Selbstständig machen als App-Entwickler – IT-Freelancer

Selbstständig machen als App Entwickler – nicht sehr aufwendig und vor allem mit rosiger Zukunft. Darauf müsst ihr achten.

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Schritt 1: Chancen und Berufswege für App Entwickler

Für erfolgreiche Unternehmen ist es in diesen Tagen entscheidend, auch mobile Nutzer erreichen zu können. Wer die perfekte App auf Lager hat, mit der Interessenten überzeugt werden können, verfügt über einen wertvollen Wettbewerbsvorteil. Design und die technische Umsetzung gehen dabei Hand in Hand. Nur auf diese Weise entsteht eine Applikation, welche für den User wirklich eine Unterstützung darstellt. Gute Chancen also für App Entwickler.

Chancen für die Freiberuflichkeit als App Entwickler

Von den aktuell etwa 700.000 Softwareentwickler arbeiten etwa 100.000 als Freiberufler. Grundsätzlich wird dem Beruf eine rosige Zukunft bescheinigt: Neben überdurchschnittlichen Verdienstchancen ist es vor allem die steigende Nutzung des Smartphones und damit den Bedarfs an Apps, die gute Perspektiven schaffen.

Smartphone-Nutzung 2020 in Zahlen

 

Quelle: Deloitte Studie

Verdienstmöglichkeiten für angestellte App Entwickler

Laut Stepstone verdienen angestellte App-Entwickler im Durchschnitt rund 47.700 € im Jahr. Vor allem in den Städten Berlin, München und Hamburg werden sie händeringend gesucht. Neben dem richtigen Standort (also dort, wo Entwickler gesucht werden) spielt auch euer Abschluss eine wesentliche Rolle: Wie in allen IT-Berufen verdienen Berufseinsteiger mit einem Master mehr als mit Bachelor. In der Softwareentwicklung liegt der Gehaltsunterschied aktuell bei ca. 5.000 Euro im Jahr. Neben diesen beiden Faktoren sind es auch die Unternehmensgröße und die Branche relevant: In Finance und Versicherungen, in der Automobilindustrie oder in der Medizintechnik wird besser bezahlt – und große Unternehmen zahlen in der Regel bessere Löhne.

Gesucht: App Entwickler als Freelancer

Die begehrten Fachkräfte können in einigen Branchen sogar oft weitaus besser verdienen, als Vollzeit-Beschäftigte. Das zeigt der aktuelle Freelancer-Kompass 2019 des Auftrags-Marktplatzes Freelancermap. Neben einem höheren Einkommen sprechen noh folgende Argumente für die Freiberuflichkeit:

  • maximale Flexibilität als selbstständiger App-Entwickler
  • thematisch abwechslungsreich
  • viele Unternehmen suchen freiberufliche Entwickler, um flexibel auf Bedarf zu reagieren

Ob und wie gut die Perspektiven als freiberuflicher App Entwickler sind, könnt ihr auch anhand des Angebotes auf Freelancer-Plattformen wie Fiverr erkennen. Dort lohnt sich auch die Recherche bezüglich eure Verdienstmöglichkeiten.

Möglicher Verdient von App Entwickler Freelancern

Laut Freelancermap lag der durchschnittliche Stundensatz im Jahr 2016 bei 82 Euro und ist inzwischen auf 96 Euro gestiegen, vier Prozent der befragten Selbstständigen verdienen weniger als 50 Euro pro Stunde. SAP-Experten verdienen mit einem Stundensatz von 112,49 Euro am besten, am geringsten verdienen Grafiker und Content-Manager. Im Überblick bedeutet das: 2018 haben über 60 Prozent der Freelancer jährlich mehr als 100.000 Euro umgesetzt.

Ausbildungswege zum App Entwickler

Es gibt (noch) keine direkte Ausbildung zum App Entwickler, aber Ausbildungen im IT-Bereich sind eine gute Grundlage.

Duale Ausbildungen

Folgende duale Ausbildungen, in denen ihr in einem Unternehmen und an einer Fachschule lernt, mit einer Dauer zwischen 3 und 5 Jahren, kommen auch für App-Entwickler in Frage:

  • Webdesigner
  • Softwareentwickler
  • Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung)
  • Betriebsinformatiker
  • Informatiktechniker
  • Informatikkaufmann

Studium zum App-Entwickler

Ein Studium ist ja immer etwas größer als eine konkrete Berufsausbildung – hier bekommt ihr Wissen, dass euch über die App Entwicklung hinaus bildet. Folgende Studiengänge eignen sich für App-Entwickler:

  • Informatik
  • Informationstechnologie
  • Wirtschaftsinformatik
  • Mediengestaltung
  • Webdesign

Alternativ gibt es spezialisierte Studiengänge wie den der “Medieninformatik Web & Mobile Development”, der vom International College in Bielefeld angeboten wird. 

Quereinstieg – Vom ungelernten App-Entwickler Freelancer zum Profi

Auch das ist ein immer noch üblicher Weg, ihr müsst weder studieren noch eine Ausbildung machen, um als App-Entwickler zu arbeiten. Als Quereinsteiger in der IT-Branche solltet ihr allerdings an eine (digitale) Weiterbildung denken. Dabei solltet ihr euch klar werden, für welche Plattformen bzw. Betriebssysteme ihr entwickeln wollt. Kleiner Tipp: Neben den Marktführern Android, Microsoft und iOs, gibt weitere kleinere Anbieter. Hier gibt es zwar nur eine kleinere Zahl potenziellen Auftraggeber – aber auch größeres Potenzial für eure Spezialisierung.

Weiterbildung für IT Spezialisten

In jedem Falle solltet ihr euch sowohl als Quereinsteiger weiterbilden und auch studierte Entwickler sollten am Puls bleiben: Es gilt, das ganzes Leben lang zu lernen, denn Inhalte und Ansprüche verändern sich rasant. Und mit Zertifikaten überzeugt ihr auch eure potenziellen Auftraggeber. Folgende Weiterbildungsanbietern für App-Entwickler gibt es:

Und ihr solltet von Anfang genau schauen, wie ihr euch als Entwickler am besten positioniert: Eine sinnvolle Option sind zum Beispiel die Freelancer Plattformen. Schaut doch mal wie das App erstellen mit Fiverr funktioniert. Hier könnt ihr euch und eure Fähigkeiten präsentieren und neue Aufträge genieren.

Schritt 2: Planung und Gründung als App Entwickler

Tatsächlich ist der Start als App-Entwickler, zumindest als Einzelkämpfer recht einfach und auch ohne nennenswerte Investitionen möglich. Die notwendige Hard- und Software habt ihr wahrscheinlich schon, Services könnt ihr dazu mieten. Aufwendiger wird es, wenn ihr ein kleines Team bzw. Unternehmen aufbauen wollt. In diesem Fall sollte ein Businessplan die strategische Ausrichtung und die Planung der Finanzen genau vorgeben.

Lean-Startup: Beginne klein und vielleicht im Nebengewerbe

Gerade bei Gründungen, die als Soloentrepreneure und Einzelunternehmer starten können, ist es sinnvoll, den Businesscase als Nebengewerbe zu starten. Denn da könnt ihr testen, wie sich der Markt tatsächlich verhält und wo vielleicht eine Lücke für euch ist. Doch Vorsicht: Der Kunde kauft bei euch auch Verfügbarkeit und Flexibilität – euer Hauptjob muss euch also ermöglichen, den Fotojob zu machen.

Wie ihr ein Unternehmen nebenberuflich aufziehen könnt, haben wir euch in unserem Leitfaden Nebenberuflich gründen | So startet ihr euer Unternehmen neben dem Job zusammengefasst.

Gewerbeanmeldung oder Freiberufler?

App-Entwickler zählen nicht zu den Katalog-Berufen bei den Freiberuflern. Das Finanzamt entscheidet also im Einzelfall, ob es die Freiberuflichkeit akzeptiert oder eine Gewerbeanmeldung verlangt. Mit einem relevanten Studienabschluss steigt eure Chance, als Freiberufler vom Finanzamt anerkannt zu werden. Ein Beratungsgespräch im örtlichen Finanz- oder Gewerbeamt kann in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich sein.

In jedem Falle solltet ihr vermeiden, nur von einem Auftraggeber abhängig zu sein. Das ist nicht nur betriebswirtschaftlich gefährlich – ihr riskiert auch, in den Verdacht der Scheinselbstständigkeit zu geraten.

Selbstständiger App-Entwickler: Businessplan & Finanzplan

Viele Gründer scheitern innerhalb der ersten drei Jahre, besonders, wenn ihnen umfassendes Knowhow fehlt. Um eben dies zu vermeiden, lohnt sich der Besuch bei einem sogenannten Gründertreffen, welche in jeder größeren Stadt stattfinden. Hier kann man sich intensiv mit anderen austauschen und nützliche Tipps einholen! Ein Finanzplan trägt außerdem maßgeblich zum Überleben des Unternehmens bei!

Businessplan für App-Entwickler

Jede Gründung benötigt einen Plan, und den nennt man Businessplan. Wie der aussieht, was da rein soll und wie er euch hilft, gut zu starten, erfahrt ihr hier:


Die richtige Rechtform für freiberufliche App-Entwickler

In aller Regel werdet ihr, wenn es nicht von Anfang an einen Partner gibt, mit dem ihr gründet, als Einzelunternehmer beginnen. Das bedeutet relativ einfache Vorgaben bei Buchhaltung und Formalien – hat aber den Nachteil, dass ihr komplett auch mit eurem Privatvermögen haftet. Hilfe findet ihr hier Basics: Welche Rechtsform passt für mein Unternehmen?

Anmeldung beim Finanzamt

Wie jeder Selbstständige müsst ihr euch beim Finanzamt melden. Darauf hin erteilt euch das Amt eine Steuernummer und wird über einen Betriebseröffnungsbogen weitere Unternehmensdetails abfragen.

Team mit Personal: Agentur für Arbeit, Krankenkasse und Berufsgenossenschaft

Plant ihr, gleich zu Beginn Mitarbeiter in eurem Unternehmen anzustellen, werden weitere Meldungen fällig. Bei der örtlichen Agentur für Arbeit benötigt ihr eine Betriebsnummer. Bei der Krankenkasse meldet ihr alle sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter an, daraus ergeben sich auch Meldungen an die Renten- und Arbeitslosenversicherung. Über die gesetzlichen Unfallversicherung werden alle Mitarbeiter ebenfalls versichert. Und auch dem Finanzamt müsst ihr Meldung über eure Mitarbeiter machen.

Besondere Chancen für App-Entwickler: Internationalisierung

Die App-Entwicklung ist ein globales Geschäft: unzählige Firmen auf der ganzen Welt bieten App-Entwicklung auch für deutsche Kunden und bieten teils extrem günstigere Konditionen.

Für euch bedeutet das: Euer Markt ist potenziell riesig – denn auch ihr könnt für Finnen, Inder oder Amerikaner programmieren. Aber: die Kollegen sind auch eure Kokurrenten. Insofern wird es nötig sein, sich aus der Masse hervorzuheben.

Das kann zum einen euer Standort-Vorteil sein: In der Regel wissen Unternehmen einen Spezialisten vor Ort wertzuschätzen. Ausserdem könnt ihr durch eine Spezialisierung oder Nischenstrategie punkten.

Schritt 3: Organisation und Finanzierung

Buchhaltung für App-Entwickler

Für wenige Unternehmer ist die Buchhaltung ein angenehmes Thema und trotzdem wissen wir alle, dass sie gemacht werden muss und vor allem richtig. Entweder, ihr gebt eure Buchhaltung direkt an einen Profi raus – oder ihr nutzt ein Buchhaltungstool, um euch die Arbeit zu vereinfachen. Mehr dazu hier: Buchführung mit Online-Tools: Vergleich guter Buchhaltungsprogramme in der Cloud

Finanzierungshilfen für App-Entwickler

Jede Gründung benötigt Startkapital – und auch wenn es für eure Unternehmung nicht tausende Euro benötigt … ganz ohne geht auch nicht. Unter Umständen können euch staatliche Programme unterstützen:

Gründungszuschuss

Falls ihr aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen wollt, könnte der Gründungszuschuss helfen. Wie ihr den Gründungszuschuss beantragt. lest ihr hier:

Checkliste (pdf) Gründungszuschuss 2020 beantragen | Anleitung zum kostenlosen Download

Förderung für Unternehmensberatung

Kostenpflichtige Beratung durch Unternehmensberater wird vom Bund durch einen Zuschuss an den Beratungskosten unterstützt. Eine Übersicht dazu findet ihr hier:

Beratungsförderung für Gründer (Teil 1): Vor der Gründung | Überblick über Beratungsangebote für Gründer

Schritt 4: Erste Kunden und Marketing

Eure Flexibilität in puncto Arbeitszeit und auch -ort hat natürlich auch ihren Preis: Um an Aufträge zu kommen, werdet ihr Marketing und Akquise betreiben müssen.

Sichtbarkeit aufbauen

Heutzutage schafft sich beinahe jeder Kunde erst einmal über das Internet Überblick über angebotene Dienstleistungen. Eine benutzerfreundliche Website ist also das Aushängeschild schlechthin, wenn es um effektives Marketing geht. Eine übersichtliche Homepage sollte ausführliche Beschreibungen zu den entsprechenden Angeboten enthalten. Auch ein Formular bzw. die nötigen Daten zur Kontaktaufnahme, Adresse sowie Google MyBusiness Eintrag sollten deutlich ausgewiesen sein.

Social Media-Plattformen bieten die Möglichkeit, mit aussagekräftigen Profilen eure Werke und euer Können zu positionieren, und mit interessanten Beiträgen Neukunden anzulocken. Auf Instagram kann man beispielsweise mit den richtig gewählten Hashtags und visuell ansprechenden Posts die nötige Aufmerksamkeit generieren. So gelangen Nutzer durch wenige Klicks auf ein Profil und können sich im Handumdrehen zu treuen Followern wandeln. Kanäle wie diese können auch international eine erhebliche Reichweite aufzeigen und einem App-Entwickler neue, potenzielle Klienten verschaffen.

Nutzt Plattformen für Freelancer

Einträge im Branchenbuch machen euch sichtbar für die ganz allgemeinen Jobs. Je konkreter euer Angebot, desto genauer solltet ihr auch eure Zielgruppe ansprechen: Eine recht konkrete Variante, sich als App-Entwickler zu platzieren, sind Freelancer-Job-Portale. Dort könnt ihr nach konkreten Auftragskonstellationen euer Können definieren und werdet dann vom Kunden angeschrieben. Alternativ werden auch Jobs ausgeschrieben und ihr müsst euer Angebot schreiben. Hier findet ihr die Top 16 Jobportale für Freelancer: die besten Projektbörsen im Überblick

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