Rechtssichere Homepage: Darauf müssen Gründer achten

Rechtssicherheit ist im Internet das A und O, um teure Abmahnungen oder andere Folgekosten zu vermeiden. Wir verraten euch, worauf ihr dabei achten müsst…

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Eine eigene Homepage ist ein wichtiger Schritt für jedes Unternehmen, der häufig schon in einer sehr frühen Gründungsphase umgesetzt wird. Sie ist sozusagen das Aushängeschild des Unternehmens. Was dabei – vor allem unter unerfahrenen Gründern – oftmals in Vergessenheit gerät, sind die zahlreichen rechtlichen Vorgaben, die rund um die Gestaltung sowie den Betrieb einer Internetseite gelten. Wer diese nicht einhält, riskiert empfindliche Strafen.

Eine Internetseite erstellen: Diese Grundlagen braucht ihr

Egal, ob ihr nur eine kleine Übersichtsseite mit den wichtigsten Informationen zu Gründer, Unternehmen & Co erstellen wollt oder einen komplexen Online-Shop: Gewisse Grundlagen müssen stets gegeben sein. Das Geld ist jedoch gerade zu Beginn oft knapp und so liebäugelt ihr gewiss mit dem Gedanken, die Website erst einmal auf eigene Faust zu erstellen, anstatt sie an einen teuren Dienstleister auszulagern. Doch ob ihr eure Website mit einem Homepage-Baukasten baut, auf ein CMS setzt oder euch die Website individuell erstellen lasst – auf rechtskonformen Umgang solltet ihr achten. Die Kosten dieser Dienste könnt ihr übrigens zumindest teilweise steuerlich absetzen.

Vorschriften & Co für eure rechtssichere Homepage

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen für eure Homepage gelten, hängt stark von deren Verwendungszweck ab. Alles in allem handelt es sich aber um ein komplexes Unterfangen in mehreren Schritten, das ihr am besten von Beginn an professionell handhabt. So verhindert ihr nicht nur Abmahnungen oder andere Folgen einer fehlenden Rechtssicherheit, sondern auch, dass ihr das Projekt Homepage schon nach kurzer Zeit neu aufrollen und somit einen doppelten Aufwand treiben müsst. Es lohnt sich also, direkt in eine professionelle sowie rechtskonforme Homepage mit Wunschdomain und CMS zu investieren, um anschließend die rechtlichen Risiken sowie Folgekosten auf einem Minimum zu halten – während die Website einen maximalen Erfolg erzielen kann!

Die meisten der Rechtsvorschriften betreffen entweder den Datenschutz, das Impressum oder die Inhalte eurer Homepage. Wenn ihr also rechtliche Konsequenzen oder teure Abmahnungen verhindern möchtet, müsst ihr folgende Grundregeln beachten:

Marken- oder Namensrechte prüfen und schützen

Bei der Registrierung eurer Domain müsst ihr darauf achten, dass ihr keinen durch Marken- oder Namensrechte geschützten Begriff verwendet. Recherchieren könnt ihr diesbezüglich beim Deutschen Patent- und Markenamt oder ihr schaltet direkt einen Anwalt ein.

Zu unterscheiden sind bei Markenrechten die Bildmarke, die Wortmarke und die Wortbildmarke. Was sich dahinter genau versteckt und wie ihr zum einen sicher stellt, keine Markenrechte anderer verletzt und eure Marke richtig anmeldet, erfahrt ihr in unserem Fachartikel How to: Darauf müssen Sie bei der Anmeldung einer Marke achten.

Wie ihr euer Design markenrechtlich absichert, haben wir euch hier beschrieben: Übersicht: So melden Sie Ihr Design beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) an.

Impressumspflicht – Anbieterkennzeichnung – das ist wichtig

Jede gewerbliche Website benötigt ein Impressum. Vorgeschrieben ist allerdings nicht nur, dass ein solches existieren muss, sondern auch dessen Inhalt sowie Position auf der Internetseite. Übrigens: die Impressumspflicht betrifft nicht nur eure Website, sondern auch eure Facebook Unternehmensseite sowie alle Social Media Auftritte, euren Newsletter usw.

Impressumspflicht, Anbieterkennzeichnung oder Dienstleistungs-Informationspflicht – egal wie man es nennt, eine Internetseite muss deutlich zu erkennen geben, wer hinter dem Angebot steht. Doch was genau gehört in ein Impressum? Schaut in unsere Checkliste: Was muss in ein Impressum?

Am einfachsten geht das übrigens mit einem Impressumsgenerator (einem Tool, das mit eueren Angaben ein gutes Impressum für eure Webseite automatisiert erstellt. Wir haben die wichtigsten Impressumsgeneratoren im Web hier für euch zusammengestellt: Unsere Top 5: Der Impressumsgenerator für eure Website (Stand 2020).

Haftungsausschluss / Disclaimer

Wenn kein Haftungsausschluss, auch „Disclaimer“ genannt, ins Impressum aufgenommen wird, haftet der Betreiber der Internetseite theoretisch auch für fremde Inhalte. Entscheidet ihr euch für diesen Zusatz, muss dieser allerdings richtig formuliert werden, um wiederum rechtliche Folgeprobleme auszuschließen. Es empfiehlt sich, auch hierfür einen Fachanwalt einzuschalten.

Datenschutzerklärung und DSGVO beachten

Der Datenschutz sowohl im Frontend als auch im Backend wird in Deutschland großgeschrieben. Für euch als Betreiber einer Homepage gilt daher, dass ihr eine rechtskonforme Datenschutzerklärung benötigt. Weiterhin müsst ihr die Richtlinien der DSGVO einhalten, wann immer ihr mit personenbezogenen Daten in Berührung kommt – was sich beim Betreiben einer Internetpräsenz in der Regel nicht verhindern lässt.

Eine Übersicht zur Datenschutzgrundverordnung findet ihr hier auf der Website der Europäischen Union.

Wichtig ist deshalb in eurer Datenschutzerklärung, dass ihr personenbezogene Daten grundsätzlich erhebt. Klärt auch darüber auf, welche Daten dies betrifft. Dazu gehören auch die Daten der Server-Logfiles, die üblicherweise IP-Adresse der Nutzer, Zeitpunkt und Verweildauer auf der Homepage und die besuchten Seiten speichern.

Die meistens Websites speichern Cookies. Die kleinen Textdateien holt sich der Server vom Browser eurer Nutzer und speichert sie. Darin enthalten sind Informationen über das Nutzerverhalten. Aus diesem Grund müssen Server-Logfiles und Cookies in der Datenschutzerklärung eurer Website erwähnt werden.

Inzwischen muss jede Unternehmenswebsite einen Datenschutzbeauftragten benennen. Warum und wie ihr das löst, zeigen wir euch in dem Fachartikel Datenschutzbeauftragter laut DSGVO – Das braucht ihr in eurem Startup.

Urheberrechte für Bilder, Texte, Videos berücksichtigen

Nutzt ihr fremde Inhalte auf eurer Homepage, beispielsweise Bilder, Texte oder Videos, müsst ihr die Urheberrechte berücksichtigen. Ihr dürft diese also nicht einfach verwenden, sondern müsst dafür die entsprechenden Rechte erwerben. Häufig ist zudem eine Quellenangabe oder Einwilligung der abgebildeten Personen notwendig, um Rechtssicherheit herzustellen. Es ist also auch nicht möglich, einfach einige Schnappschüsse eurer Mitarbeiter zu verwenden. Für die Nachvollziehbarkeit ist wichtig, solche Genehmigungen stets schriftlich einzuholen.

Werbung kennzeichnen

Möchtet ihr mit eurer Homepage (auch) Geld verdienen und beispielsweise Werbung schalten, müsst ihr diese auch als Werbung kennzeichnen. Wer hingegen – bewusst oder unbewusst – versucht, die Werbung unbemerkt auf der Website zu integrieren, riskiert rechtliche Konsequenzen.

Social-Media-Buttons richtig einsetzen

Es bietet sich natürlich an, von eurer Website direkt auf eure Social-Media-Profile zu verlinken, um mehr Follower zu generieren oder tiefergehendes Interesse an eurem Unternehmen oder euren Inhalten zu wecken. Dafür werden gerne „Social-Media-Buttons“ verwendet, die jedoch Nutzungsinformationen an das soziale Netzwerk übermitteln. Das birgt Hürden für den Datenschutz. Rechtssicherheit ist an dieser Stelle daher nur mit „2-Klick-Social-Media-Buttons“ möglich.

Weitere rechtliche Vorgaben gelten, falls ihr beispielsweise einen Online-Shop auf der Homepage integrieren, Influencer Marketing betreiben oder einen Newsletter verwenden wollt.

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