Selbstständig machen als IT-Berater

Selbstständigkeit mit guten Aussichten – anders kann man den Beruf als IT-Berater nicht beschreiben. Doch worauf müsst ihr beim Unternehmensstart achten?

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Begeisterung für technische Lösungen, die Fähigkeit mit Menschen umzugehen und ihnen für ihr Problem auch die Lösung zu verschaffen – das zeichnet einen IT-Berater aus. Eure Auftraggeber, aber auch die Aufgaben und die Teams mit denen ihr arbeitet ändern sich mit jedem neuen Projekt. Die benötigten Themen sind vielseitig und wahrscheinlich lohnt es sich, auch an eine Spezialisierung zu denken. Oft sich Netzwerkspezialisten nicht fit in SAP und wieder andere konzentrieren sich auf die Integration von Cloud-Angeboten. Aber natürlich gibt es auch immer wieder den ganzheitlichen Ansatz an ein IT-Beratung – etwa wenn es um eine grundsätzliche IT Architektur eines Unternehmens geht.

Schritt 1 Wege zum IT-Berater: Das solltest du können

Als IT-Berater brauchst du Informatikkenntnisse, auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind unabdingbar, denn du berätst Unternehmen zu ihren Geschäftsprozessen, da solltest du wissen, wovon du sprichst. Grundsätzlich werden IT-Berater auch direkt in Firmen angestellt – ihr solltet also wissen, warum ihr selbstständig unterwegs sein wollt.

Denn es geht nicht nur darum, sich sicher in den Entwicklungsumgebungen etwa von SAP zu bewegen – du verstehst auch die dort abgebildeten Geschäftsabläufe und kannst dich auch in deinen Kunden und seine Unternehmensprozesse hineindenken.

Geeignete Studienfächer in Vorbereitung als IT-Berater

  • Wirtschaftsinformatik
  • Informatik
  • Ingenieurwesen
  • gern mit BWL-Kenntnissen

Zertifizierungen als Qualitätsmerkmal

Der Begriff „IT-Berater“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Daher sollte sich ein IT-Berater seine Kenntnisse in Form von Zertifizierungen nachweisen könne. Wenn ihr als mit SAP arbeiten wollt, dann solltet ihr auch Lehrgänge und Fortbildungen zu dem System besucht haben und diese nachweisen können.

Das wichtigste: Erfahrung in Unternehmen

Egal ob Absolvent oder Quereinsteiger: Ein Unternehmen wird immer auf eure Vita und Referenzen schauen, um euch einschätzen zu können. Damit vor allem am Anfang eurer Unternehmung das euch nicht im Wege steht, solltet ihr schon früh mit relevanten Praktika oder Werkstudententätigkeiten euren Weg verfolgen.

Was verdient man als IT-Berater?

Die Verdienstmöglichkeiten sind besonders gut, denn die Nachfrage nach fachkundigen Informatikern ist hoch. Wie hoch euer Gehalt tatsächlich ausfällt, hängt von euren Qualifikation ab und natürlich davon, welche Unternehmen ihr beratet.

Als Einstiegsgehälter für IT-Berater werden 2.200 – 6.500 Euro gehandelt, im Schnitt verdient ein IT-Consultant 46.000 € pro Jahr.

Honorarverhandlungen für Freelancer und Selbstständige: Die sechs goldenen Regeln

Schritt 2 zur Gründung als IT-Berater: Praktische Schritte

Als IT-Berater übst du einen sogenannten Katalogberuf aus. Obwohl diese Tätigkeit nicht direkt im offiziellen Katalog der freien Berufe enthalten ist, erhälst du den gewünschten Status eines Freiberuflers, wenn die folgenden zwei Anforderungen für dich gelten:

  • Zunächst musst du als unabhängiger IT-Berater in Form einer wissenschaftlichen, technischen Ausbildung oder eines praktischen Ingenieurberufs qualifiziert sein.
  • Zweitens solltest du deine Dienste persönlich und autark erbringen und keine weiteren kommerziellen Aktivitäten ausführen.
  • Letztendlich wird das Finanzamt auch individuell prüfen, ob du als Freiberufler gelten kannst. Darum solltest du dich selbst kümmern: Stelle unmittelbar nach der Gründung eine Anfrage an die Steueraufsichtsbehörde und bitte um eine schriftliche Bestätigung über deinen Status. Sonst riskierst du zu einem späteren Zeitpunkt hohe Gewerbesteuerforderungen.

So funktioniert die Registrierung als Freiberufler

Ihr registriert euch als Freiberufler bei eurem örtlichen Finanzamt – entweder schriftlich oder elektronisch über das ELSTER-Portal. Dann wird euch eine Steuernummer zugewiesen. Danach entscheidet der Steuerdienst über eure Anerkennung als Freiberufler.

Hinweis: Ihr solltet die Ablehnung eures Status als freiberuflicher IT-Berater durch die Finanzbehörden nicht akzeptieren und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten.

IT-Berater: Vorteile des Status als Freiberufler

  • Ihr müsst kein Unternehmen registrieren
  • Ihr spart euch die Gewerbesteuer
  • Eintragung in das Handelsregister entfällt, wenn ihr keine Gesellschaft gründet
  • Ihr müsst keine doppelte Buchführung führen und keine Jahresberichte erstellen
  • Ihr müsst keine Informationen über Gewinn und Verlust veröffentlichen
  • Es reicht eine Steuererklärung ans Finanzamt
  • Es gibt keinen Zwang zur Mitglied der IHK oder der HWK, also entfallen auch Gebühr für die jeweilige Kammer

Schritt 3 zum IT-Berater: Formalien und wichtige Absicherungen

Viele Formalien müsst ihr als IT-Berater nicht beachten, neben der Gewerbeanmeldung, der Klärung eures Freiberufler-Status und der Frage, wie ihr euer Unternehmen organisieren wollt (als Gesellschaft, als Einzelunternehmer oder Freiberufler) – geht es vor allem um die klassischen Fragen jeder Unternehmung. Was ist das richtige Geschäftskonto, welche Versicherungen solltet ihr abschließen, wie und mit wem wollt ihr zusammenarbeiten und euer Geschäft organisieren.

Die richtige Unternehmensformen für IT-Berater

Eine ganz wichtige Frage, die sich jeder Selbstständige zu Beginn des Startups stellt, ist, welche Unternehmensform sich am besten eignet. Das trifft auch Freiberufler und sollte eng an den Unternehmensplan geknüpft sein. Habt ihr etwa vor, Produkte wie Bücher, DVDs oder ähnliches zu produzieren und zu verkaufen – dann ist das ein anderer Businesscase als wenn ihr als Gedächtnistrainer auf Events unterwegs seid.

Rechtsform & Freiberufler – Mit Gewerbeanmeldung

Gründet ihr ein Unternehmen mit einer Rechtsform (UG haftungsbeschränkt, GmbH, Partnerschaftsgesellschaft, Aktiengesellschaft, GbR usw), kommt ihr an einer Gewerbeanmeldung nicht vorbei. Das kann auch für Freiberufler gelten, und zwar dann, wenn ihr eigene Produkte verkaufen wollt.

IT-Haftpflichtversicherung

Bei einem IT-Berater bleibt natürlich das oberste Ziel die Risikominimierung. Die Verantwortung der IT-Versicherung liegt in der Berufshaftpflichtversicherung, die sich speziell an selbstständige IT-Fachkräfte und deren Risiken richtet. Ob IT-Unternehmen oder IT-Freiberufler: Der IT-Haftungsschutz schützt euch, wenn der Schaden einem Dritten zugefügt wird, für den ihr verantwortlich seid. Die IT-Haftpflichtversicherung ist eine Kombinationsversicherung, die Sach-, Personen- und Folgeschäden abdeckt. Mit anderen Worten, es kombiniert finanziellen Haftungsschutz mit unternehmerischer Verantwortung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Für Selbstständige ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung erforderlich. Denkt an die monatlichen finanziellen Ressourcen, die ihr benötigen, wenn ihr nicht arbeiten könnt. Versucht hier den besten Versicherungsschutz zu erhalten. Lasst euch von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten, da diese die Vorteile verschiedener Unternehmen vergleichen können.

Die 4 wichtigsten Gewerbeversicherung für IT-Freelancer und Tipps für Ihren Weg dorthin

Das richtige Geschäftskonto für IT-Berater

Mit einem Fintech-Geschäftskonto könnt ihr nicht nur standardisierte Bankdienstleistungen wie Überweisungen usw. ausführen, sondern auch häufig intelligente Tools einbinden. Diese Werkzeuge können dem Freiberufler fast die gesamte Buchhaltung und Abrechnung ersparen. Dies ist ein klares Argument für ein Fintech-Geschäftskonto, denn als IT-Berater seid ihr ein Ein-Personen-Unternehmen. In der Praxis bedeutet dies, dass es keine Buchhaltung oder Sekretärin gibt, die Rechnungen schreibt oder Dokumente und Daten an einen Steuerberater “überträgt”. Ihr könnt diese intelligenten Tools für Bankanwendungen selbstständig von eurem Smartphone aus selbst erstellen. Dies ist sehr effektiv und spart Zeit und Kosten. Ein Plus ist die gesparte Zeit, in der ihr euch um die eigentlichen Aufgaben eines Freiberuflers kümmern könnt.

Eine ausführliche Übersicht für das passende Geschäftskonto findet ihr hier: Geschäftskonto Vergleich 2020: Diese Konten eignen sich für Gründer und Startups

Schritt 4: Marketing für IT-Berater

Doch wie kommt ihr nun zu euren Kunden?

Akquise für IT-Berater

Bereitet euch auf eine Kaltakquise gut vor:

Gibt es etwas, das ihr besonders macht und euch von euren Mitbewerbern unterscheidet? Dann setzt es in den Mittelpunkt. Ihr müsst einen Weg finden, sich von der Masse abzuheben, um nicht sofort in den Mülleimer der vielen Werbeangebote zu gelangen.

Marktnische finden: 10 Schritte für erfolgreiches Gründen eines B2B-Startups

Registriert euch auf den Freiberufler-Plattformen

Es gibt viele Plattformen für Freiberuflern, in denen freie Stellen vergeben werden. Werbetreibende sind hier sehr aktiv. Neben den sozialen Netzwerken wie LinkedIn können die Freelance-Plattformen Freelancern eine gute Möglichkeit sein, sich vorzustellen und sich für eine Stelle zu bewerben. Einige dieser Portale sind völlig kostenlos, während andere für bestimmte Dienste eine Gebühr erheben.

Eine Übersicht solcher Portale findet ihr hier: Top 16 Jobportale für Freelancer: die besten Projektbörsen im Überblick (2019)

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