EÜR – Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Die Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung ist eine ver­ein­fach­te Metho­de zur Gewinn­ermitt­lung für Unter­neh­men und Selbständige.

Die Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung ist eine ver­ein­fach­te Metho­de zur Gewinn­ermitt­lung für Unter­neh­men und Selbständige. 

EÜR – Defi­ni­ti­on der Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Anders als die dop­pel­te Buch­füh­rung sieht sie wesent­lich weni­ger Berichts­auf­wand vor, und ver­zich­tet auch auf die jähr­li­che Bilanz­pflicht. Sie steht damit im Gegen­satz zur Bilanzbuchhaltung. 

Die Rechts­grund­la­ge für die­se ver­ein­fach­te Form der Gewinn­ermitt­lung liegt in § 4 Absatz 3 des EStG begrün­det. Es hat sich in der Pra­xis des­halb auch der Begriff 43 Rech­nung ein­ge­bür­gert, der sich auf den grund­le­gen­den Geset­zes­text bezieht. 

Ansons­ten wird die Ein­nah­men-Über­schuss-Rech­nung meist kurz EÜR genannt. 

Die ein­fa­che EÜR: Wer darf eine ein­fa­che EÜR durchführen?

Ange­hö­ri­ge der Frei­en Beru­fe sind grund­sätz­lich nicht dazu ver­pflich­tet, ord­nungs­ge­mäß Bücher zu füh­ren, da sie kein Gewer­be betrei­ben. Auch Klein­ge­wer­be­trei­ben­de sind von der Pflicht zur Buch­füh­rung aus­ge­nom­men, und damit ledig­lich zur EÜR verpflichtet. 

Als Klein­ge­wer­be­trei­ben­de gel­ten alle jene Gewer­be­trei­ben­den, die nicht mehr als 50.000 Euro Gewinn pro Jahr oder nicht mehr als 500.000 Euro Umsatz pro Jahr erwirt­schaf­ten, und die nicht ins Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen sind. Eine Han­dels­re­gis­ter­ein­tra­gung ver­pflich­tet auto­ma­tisch zur ordent­li­chen Buch­füh­rung nach dem HGB, unab­hän­gig von der Grö­ße oder dem Gewinn des Unternehmens. 

Auch Land- und Forst­wirt­schaft­li­che Betrie­be im Sin­ne des Geset­zes brau­chen kei­ne Bücher zu füh­ren, für sie gilt ent­we­der die EÜR oder fall­wei­se auch Ton­na­ge­ge­winn­ermitt­lung oder ähn­li­che ein­fa­che Buchführungsformen. 

Wie sieht eine EÜR in der Pra­xis aus?

Der Begriff ver­rät schon rela­tiv genau, was bei der EÜR an Berich­ten gefor­dert ist. Gebucht wird ganz ein­fach nach dem Zu- und Abfluss­prin­zip. Alle Zah­lun­gen, die wäh­rend des Wirt­schafts­jah­res ein­ge­hen und alle aus­ge­hen­den Zah­lun­gen des Wirt­schafts­jah­res wer­den nach ihrem Zah­lungs­da­tum gebucht. 

Das Prin­zip der Bilanz­buch­hal­tung, am Ende jedes Wirt­schafts­jah­res einen exak­ten Ver­mö­gens­ver­gleich des Unter­neh­mens zu ermög­li­chen, wird bei der EÜR außer Acht gelas­sen. Die zu- und abflie­ßen­den Zah­lun­gen ermög­li­chen kei­nen tat­säch­li­chen Ver­gleich des Ver­mö­gens­zu­wach­ses eines Unter­neh­mens. Für alle Unter­neh­mer, und Frei­be­ruf­ler, denen die EÜR gestat­tet ist, wird das aber von Sei­ten der Gesetz­ge­ber und Steu­er­be­hör­den auch als unnö­tig erachtet. 

EÜR Grund­la­gen: Auf­berwah­rungs­pflich­ten für Belege

In der Pra­xis gel­ten aber die glei­chen Auf­be­wah­rungs­pflich­ten für Bele­ge wie in der Buch­füh­rung auch. Jede Ein­nah­me oder Aus­ga­be ist mit Datum, Aus­ga­be- oder Ein­nah­me­zweck, Betrag und der jewei­li­gen fort­lau­fen­den Beleg­num­mer zeit­nah zu buchen. Etwas schwie­ri­ger ist die Ver­bu­chung von Anla­ge­ver­mö­gen, da in der EÜR ja grund­sätz­lich nur Zu- und Abflüs­se gebucht wer­den, müs­sen hier eini­ge beson­de­re Richt­li­ni­en beach­tet werden.

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