Selbstständig machen als Eisdieler: So eröffnest du eine Eismanufaktur

Frühlingshafte Temperaturen und Sonnenstrahlen – auf zur Lieblingseisdiele! Wenn ihr euch den Traum von der eigenen Eisdiele erfüllen wollt, erfährt ihr hier, wie ihr euch am besten organisiert, worauf ihr bezüglich Hygiene achten müsst und wie ihr euren Traum finanziert.

Schritt 1: Perspektiven für euren Eisladen | Konzept & Businessplan

Mit der eigenen Eisdiele erfolgreich werden – die Chancen stehen gut, vorausgesetzt, ihr achten von Anfang an auf wichtige Grundlagen.

Fachkraft für Speiseeis: Berufliche Voraussetzungen für Eisdieler

Seit 2008 ist der Eisproduzent ein anerkannter Ausbildungsberuf, seit 2014 wird von der ‚Fachkraft für Speiseeis‘ geredet. Die wichtigsten Infos:

  • Ausbildungsdauer drei Jahre
  • duale Ausbildung (Berufsschule + Ausbildungsbetrieb)
  • Ausbildungsvergütung 1. Lehrjahr 650 Euro, 2. Lehrjahr 750 Euro, 3. Lehrjahr 850 Euro

Das sind die Ausbildungsinhalte:

  • einfache Speisen unter Berücksichtigung von Rezepturen vor- und zuzubereiten
  • Gerichte ansehnlich anrichten
  • Etiquette in der Gastronomie
  • Hygienevorschriften
  • Beratung und dem Verkauf von Speisen im Restaurant
  • Vermarktungsstrategien
  • Reservierungsvorgänge
  • Gästebetreuung
  • Rechnung ausstellen
Unsere Empfehlung

Darf’s ein bisschen mehr sein? – So werdet ihr erfolgreiche Gastro-Gründer!

Clever gründen und langfristig profitabel: Im Online-Seminar “Existenzgründung in der Gastronomie” machen euch die Experten von merkur-start up mit praxisnahen Tipps fit für die Selbstständigkeit.

Ihr bekommt verständliche Entscheidungs- und Planungshilfen zur Hand, und erfahrt, warum gut gemachtes Foodporn nicht nur ein appetitlicher Anblick ist sondern auch wichtig für euer Geschäft.

Besser gründen mit
• praktischen Tipps von A wie Ambiente bis Z wie Zielgruppe
• allen Infos zu Businessplan, Finanzierung, Konzept
• “Best Practices” und “Worst Scenarios” erfahrener Gastronomen

Zur Anmeldung

Euer Potenzial: Handwerkliches Eis statt Industrieproduktion

Als Speiseeishersteller könnt und müsst ihr euch vom industriellen Eis aus Discountern und Supermärkten unterscheiden. Industriell gefertigtes Eis darf einen Fettgehalt von bis zu 14 Prozent sowie zugesetzte Konservierungsstoffe aufweisen. Ihr könnt hingegen mit Frische punkten. Allerdings dürfen Konservierungsstoffe nicht verwendet werden und der Fettgehalt bewegt sich in einem Rahmen bis zu 6 Prozent.  Milchsorten können bis zu 70 Prozent Milch enthalten, Joghurt und Sahne sowie frische Früchte machen euer Eis besonders. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange ihr die gesetzlichen Vorgaben und die strengen Hygienevorschriften einhaltet.

Verdienst mit eurem Eisladen

Der Eiskonsum in Deutschland lag 2017 bei 7,9 Litern pro Kopf – eine Menge Eiskugeln. Allerdings sind von den mehr als 617 Millionen Litern Eis, die 2017 verkauft wurden, über 80 Prozent aus industrieller Fertigung. Das heisst für euch als Eisproduzenten: Der Markt ist vielversprechend. Aber ihr müsst euch euren Platz darin auch mit guten Produkten, Service und entsprechender Positionierung darin erkämpfen. Besonders beachten solltet ihr die saisonale Schwankungen: In der “heißen” Geschäftsphase solltet ihr Rücklagen und finanzielle Puffer für den Herbst/Winter gebildet haben. Oder aber für die kalten Wintermonate ein System entwickelt haben, um auch über diese schlechteren Monate zu kommen. So könntet ihr etwa eure Geschäftsbasis verbreitern und euer Eis an Restaurants oder andere Einrichtungen ganzjährig verkaufen.

Genaue Zahlen zu möglichen Umsätzen von Eisdielen gibt es nicht – im Durchschnitt geht man von 250.000 Euro aus.

Faktoren für den Erfolg deiner Eisdiele

Finde deine Produktnische: Sammelt Ideen, lasst euch inspirieren und findet ein für euch geeignetes Konzept. Tatsächlich ist der Erfolg einer eigenen Eisdiele vor allem von der Qualität eures Produktes abhängig.

Lage und Größe eures Eisladens: Die ideale Größe hängt vom Zielpublikum und eurem Angebot ab. Ihr solltet den erwartende Pro-Kopf-Umsatz in Relation zu den Kosten für den Laden stellen. Wichtig ist auch der Standort: Wichtig ist für euch Laufkundschaft – kaum jemand fährt extra für ein Eis irgendwohin. Gute Orte sind rund um Spielplätze und anderen Freizeitangeboten für Kinder, bei Ausflugszielen oder direkt an belebten Orten der Innenstadt. Beachtet auch immer, ob ihr vor eurem Laden einen Außenbereich bewirtschaften könnt.

Konsequenter Marketing-Auftritt: Neben dem guten Produkt ist vor allem auch eine gut positionierte und gut präsentierte Marke für euch entscheidend. Im Marketing gibt es eine ganze Menge zu beachten – dazu findet ihr weiter unten im Text jede Menge Tipps.

Mobiler Eisstand – eure Eisdiele direkt beim Kunden

Ob nur als Ergänzung oder gleich als Konzept: Eine Möglichkeit, ein besonderes Angebot zu schaffen, ist der mobile Eisstand. Sozusagen ein Laden überall dort, wo Eis gern gegessen wird. Eventuell könnt ihr gewisse Investitionen damit sparen – doch auch der Eiswagen ist nicht für null Investition zu haben. Vorteil könnte sein, dass ihr nicht an einen Standort gebunden seid – doch beachtet: Auch wenn ihr mobil seid, nicht an allen Plätzen könnt ihr ohne weiteres euer Eis aus dem Wagen verkaufen.

© Federico Ghedini / Pixabay

Businessplan für den eigenen Eisladen erstellen

Es geht nicht ohne konkrete Überlegungen und dem Aufschreiben dieser Ideen und Konzepte. Auch wenns schwer fällt… Setzt euch hin und schreibt einen Businessplan. An mehreren Stellen eures Gründungsvorhabens werdet ihr froh sein, das kleine Heft rauszuholen und einem Banker, potenziellen Investor oder Vertreter einer Getränkemarke auf den Tisch legen zu können… denn die sehen dann, das ihr es ernst meint und wirklich an eurer Idee arbeitet.

Lesetipp: Wie ihr einen Businessplan schnell und effektiv erstellt, erfahrt ihr in unserem Fachartikel Basics: In 7 Schritten zum Businessplan.

Schritt 2: Praktische Schritte zu eurem Eisladen

Die Ausstattung für eure Eisdiele

Ja, damit sich eure Gäste wohlfühlen und ihr vernünftiges Eis herstellen könnt, benötigt ihr diverse Eismaschinen und natürlich auch Möbel, also Tische, Stühle usw. Profieismaschinen bekommt ihr beispielsweise in Geschäften wie der Metro bzw. Händlern wie Polartwist, Gastrozentrale oder für den Beginn sogar auf Ebay. Auch um Möbel müsst ihr euch kümmern: Überlegt euch ein Konzept, schafft ein Flair, dass ihr euren Gästen nahebringen möchtet. Im Internet finden sich einige Hersteller, die extra Möbel für Eiscafés anbieten.

Lesetipp: Gebrauchte Ausstattung für euer Café oder euren Eisladen… findet ihr bei Maschinensucher, die Gründerstory zu diesem Startup findet ihr hier.

Anforderungen an Räumlichkeiten und Geräte

Neben der gut ausgestatteten und einladenden Verkaufsfläche müsst ihr als Eisladen-Betreiber auch einige Vorgaben bezüglich eurer Verkaufsräume beachten.

Ihr müsst eine einwandfreie Hygiene durch ein funktionierendes Kontrollsystem sicherstellen und dies auch bei häufig unangekündigten Kontrollen durch das Gesundheitsamt nachweisen können. Wichtig ist eine lückenlose Kühlkette.

Diese Voraussetzungen solltet ihr schon bei der Auswahl geeigneter Räumlichkeiten beachten.

Das Eislabor – so müssen die Räume sein

  • EureProduktionsräume, das sogenannte Eislabor, dürfen keine Durchgangsräume sein.
  • Wände und Böden müssen gefliest sein und vorhandene Fenster vor dem Eindringen von Insekten durch spezielle Gitter geschützt werden.
  • Die von euch verwendeten Geräte und Gefäße müssen aus Edelstahl bestehen.
  • Ihr müsst mit einem eigenen Kontrollsystem die Wareneingänge, den Transport, die Lagerbedingungen und Herstellungsmethoden dokumentieren (dazu gehört zum Beispiel die penible Überwachung eurer Kühlgeräte).

Schritt 3: Eisdiele eröffnen | Vorschriften & Genehmigungen

Gemäß der Anlage B der Handwerksordnung handelt es sich beim Speiseeishersteller um ein handwerksähnliches Gewerbe, das zulassungsfrei ist und keinen Meistertitel voraussetzt. Wer sich als Quereinsteiger als Speiseeishersteller selbstständig macht, muss die Hygienevorschriften nachweisen können und neben der Gewerbeanmeldung eventuell noch eine Konzession beantragen (wenn alkoholische Getränke zum Verzehr vor Ort angeboten werden).

Checkliste Eisdiele eröffnen: Diese Anmeldungen müsst ihr machen

Erlaubnis und Anzeigepflicht für ein Gaststättengewerbe: Der Betrieb eines Gaststättengewerbes bedarf grundsätzlich der Erlaubnis gem. § 2 Gaststättengesetz, seit 2015 ist nunmehr nur noch die Verabreichung von alkoholischen Getränken erlaubnispflichtig. Das heisst: Solange ihr nur alkoholfreie Getränke, unentgeltliche Kostproben, zubereitete Speisen oder in Verbindung mit einem Beherbergungsbetrieb Getränke und zubereitete Speisen an Hausgäste verabreicht, braucht ihr keine Genehmigung. Und in manchen Bundesländern benötigt ihr nicht mal für den Alkoholausschrank eine Erlaubnis, nämlich in

  • Hessen
  • Brandenburg
  • Niedersachsen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Thüringen
  • Saarland

In diesen Ländern überprüfen die Behörden eure Zuverlässigkeit als Gewerbetreibender, ihr müsst dafür euer Führungszeugnis sowie die Auskunft aus dem Gewerbezentralregister vorlegen. Grundsätzlich gilt aber, egal wo ihr euer Café eröffnet: Ihr habt eine so genannte Anzeigepflicht, das heisst bei der Gewerbeanmeldung müsst ihr angeben, dass ihr ein Gaststättengewerbe beginnen wollt.

Gewerbeanmeldung: Um eine Eisdiele überhaupt eröffnen zu dürfen, benötigt ihr einen Gewerbeschein. Dieser wird bei eurer örtlichen Kommunalverwaltung beantragt und kostet im Schnitt zwischen 10 und 40 Euro, da jede Kommune die Kosten anders handhabt. Ihr müsst den Beginn eures Gewerbes bei der zuständigen Behörde anmelden (Gewerbeanmeldung). Dafür nötig sind neben den Vordrucken zur Anmeldung auch üblicherweise Unterlagen zu den Räumen, die ihr als Gastraum nutzen wollt. Detaillierte Zeichnungen oder Skizzen zeigen, dass der Raum für diesen Zweck geeignet ist. Es ist daher ratsam, sich über die Anforderungen z. B. für einen Grundriss bei einem kompetenten Ansprechpartner (z. B. Architekt) zu informieren.

Unterrichtungsnachweis über lebensmittelrechtliche Kenntnisse: Grundsätzlich sind für die Erteilung der Gaststättenerlaubnis lebensmittelrechtliche Kenntnisse nachzuweisen (Unterrichtungsnachweis). Die Bescheinigung über den Nachweis wird von der zuständigen Industrie- und Handelskammer ausgestellt, vorausgesetzt ihr habt an einer eintägigen Unterrichtung, veranstaltet von der IHK, teilgenommen hat oder ihr habt die Abschlussprüfung eines staatlich anerkannten Ausbildungsberufs bei einer IHK, HWK oder Handwerksinnung bestanden und zu den Prüfungsgegenständen gehörten auch die Grundzüge der lebensmittelrechtlichen Vorschriften.

Pflichten des Unternehmers bei verpackter Ware: Auch auf die Lebensmittelinformations-Verordnung (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011) müsst ihr achten. Beim Verkauf unverpackter bzw. loser Ware (z. B. Eiskreme, Brötchen, Getränkeausschank, Kuchen) reicht es aus, wenn ihr auf Verlangen des Gastes eine mündliche Auskunft über die verwandten Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe geben könnt. Eine schriftliche Dokumentation muss für den Kunden und die Kontrollbehörden vorgehalten werden. Im Verkaufsraum muss in einem Aushang darauf hingewiesen werden, dass Angaben zu den Zutaten und Hilfsstoffen mündlich erfragt werden können und eine schriftliche Aufzeichnung zugänglich ist.

Pflichten nach dem Lebensmittelhygiene-Recht: Ihr benötigt eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes nach § 43 Infektionsschutzgesetz, wenn ihr  gewerbsmäßig folgende Lebensmittel herstellt, behandelt oder in Verkehr bringt:

  • Fleisch, Geflügelfleisch und Erzeugnisse daraus
  • Milch und Erzeugnisse auf Milchbasis
  • Fische, Krebse oder Weichtiere und Erzeugnisse daraus
  • Eiprodukte
  • Säuglings- und Kleinkindernahrung
  • Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse
  • Backwaren mit nicht durchgebackener oder durcherhitzter Füllung oder Auflage
  • Feinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalate, Marinaden, Mayonnaisen, andere emulgierte Soßen und Nahrungshefen

Und wenn ihr mit diesen Lebensmitteln direkt oder indirekt über Bedarfsgegenstände (z. B. Besteck oder Geschirr) in Berührung kommt oder in Küchen von Gaststätten und sonstigen Einrichtungen mit oder zur Gemeinschaftsverpflegung tätig seid.

Lesetipp: Mehr dazu und wie das funktioniert, erfahrt ihr in dem Fachartikel Gewerbeanmeldung – so meldet man ein Gewerbe richtig an (inklusive Gewerbeanmeldung Formular)

Anmeldung eurer selbstständigen gewerblichen Tätigkeit beim Finanzamt: Gewerbetreibende bekommen von ihrem zuständigen Finanzamt, welches von der Gemeinde nach der Gewerbeanmeldung über die Gründung informiert wurde, einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung (Betriebseröffnungsbogen) zugeschickt. Mit der Anmeldung zum Gewerbe ist es zudem wahrscheinlich, dass ihr Gewerbesteuer zahlen müssen. Dies ist dann der Fall, wenn ihr aktuell (die Sätze verändern sich ggf.) mehr als 24.500 Euro jährlich verdient. Je nachdem, wie hoch eure geschätzten Erlöse ausfallen, erhalten ihr entweder eine normale Steuernummer oder die Umsatzsteuer-ID.

Pflicht zur Betriebshaftpflichtversicherung: Grundsätzlich musst ihr prüfen, ob euer Gründungsvorhaben eine Haftpflichtversicherung voraussetzt. Für Eisläden gibt es diese Pflicht nicht.

Lesetipp: Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Fachartikel Die Berufshaftpflicht- und Betriebshaftpflichtversicherung: Was das ist und wer sie braucht

Rechtsform und eure Firma: Grundsätzlich habt ihr zwei verschiedenen Möglichkeiten, ihr könnt eurem Laden einen schönen sprechenden Namen geben und die Organisation (also den Betrieb) anders nennen und müsst dann hier je nach Rechtsform die Regeln einhalten. Oder ihr bringt das beides zusammen, dann solltet ihr allerdings eine Rechtsform wählen, in der ihr auch frei in der Benennung eurer Firma seid. Ob GmbH, UG (haftungsbeschränkt), GbR, AG, OHG oder Limited – ihr solltet genau prüfen, welche Rechtsform sich für euer Unternehmen eignet.

Eure eigene Sozialversicherung: Grundsätzlich sind Selbstständige von der Versicherungspflicht in den Sozialversicherungen befreit (§ 2 SGB IV). Eine Ausnahme bildet die Kranken- und Pflegeversicherung, die auch für Selbstständige eine Pflichtversicherung ist (§ 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V). Achtung: Ihr könnt euch unter bestimmten Voraussetzungen freiwillig in den gesetzlichen Sozialversicherungen versichern. Dies gilt auch für die Arbeitslosenversicherung (§ 28a SGB III). Alternativ können Versicherungsverträge mit privaten Anbietern abgeschlossen werden. Existenzgründer sollten im Rahmen ihrer Gründung also unbedingt Kontakt mit ihrem bisherigen Versicherer (z. B. Deutsche Rentenversicherung) aufnehmen und ggf. auch Angebote anderer (privater) Versicherer einholen.

Anmeldung eurer Mitarbeiter: Euer Unternehmen benötigt eine Betriebsnummer, die ihr bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt. Der Sozialversicherungsausweis eurer Mitarbeiter benötigt ihr, um Sozialversicherungsbeiträge eurer Mitarbeiter monatlich an die zuständige(n) Krankenkasse(n) abführen. Das Meldeverfahren für geringfügig Beschäftigte läuft über die Knappschaft Bahn See (KBS).

Als Gewerbetreibender sind ihr zudem verpflichtet, Mitglied in der Industrie- und Handelskammer (IHK) bzw. der Handwerkskammer (HWK) zu werden. Bei einer Eisdiele kommt eher die IHK für euch infrage, komplizierter wird es, wenn ihr selbst Eis herstellen möchtet.

Herstellung von Speiseeis: Hygienevorschriften

Ganz besondere Ansprüche werden an euch gestellt, wenn ihr euer Eis selbst bereitet. Und auch da gibt es unterschiedliche Voraussetzungen – je nachdem, was ihr produziert. Das Softeis aus der Softeismaschine etwa (angerührt aus einem Pulver und Milch bzw. Wasser) gilt nicht als Frischeis und stellt keine besonderen Anforderungen an eure Räume. Produziert ihr aber anders, sind wichtige Hygienevoraussetzungen zu erfüllen.

Eine ausführliche Darstellung findet ihr hier.

Außerdem könnt ihr euch an der Leitlinie für eine Gute Hygiene- und HACCP von Uniteis eV orientieren.

Schritt 4: Finanzierung | Kostenplanungen für eine Eisdiele

Wenn ihr eine Eisdiele eröffnen wollen, müsst ihr euch mit dem Begriff Betriebsmittelkredit auseinandersetzen. Damit ihr euch den Traum von der eigenen Eisdiele erfüllen könnt, benötigt ihr in der Regel Startkapital – zum ersten Anmieten der Räume, dem Wareneinkauf oder zur Bezahlung eurer Mitarbeiter. Geschirr, Besteck, etc. muss ebenfalls eingekauft werden, Speisekarten, Werbung usw vorfinanziert werden. Daher bietet sich hier ein Betriebsmittelkredit an. Eismaschinen, Möbel, Inneneinrichtung werden in der Regel mit einem Investitionskredit beschafft. Hier solltet ihr euch zunächst an eure Hausbank wenden, da man euch dort in der Regel kennt und entsprechend berät. Alternativ gibt es auch Förderbanken, wie die KFW-Bank.  

Kosten einer Eisdiele

Miete: Mit der guten Lage kommen die hohen Kosten. Falls ihr euch auf das saisonale Geschäft einer Eisdiele konzentriert, solltet ihr überlegen, wie ihr die Wintermonate finanziert. Entweder ihr schafft euch im Sommer Rücklagen oder ihr müsst eure vorhandene Infrastruktur im Winter anders nutzen. Alternativ könnt ihr natürlich versuchen, mit eurem Vermieter/Verpächter einen Deal für diese Ausfallmonate zu machen – doch in der Regel läuft der Mietvertrag von Gewerberäumen einfach weiter.

Personal:  Bei einer größeren Eistheke solltet ihr mindestens zwei Mitarbeiter haben und in der  Eisdiele bedienen lassen sowie den Straßenverkauf koordinieren. Langes Anstehen werden die meisten eurer Kunden jedenfalls nicht für ein Eis. Besondere Ausbildungen benötigen eure Mitarbeiter nicht: stressresistent und dabei freundlich sollten sie auf jeden Fall sein.

Nebenkosten: Kalkuliert auch Nebenkosten wie Strom und Wasser sowie  Materialien und Lebensmitteln im Wareneinkauf.

Mehr zur Finanzierung findet ihr in unserem Leitfaden Gründer-Finanzierung | So bekommt ihr das Geld für den Start.

Schritt 5: Das richtige Marketing | So startet ihr erfolgreich

Eure Eisdiele lebt von ihrer Bekanntheit. Und die solltet ihr am besten schon zum Start so weit wie möglich gesteigert haben. Eine ganze Liste von Möglichkeiten, Kunden einzufangen, haben wir hier für euch zusammengefasst. Und zur Einstimmung ein Video mit vielen Marketingtipps für die eigene Eisdiele: 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Eisdiele eröffnen: Euer Marketingkonzept

Definiert genau eure Marketingziele:

  • Was sind eure langfristigen Geschäftsziele? Welche Umsatzziele aus Eisverkauf, Kaffeebetrieb und sonstigen Angeboten erwartet ihr?
  • Welches Image wollt ihr in der Öffentlichkeit von eurem Eisladen zeichnen?
  • Habt ihr USPs wie “bio”, “nachhaltig”, “regional”, “besonders ausgefallen”, “besonders preiswert”, “eigene Waffelproduktion” usw?

Kennt eure Zielgruppe & adressiert sie genau

Es gilt, eure Kunden zu kennen und zu verstehen.

  • Was schätzen sie an eurem Produkt?
  • Alterskohorten: Zielgruppe Kinder, Jugendliche, Mütter, Frauen, Männer, Rentner?
  • Wie kommen die Kunden zu euch und wo kommen sie her?

Gestaltung mit Stil: Kreative und ansprechende Werbemittel

Ob Poster, Flyer, Fotos auf der eigenen Website: Mit euren Werbemitteln macht ihr euren Kunden Appetit auf euer Produkt oder lockt sie in eure schöne Location. Auch hier gibt es eine Anbindung an die Zielgruppe: Wollt ihr eher Rentner ansprechen, mag das Design einer Wiener Kafeestube besser funktionieren, wollt ihr Kinder erreichen, ist die leckere Eiskugel das Maß aller Dinge. Vielleicht gefällt euch aber auch das Design einer Milchbar aus den 60er/70er Jahren – wenn das Angebot so gestaltet ist, sollten das auch die Werbemittel widerspiegel.

Euer CI – Design als Gesamtkonzept

Das Design eures Eisladens sollte euer inhaltliches Konzept vermitteln, das Interieur nach einem klaren Farbschema, vorher definiertem Artwork (wie Hausschrift, Logo usw) und passenden Materialien abgestimmt sein.

Über euren Eisladen stolpern: Werbetafel & Flyer

Laufkundschaft ist besonders wichtig für euch. Ihr solltet also dafür sorgen, dass potenzielle Kunden euren Laden auch entdecken. Mit einem Kundenstopper auf dem Bürgersteig, Hinweisen bei benachbarten Geschäften macht ihr Passanten aufmerksam.

Auch Flyer, klug ausgelegt in der lokalen Nachbarschaft, sorgen für Appetit und damit Kunden.

Digitales Marketing: Instagram-Stories und Facebook-Grüße

Egal, welche digitale Marketingstrategie ihr verfolgen wollt, welche Social Media Kanäle ihr bespielen wollt – ihr solltet wissen, welche Zielgruppen ihr ansprechen wollt und wo digital unterwegs sind. Fast 59 Prozent aller Instagram-Nutzer sind zwischen 18 und 29 Jahre alt sind, ältere Kunden erreicht ihr eher mit Facebook. Nutzt einen eigenen Hashtag für euren Eisladen. Dies erleichtert das Auffinden sowie die spätere Verwendung beim Erstellen von Re-Grams. Verknüpft eure verschiedenen Accounts bei Social Media Kanälen. Nutzt die Dynamik eurer Follower und Kunden, um eure Social Media Aktivitäten zu stärken: Ein begeistertes Kundenfoto mit eurem Eis ist so viel mehr wert als das Profi-Bild von euch.

Mehr dazu hier: Liste “Die besten 17”: Die sozialen Netzwerke für 2021 und wie ihr sie nutzen könnt 

Mehr als Eisladen: Events in eurer Location

Veranstaltungen in eurem Laden sind eine fantastische Möglichkeit, Kunden zu euch zu locken. Dabei sollten eure Events zu eurem Konzept und eurer Zielgruppe passen: Während sich Lesungen an eine bestimmte Zielgruppe richten, erreichen Konzerte eine andere. Habt ihr Kinder als Zielgruppe, ist vielleicht ein Puppenspiel der richtigen Ansatz. 

In jedem Falle helfen euch Events, euch zu präsentieren. Regionale Medien berichten selten über ein Geschäft – aber durchaus über kulturelle Angebote.

Mundpropaganda-Marketing

Die Empfehlung eures Ladens durch Kunden an Freunde ist die wichtigste Marketingmaßnahme. Vorausgesetzt, die Kundenerfahrung ist positiv.

Auch hier könnt ihr aktiv werden: Fordert eure Kunden auf, ihr Meinung weiterzutragen und euch zu empfehlen. Sorgt dafür, dass Google Business auf den Smartphones eurer Kunden eine Bewertung erfragt. Unterstützt die aktive Empfehlung mit Gutscheinen und Bonusprogrammen.

Bitte bewerte diesen Artikel:

X
X