose Tool der Gründerplattform. Hier geht’s zum kostenlosen Tool »

Schritt 6: Finanzierungsplan | Gründungskosten und laufende Kosten für euer neues Restaurant

Bevor ihr euer Restaurant eröffnen könnt, müsst ihr einige Anschaffungen tätigen. Dabei entstehen einmalige Kosten, etwa für die Restaurant-Ausstattung, die Kaution sowie die Beantragung von Gewerbeschein und Kaution. Aber auch die laufenden Kosten dürfen nicht vernachlässigt werden. Wir zeigen euch im Schnellüberblick, auf welche Kostenpunkte ihr euch einstellen müsst:

  • Gründungskosten (Anmeldungen und Genehmigungen, Kosten für Notar und Steuerberater)
  • Miete oder Pacht
  • Kautionskosten
  • Leasingraten
  • Umbaumaßnahmen
  • Restauranteinrichtung
  • Kfz-Kosten
  • Heiz- und Stromkosten sowie andere laufende Betriebskosten
  • Versicherungen
  • Zinsen für Darlehen
  • Warenbestände und Wareneinkauf
  • Wartungsverträge
  • Werbekosten
  • Beiträge für Kammern und Verbände
  • Personal- und Fortbildungskosten
  • Privatentnahmen für den eigenen Lebensunterhalt

Aufgrund der hohen Anschaffungskosten solltet ihr überlegen, ob es vielleicht besser ist, einen laufenden Betrieb zu übernehmen. Da die Einrichtung dort bereits vorhanden ist, könnt ihr so am Anfang eure Ausgaben deckeln. Ebenfalls eine große Stütze ist für viele der Gründungszuschuss.

Schritt 7: Personal für euer Restaurant | Mitarbeiter einstellen

Damit euer Restaurant ein Erfolg wird, solltet ihr nur ausreichend qualifiziertes Personal einstellen. Wenn Vorstellungsgespräche nicht ausreichen, könnt ihr auch Probetage vereinbaren oder euch bei geschlossenem Betrieb zeigen lassen, wie gut der Bewerber sein Handwerk beherrscht.

Plant genau, wie viele Angestellte ihr braucht. Dabei müssen auch Urlaubstage und nicht absehbare Ausfallzeiten einkalkuliert werden. Hier kann es sich auch bezahlt machen, jemanden an der Hand zu haben, der im Notfall einspringen kann.

Auch qualifiziertes Personal muss eingearbeitet werden. Wenn ihr euch das nicht selbst zutraut, sorgt rechtzeitig für einen versierten Experten. Dieser weist euer Personal ein und macht es auf die Besonderheiten an ihrem neuen Arbeitsplatz aufmerksam.

Schritt 8: Restaurant eröffnen | Diese Marketing braucht ihr zum Start

Ist alles Wichtige erledigt, fehlt nun nur noch das Marketing. Versäumt es nicht, rechtzeitig auf eure Restauranteröffnung aufmerksam zu machen. Neben traditioneller Werbung über Printmedien und Radio bieten sich auch soziale Netzwerke an. Ein Tipp von Experten: Eröffnungsangebote locken oftmals viele Interessenten an. Sind diese von Konzept und Preis-Leistung überzeugt, werden sie euren Laden weiterempfehlen.

Auch in der laufenden Betriebsphase solltet ihr immer wieder Feedback von euren Gästen einholen und überlegen, welche weiteren Marketingkanäle ihr vielleicht nutzen könntet. Wie wäre es zum Beispiel mit einer saisonal wechselnden Speisekarte oder der Ausrichtung von Feiern?

Empfehlungsmarketing

Das wichtigste Mittel, neue Kunden in euer Restaurant zu holen, ist ein guter Leumund. Wenn Besucher von eurem Angebot überzeugt sind, werden sie das in der Regel auch weiterempfehlen. Ihr könnt sie dazu ganz bewusst auffordern, ein kleiner Hinweis auf der Rechnung oder am Ausgang hilft da. Ihr könnt natürlich auch die digitalen Ratings und Empfehlungsplattformen entsprechend nutzen, etwa auf Google Business und Yelp.

Lesetipp: Hier findet ihr eine Übersicht der Branchenportale und wo sich euer Eintrag lohnt

Mit Bonussystemen und Stempelkarten eure Kunden binden – lest hier wie das am besten funktioniert.

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