Selbstständig machen als Fitness- oder Personal-Trainer

Doch was gehört eigentlich alles dazu, um als Fitnesstrainer oder Personal-Coach Erfolg zu haben? Wir gehen dem Berufstraum Fitnesscoach auf den Grund und zeigt euch, wie der Weg in die Selbstständigkeit gelingt.

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Die sportliche Leidenschaft zum Beruf machen, das ist der Traum von vielen. Gerade in der heutigen Zeit, in der Sport und Fitness zu einem regelrechten Trend geworden ist, starten immer mehr als selbstständiger Fitness- oder Personal-Trainer durch. Was ihr beachten müsst, wenn ihr euch als Fitnesstrainer selbstständig machen wollt:

  • Welche Voraussetzungen solltet ihr als Fitnesstrainer mitbringen?
  • Aus- und Weiterbildung als Trainer: Welche Lizenzen gibt es?
  • Welche Kosten (Ausbildung, Gründung, etc) kommen auf euch zu?
  • Welche Finanzierungen/ Förderungen sind möglich?
  • Rechtliches auf einen Blick – worauf müsst ihr achten?
  • Was verdient ihr als selbstständiger Fitnesstrainer?
  • Welche Standorte lohnen sich für euer Business?
  • Marketing für Trainer on- und offline: Welche Möglichkeiten gibt es?

Voraussetzungen für Erfolg als Fitnesstrainer: Körpergefühl und Kommunikation

Generell gilt wie für jeden Beruf: wenn ihr selbst keine Begeisterung mitbringt, seid ihr verloren. Neben der Leidenschaft zum Sport gehört natürlich auch die eigene aktive Fitnesserfahrung dazu. Nur so lernt ihr euren Körper kennen und könnt Klienten dann im Training effizient anleiten und unterstützen.

Neben der eigenen körperlichen Fitness sind außerdem kommunikative Fähigkeiten wichtig. Wenn ihr eine emotionale Bindung zu euren Kunden aufbauen könnt, werdet ihr nicht nur positives Feedback erhalten, sondern auch euren Kundenstamm durch Mundpropaganda erweitern können. Zu den Marketingmöglichkeiten aber später mehr.

Fitnesstrainer Aus- & Weiterbildung: C-, B- oder A-Lizenz, Kosten und Förderung

Für den Einstieg in den Beruf des Fitnesstrainers müsst ihr zunächst wissen, dass die Ausbildung (im Gegensatz zum Studium) nicht staatlich anerkannt ist. Das heißt, die Inhalte sind nicht gesetzlich geschützt und es gibt keine festen Grundlagen oder Verordnungen für den Bereich. Viele Ausbilder nutzen das leider aus und bringen euch hauptsächlich um euer Geld.

Unser Tipp: Macht eure Aus- oder Weiterbildung an staatlich anerkannten Institutionen, dann seid ihr auf jeden Fall auf der sicheren Seite:

Verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten und Lizenzen

Die drei wichtigsten Lizenzen im Bereich Fitness in Deutschland sind die C-, B- und A-Lizenz. Sie decken alle Bereiche ab – vom Einstiegs- bis zum Profi-Trainer. Viele Ausbilder bieten Fernkurse an, sodass ihr eure Zeit selbst frei einteilen könnt. Hier ein Überblick mit Ausbildungskosten:

C-LizenzB-LizenzA-Lizenz
VoraussetzungC-LizenzB-Lizenz + oft 1 Jahr Berufserfahrung
Art der AusbildungTrainer-Helfer-Schein
Einstiegslehrgang
Einstieg in die Karriere als FitnesstrainerSpezialisierung auf Rehabilitationstraining (Zielgruppe: orthopädische/internistische Erkrankungen, Schwangere, Senioren, Profisportler)
Dauerca. 6 Monateca. 6 Monateca. 6 Monate
Kostenca. 730 Euroca. 730 Euroca. 730 Euro

 

Grundsätzlich richten sich die Kosten für die drei Lizenzen nach der Dauer und der jeweiligen Spezialisierung. Die C-Lizenz kann schon bei 90 € starten und die A-Lizenz kann bis zu 5.270 € verschlingen.

Nachdem ihr die verschiedenen Lizenzen absolviert habt, könnt ihr euch dann noch weiter spezialisieren:

  • Personal-Trainer
  • Group-Fitness-Trainer
  • Athletiktrainer
  • Fitnesscoach

Oft bieten die Institute auch Kombinationen der Ausbildungen als Fernlehrgang an, bei denen ihr gleich mehrere Scheine zusammen erlangen könnt. Das schlägt sich vor allem finanziell nieder, hier fangen die Kosten bei 120 € pro Monat an.

Wenn ihr eure Ausbildung auf akademische Beine stellen wollt, könnt ihr auch einen Bachelor of Arts zum Fitnesstrainer bei der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement studieren. Hier müsst ihr mit Kosten von 12.560 bis 23.100 € rechnen, im dualen Studium mit etwa 13.900 €.

Förderung und Finanzierung der Ausbildung zum Trainer

So eine Ausbildung verschlingt natürlich Kosten. Allerdings könnt ihr verschiedene Zuschüsse und Finanzierungen für eure Ausbildung zum Fitnesstrainer beantragen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eure Ausgaben können teilweise sogar komplett übernommen werden:

  • Steuererleichterungen: Ausbildungskosten als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben, hier hilft ein Steuerberater
  • Bildungsprämie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds: Übernahme von 50% der Ausbildungskosten, Voraussetzung mindestens 15 Stunden/ Woche erwerbstätig, max. 20.000€ Jahreseinkommen
  • Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit: Volle Kostenübernahme, wenn ihr erwerbslos gemeldet seid und eine abgeschlossene Berufsausbildung oder 3 Jahre Berufserfahrung habt
  • Aufstiegs-BaföG: bis zu 15.000 € Zuschuss, wenn ihr noch keinen vergleichbaren Abschluss habt, Teilrückzahlung nach bestandener Prüfung, hier erfahrt ihr mehr

Rechtliches auf einen Blick: Anmeldung beim Finanzamt

Ihr habt eure Ausbildung in der Tasche, jetzt geht es an die Selbstständigkeit. Hierfür müsst ihr euch erstmal als Freiberufler bei eurem zuständigen Finanzamt melden. Am besten macht ihr hierzu einen persönlichen Termin aus, um eine Scheinselbstständigkeit auszuschließen.

Zu Beginn euerer Selbstständigkeit könnt ihr Gebrauch von der Kleinunternehmerregelung § 19 UstG machen, dabei seid ihr bis zu einem Umsatz von 17.500 € pro Geschäftsjahr von der Umsatzsteuer befreit. Wie dies funktioniert, erfahrt ihr in unserm Fachartikel „Kleinunternehmerregel„. Ihr müsst diese dann nicht auf der Rechnung ausweisen. Holt euch außerdem einen Steuerberater mit ins Boot.

© NeuPaddy / pixabay

Gehalt: Was könnt ihr wo als selbstständiger Fitnesstrainer verdienen?

Durchschnittlich könnt ihr ca. 1900 € pro Monat brutto bei einer 40-Stunden-Woche als freiberuflicher Fitnesstrainer verdienen. Die Einkommensspanne variiert je nach Standort und beruflicher Erfahrung zwischen 1366 € und 3019 € brutto im Monat. Je mehr Trainerscheine und Kompetenzen ihr habt, desto höher fällt euer Gehalt aus.

Auch wichtig für eure Verdienstmöglichkeiten ist der Standort eures Business. So verdienen selbstständige Fitnesstrainer in Hamburg, Schleswig-Holstein oder Bayern am meisten. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachen und Brandenburg allerdings am wenigsten.

Sinnvoll ist auf jeden Fall ein Businessplan, in dem ihr Ziele festhaltet sowie eure Ein- und Ausgaben immer im Blick habt. So könnt ihr auch jedes Jahr das Wachstum eurer Selbstständigkeit überprüfen. In unserem Fachartikel erfahrt ihr, wie ihr so einen Businessplan erstellt.

Marketing: als Personal Trainer Online und Offline Kunden finden

Gerade beim Einstieg in die Selbstständigkeit ist Selbstmarketing die einfachste Möglichkeit, euch und euer Business bekannt zu machen. Neben einer guten Webseite, die heute für einen Personal Trainer oder Fitnesscoach essentiell ist, habt ihr noch ganz andere Möglichkeiten:

  • Ein eigener Fitness-Blog
  • Ein eigener YouTube-Kanal
  • Social Media von Facebook bis Instagram
  • Netzwerken auf Messen, Konferenzen und Weiterbildungen, z. B. auf der FiBloKo, der Fitness-Blogger-Konferenz

Ihr müsst euch bewusst sein, dass gerade ein Blog oder ein YouTube-Kanal viel Zeit und authentische Inhalte benötigt. Wenn ihr allerdings eine Community aufgebaut habt und diese regelmäßig pflegt, könnt ihr zum Fitness-Influencer werden und euren Kundenstamm erweitern.

Natürlich könnt ihr, wenn ihr z. B. einen Gruppenschein habt, auch in Fitnessstudios in der näheren Umgebung Kurse anbieten, Aufmerksamkeit generieren und euren Kundenstamm aufbauen. Im Idealfall ergänzen sich On- und Offline-Marketing, euer Kundenstamm wächst. Dann kann es sich auch lohnen, passende Werbeartikel etwa von Laprinta zu designen. Flyer, Visitenkarten oder auch eigene Fitness-Tools mit eurem Logo eigenen sich wunderbar, um sie an eure Interessenten zu verteilen.

Gerüstet mit diesen Tipps steht eurem Berufseinstieg als selbstständiger Fitnesstrainer nichts mehr im Weg.

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