Restaurant eröffnen: Location, Businessplan und Finanzierung – so geht’s ganz einfach | 2024

Ein eigenes Restaurant eröffnen? Das erscheint vielen besonders lukrativ. Immerhin gibt es eine große Nachfrage. Wer geht nicht gern schick Essen? Wie dir der Weg in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Restaurant gelingt, erfährst du hier.

Ein eigenes Restaurant eröffnen zu können – davon träumt der eine oder die andere. Und zwar zu Recht. Schließlich kann es sehr lohnenswert sein, Gäste zu bewirten, für die ein Restaurantbesuch etwas ganz besonderes ist. 

Allerdings ist es einfacher, ein Restaurant zu eröffnen, als es gut und vor allem erfolgreich zu führen. Das wissen wir nicht erst, seitdem TV-Köche wie Rach, Rosin und Co. gnadenlos zeigen, was in der Gastronomie alles schiefgehen kann.

Damit dir der Start  gelingt, zeigen wir dir in unserer Anleitung Schritt für Schritt das Wichtigste zur Planung. Damit bist du gut gerüstet, kannst ein Restaurant eröffnen und deinen Laden mit Leben (und Gästen) füllen.

Voraussetzungen und Genehmigungen, um ein Restaurant eröffnen zu können

Eine Existenzgründung läuft niemals ohne Papierkram Du musst du dich vor der Gründung um verschiedene Genehmigungen, Anmeldungen und Richtlinien kümmern.

Diese Auflagen musst du erfüllen, wenn du ein Restaurant eröffnen möchtest

Je nach Bundesland gibt es verschiedene Auflagen für Gastronomen. Dein Ansprechpartner hierfür ist die Industrie- und Handelskammer (IHK), wo du ein ausführliches Merkblatt für angehende Gastronomen findest.

Besonders Augenmerk solltest du auf folgende Punkte legen:

Die Konzession für dein Restaurant

Für dein Restaurant musst du eine Konzession für den Ausschank von Alkohol bzw. die Zubereitung von Speisen beantragen. Ansprechpartner hierfür ist das Gewerbeamt in deiner Gemeinde. Richte dich darauf, für die Gaststättenkonzession und die Schanklizenz Gebühren zwischen 50 und 1000 Euro zu bezahlen (abhängig von Ort, Art und Größe deines Restaurants).

Zur Beantragung der Konzession musst du folgende Dokumente vorlegen:

  • Personalausweis
  • aktuelles polizeiliches Führungszeugnis (Bundesamt für Justiz)
  • Auskunft aus dem Gewerbezentralregister (Bundesamt für Justiz)
  • Gewerbeversicherung (privates Versicherungsunternehmen)
  • steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung (Finanzamt)
  • Pacht- oder Mietvertrag (Vermieter)
  • Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft)
  • Gesundheitszeugnis für Betreiber und Angestellte (Gesundheitsamt)
  • Nachweis über die Teilnahme an gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen über Hygiene und
  • Gesundheit (Gesundheitsamt + Industrie- und Handelskammer)
  • Ausschankgenehmigung (Gewerbemeldestelle)

Gaststättenerlaubnis

Um einRestaurant eröffnen zu können, benötigst du eine Gaststättenerlaubnis gemäß Paragraf 1 Gaststättengesetz. Um diese Gaststättenerlaubnis zu erhalten, musst du fachliche Eignung und persönliche Zuverlässigkeit nachweisen.

Gewerbeanmeldung

Die Gaststättenerlaubnis ist notwendig, damit du dein Restaurant bei der zuständigen Behörde als Gewerbe anmelden kannst. Ohne Gewerbeanmeldung darfst du kein Restaurant eröffnen. Für die Anmeldung brauchst du neben der Gaststättenerlaubnis deinen Personalausweis oder Reisepass (alternativ deine Aufenthaltsgenehmigung) sowie ein polizeiliches Führungszeugnis.

GoBD-konformes Kassensystem

Für dich als angehenden Gastronomen ist es wichtig, dass du dich bereits im Rahmen deiner Geschäftsausstattung, mit den Regularien der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form.) auseinandersetzt. Du solltest also mit einem GoBD-konformen Kassensystem arbeiten.

Gute Kassen für Gastronomie  sind mit einem Warenwirtschaftssystem verknüpft, erledigen die Tischreservierung, geben Bons und Bestellungen per Funk an die Küche weiter und verarbeiten verschiedene Zahlungsarten (Bargeld, EC-Karten, Kreditkarten etc.).

Hygiene, Gesundheitszeugnis, Berufsgenossenschaft

Deine Anmeldung beim Gewerbeamt wird direkt an die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) übermittelt, in der du verpflichtend Mitglied werden musst. Ebenso Pflicht ist eine Mitgliedschaft in der zuständigen Berufsgenossenschaft Nahrung und Gaststätten als gesetzliche Unfallversicherung.

Professionelle Hygiene ist ein Schlüsselthema, wenn du ein Restaurant eröffnen willst. Die zuständigen Behörden überprüfen genau, ob du die Vorschriften einhältst. Rechne damit, dass dein Restaurant regelmäßig kontrolliert wird.

Vor der Eröffnung des Restaurants musst du dir beim Gesundheitsamt ein Gesundheitszeugnis abholen. Ein Nachweis darüber, dass du die Hygienevorschriften kennst, ist ebenfalls Pflicht. Dies gilt übrigens auch für alle Mitarbeitenden.

Versicherungen für dein Restaurant

Ein ebenso wichtiger Punkt sind Versicherungen für Gewerbetreibende. Du brauchst auf jeden Fall eine Betriebshaftpflichtversicherung und eine Ertragsausfallversicherung/Betriebsunterbrechungsversicherung. Neben diesen gewerblichen Versicherungen ist auch deine private Absicherung wichtig. Krankenversicherung und Altersvorsorge sind Pflicht.

Restaurant eröffnen: Verdienst und Preise

Nicht ganz unwichtig ist die Frage: Wie viel kannst du verdienen, wenn du ein eigenes Restaurant eröffnen willst? Um es kurz zu machen: Eine generelle Antwort darauf gibt es nicht. Dein Verdienst hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen zum Beispiel dein Angebot, die Größe deines Restaurants und die Region bzw. der Standort.

Du kannst dir aber neben dem Hauptgeschäft zusätzliche Einnahmequelle erschließen. Denkbar wäre ein Lieferservice für die Mittagsversorgung von Firmen in der Umgebung. Wenn du spezielle Produkte anbietest, könntest du auch die dazugehörigen Gewürzmischungen oder Saucen verkaufen.

Welche Preise kann ich in meinem Restaurant aufrufen?

Welche Preise du aufrufen kannst, hängt von der Qualität deiner Produkte und der Nachfrage an deinem Standort ab. Ein wichtiger Faktor ist auch, ob du besondere Speisen oder Bio-Qualität anbietest.

Bei der Preiskalkulation musst du neben den Kosten für Zutaten, Ausstattung und (ggf.) Personal auch die laufenden Kosten wie Miete Versicherungen und (ggf.) Gehälter berücksichtigen.

Checkliste „Restaurant eröffnen“

Businessplan
Finanzierung
Location
Ausstattung
Personal
Genehmigungen und Konzession
Hygienevorschriften
Anmeldungen
Versicherungen
Marketing

Dein Name, dein USP, deine Idee: Restaurant eröffnen mit Plan

Bevor du deine eigenen Ideen umsetzen kannst, musst du dich zunächst mit deinen konkreten Vorstellungen auseinandersetzen. Ein Restaurant eröffnen, das ist wie erwähnt nicht schwer. Dich erfolgreich am Markt zu etablieren, kann es hingegen schon sein.

USP: Was ist das und was ist an deinem Restaurant besonders?

Du hast eine Idee, mit der du dich von anderen Restaurants unterscheiden kannst? Perfekt, dann kannst du diesen Schritt überspringen. Falls nicht, solltest du dich fragen, womit dein Geschäft einzigartig sein könnte. Was bekommen Gäste bei dir, was sie bei der Konkurrenz nicht bekommen?

Das Stichwort USP (Unique Selling Proposition) sollte dein Leitgedanke sein. Ob du die Einzigartigkeit auf dem Markt auf einer rein emotionalen Basis schaffst oder harte Fakten sprechen lässt, wie etwa eine Preisführerschaft, bleibt dir überlassen. Wichtig ist jedoch ein Alleinstellungsmerkmal, das deine Gäste sofort mit dir und deinem Restaurant in Verbindung bringen können.

Lage ist alles: Traumlocation für dein Restaurant anmieten

Du solltest dich intensive um einen guten Standort kümmern, wenn du ein Restaurant eröffnen willst. Dabei spielen folgende Punkte eine nicht zu unterschätzende Rolle:

  • Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel
  • Parkplatzsituation
  • Ruf und Image der Gegend
  • Zielgruppe vor Ort oder in der Nähe
  • Konkurrenzsituation in der Umgebung

Passt alles soweit, solltest du jemand zweiten mit zum Besichtigungstermin nehmen. Mit ein wenig Feingefühl lässt sich oftmals auch noch etwas am Preis machen. Dabei solltest du allerdings bedenken, dass Gastroimmobilien heiß begehrt sind und die Konkurrenz nicht schläft.

Achtung Gewerbemietverträge für Restaurants – lass dich beraten

Lies den Gewerbemietvertrag unbedingt aufmerksam durch und hole dir im Zweifel Hilfe von einer Fachperson. Denn: Gewerbemietverträge lassen sich relativ frei aushandeln – anders als bei Wohnungsmieten gibt es hier kaum Schutz durch den Gesetzgeber. Was du unterzeichnest, das gilt!

Beachte: Auf die Mietkosten müssen immer noch die Nebenkosten draufgeschlagen werden. Die Frage ob die Gewerbeimmobilie energetisch gebaut ist, hat also durchaus Relevanz. Erkundige dich zudem beim Vermieter, welchen Nutzungsumfang du mit dem Mietvertrag erwirbst:

  • Können vorhandene Parkplätze genutzt werden?
  • Inwieweit dürfen Schilder und Werbung an der Fassade angebracht werden?
  • Gibt es bereits ähnliche Lokale im Haus und/oder kann dir der Vermieter einen Gebietsschutz zusichern?

Vorgaben zur Küche beim Eröffnen eines Restaurants

Als potentieller Mieter hast du die Pflicht, dich gründlich über den Gewerberaum zu informieren. Denn nicht jede Gastroimmobilie genügt den eigenen Ansprüchen und den Anforderungen von Gesundheits- und Gewerbeamt an eine Gastro-Küche.

Prüfe also genau, ob sich dein Vorhaben mit deiner Traumlocation auch praktisch umsetzen lässt. Wie gesagt: Neben Lage und Größe spielen eben auch rechtliche Vorgaben eine Rolle. Auch solltest du fragen, ob die Räumlichkeiten umgebaut werden dürfen und wer in diesem Fall die Kosten trägt.
Inhalt eines Gewerbemietvertrages

Ein ordnungsgemäßer Gewerbemietvertrag enthält Folgendes:

  • Nennung beteiligter Parteien
  • genaue Beschreibung von Mietobjekt, dessen Größe und Lage
  • Mietzweck, Miethöhe, Mietzeit, Kündigungsfristen und Nutzungsrechte
  • Höhe der Betriebskosten
  • Renovierungs- und Instandhaltungsverpflichtungen
  • Form und Höhe der Kaution

Die richtige Rechtsform für dein Restaurant

Zwischen den einzelnen Rechtsformen gibt es große Unterschiede. Die meisten Gastronomiebetreiber entscheiden sich für eine Einzelunternehmung oder eine GbR. Tatsächlich jedoch sollte diese Entscheidung von individuellen Kriterien abhängig gemacht werden.

Wichtige Leitfragen sind:

  • Wie sieht meine finanzielle Situation aus?
  • Wie viele Personen möchte ich personell und finanziell beteiligen?
  • Womit und wie soll das Restaurant im Schadensfall haften?
  • Wie hoch dürfen die Verwaltungskosten für die Rechtsform sein?

Besitzt du bei der Gründung genügend Kapital, kannst du zum Beispiel auch eine GmbH gründen. Eine Übersicht aller Rechtsformen und ihre Vor- und Nachteile findest du hier.

Restaurant eröffnen? Nicht ohne Businessplan!

Du wirst in jedem Fall Hilfe bei der Finanzierung deines Vorhabens brauchen. Spätestens dann solltest du einen Businessplan erstellen. Dieser stellt ein detailliertes, schriftliches Konzept sowie eine finanzielle Analyse deiner Existenzgründung dar.

Aufbau eines Businessplans

  • Geschäftsidee
  • Persönliche Voraussetzungen
  • Einschätzung des Marktes
  • Wettbewerbssituation
  • Produktions- und Dienstleistungsfaktoren
  • Standortwahl
  • Zukunftsaussichten (Chancen und Risiken)
  • Weitere wichtige Aspekte
  • Anlagen (Investitionsplan, Liquiditätsplan, Rentabilitätsplan etc.)

Lesetipp: Wie du eine Marktanalyse richtig umsetzt, erfährst du in … Basics: Markt- und Konkurrenzanalyse für den Businessplan | mit Checkliste

Vorgelegt wird der Businessplan in der Regel Investoren, Geschäftspartnern sowie Förder- und Bürgschaftsbanken und evtl. auch dem Arbeitsamt. Mittlerweile gibt es spezielle Tools , die Ungeübten bei der Erstellung eines Businessplans behilflich sind.

Euren Businessplan könnt ihr auf der Gründerplattform ziemlich schnell und ziemlich gut schreiben. Schritt für Schritt hilft euch ein kostenloses Tool bei Struktur, Formulierungen und sogar dem Zahlenteil – bis ihr euren persönlichen Businessplan in der Hand haltet. Jetzt kostenlos anmelden

Finanzierungsplan:Gründungskosten und laufende Kosten, wenn du ein Restaurant eröffnen willst

Bevor du dein Restaurant eröffnen kannst, musst du einige Anschaffungen tätigen. Dabei entstehen einmalige Kosten, etwa für die Restaurant-Ausstattung, die Kaution sowie die Beantragung von Gewerbeschein und Kaution.

Aber auch die laufenden Kosten darfst du nicht vernachlässigen. Wir zeigen dir im Schnellüberblick, auf welche Kostenpunkte du dich einstellen musst:

  • Gründungskosten (Anmeldungen und Genehmigungen, Kosten für Notar und Steuerberater)
  • Miete oder Pacht
  • Kautionskosten
  • Leasingraten
  • Umbaumaßnahmen
  • Restaurantenrichtung
  • Kfz-Kosten
  • Heiz- und Stromkosten sowie andere laufende Betriebskosten
  • Versicherungen
  • Zinsen für Darlehen
  • Warenbestände und Wareneinkauf
  • Wartungsverträge
  • Werbekosten
  • Beiträge für Kammern und Verbände
  • Personal- und Fortbildungskosten
  • Buchhaltungsprogramm, Gastronomie Management Software usw.
  • Privatentnahmen für den eigenen Lebensunterhalt

Aufgrund der hohen Anschaffungskosten solltest du überlegen, ob es vielleicht besser ist, einen laufenden Betrieb zu übernehmen. Da die Einrichtung dort bereits vorhanden ist, kannst du so am Anfang deine Ausgaben deckeln. Ebenfalls eine große Stütze ist für viele der Gründungszuschuss.

Personal für dein Restaurant: Mitarbeiter einstellen

Erfolgreich ein Restaurant eröffnen – das geht nur mit qualifiziertem Personal. Wenn Vorstellungsgespräche nicht ausreichen, kannst du auch Probetage vereinbaren oder dir bei geschlossenem Betrieb zeigen lassen, wie gut der Bewerber sein Handwerk beherrscht.

Überlege dir genau, wie viele Angestellte du brauchst. Dabei musst du auch Urlaubstage und nicht absehbare Ausfallzeiten einkalkulieren. Hier kann es sich auch bezahlt machen, jemanden an der Hand zu haben, der im Notfall einspringen kann.

Restaurant eröffnen: Marketing ist (nicht nur) zum Start wichtig

Ist alles Wichtige erledigt, fehlt nun nur noch das Marketing. Versäume es nicht, rechtzeitig auf deine Restauranteröffnung aufmerksam zu machen. Neben traditioneller Werbung über Printmedien und Radio bieten sich auch soziale Netzwerke an. Ein Tipp von Experten: Eröffnungsangebote locken oftmals viele Interessenten an. Sind diese von Konzept und dem Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt, werden sie deinen Laden weiterempfehlen.

Auch in der laufenden Betriebsphase solltest du immer wieder Feedback von deinen Gästen einholen und überlegen, welche weiteren Marketingkanäle du vielleicht nutzen könntest.

Empfehlungsmarketing

Das wichtigste Mittel, neue Kunden in dein Restaurant zu holen, ist ein guter Leumund. Wenn Besucher von deinem Angebot überzeugt sind, werden sie das in der Regel auch weiterempfehlen.

Du kannst sie dazu ganz bewusst auffordern, ein kleiner Hinweis auf der Rechnung oder am Ausgang hilft. Du kannst natürlich auch die digitalen Ratings und Empfehlungsplattformen entsprechend nutzen, etwa auf Google Business und Yelp.

Lesetipp: Hier findest du eine Übersicht der Branchenportale und wo sich dein Eintrag lohnt.

Mit Bonussystemen und Stempelkarten deine Kunden binden: Lies hier wie das am besten funktioniert.
 

 

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